Von Ignis bis Jimny: Verschiedene Vierrad-Systeme bei Suzuki im Überblick

Unter uns: Welche Marken verbinden Sie spontan mit dem Thema Allradantrieb? Bestimmt Audi und Subaru. Aber auch bei Suzuki spielt diese Technik eine übergeordnete Rolle, schließlich betrug der Allradanteil an den Verkaufen in Deutschland im Jahr 2016 satte 47 Prozent. Grund genug für uns, einmal im direkten Zusammentreffen von Ignis, SX4 S-Cross und Jimny die verschiedenen Arten der Vierrad-Fortbewegung zu erforschen.

Drei Stufen bei Suzuki
Fangen wir mit dem Wesentlichen an: Unterschieden wird zwischen permanentem Allrad, bei dem alle vier Räder ein Stück vom Antriebsmoment abbekommen und dem zuschaltbaren Allrad. Hier wählt der Fahrer, ob eine oder beide Achsen angetrieben werden. Suzuki unterscheidet in seinem Modellprogramm sogar zwischen drei Allrad-Stufen.

Allgrip Auto: Immer oder immer öfter?
Ganz unten rangiert ,Allgrip Auto": In den Allradversionen von Ignis und Swift entscheidet das System über die Kraftverteilung. Genauer gesagt, eine Viskokupplung. Diese kompakte und preisgünstige Lösung besteht aus zwei Sätzen ringförmiger Metallscheiben, die in einem zähen Ölbad rotieren. Dabei wird das Motordrehmoment ausschließlich über die namensgebende Visko-Flüssigkeit in Gestalt eines Silikonöls auf die Hinterachse übertragen. Bei Schlupf an der Vorderachse wird mehr Drehmoment nach hinten geleitet. Ein wenig Drehmoment ist übrigens immer auf der Hinterachse, Suzuki spricht von einem maximal 98-prozentigem Frontantrieb.

Allgrip Select: Wahl-Programm
Tatsächliche 100 Prozent liefert ,Allgrip Select" im SX4 S-Cross und Vitara. Auch hier arbeitet eine Viskokupplung, hinzu kommt aber ein elektromechanischer Eingriff. Der Fahrer hat per Schalter die Wahl zwischen diversen Modi: In ,Auto" wird bis zu 50 Prozent des Antriebsmoments an die Hinterachse geschickt, bei ,Snow" und ,Sport" gibt es zusätzliche Kraft an die Hinterachse beim Anfahren und Beschleunigung, bei ,Snow" zusätzlich auch in Kurven. Zudem gibt es Unterschiede beim Eingriff der Traktionskontrolle. Generell spielt bei den erwähnten Arten des ,Gentleman"-Allradantriebs auch die Elektronik in Form von ESP und Traktionskontrolle hinein.

Allgrip Pro: Allrad für Profis
Von ganz anderem Kaliber ist der ,Arbeits"-Allradantrieb namens ,Allgrip Pro" im Suzuki Jimny. Hier haben wir es mit einem rein mechanischen System ohne Bremseingriff zu tun. Die Folge: Mehr Gewicht und mehr Verbrauch, aber auch eine deutlich erhöhte Geländegängigkeit, wie der recht rustikale Jimny im irischen Bergland unter Beweis stellt. Standard ist Hinterradantrieb, bis zu 100 km/h kann während der Fahrt auf Allrad umgeschaltet werden. Dann sorgt ein Stellmotor im Verteilergetriebe für eine starre Verbindung von Vorder- und Hinterachse. Im 2WD-Modus gibt es keine Verbindung zur Vorderachse. Um ein ungefähres Bild im Kopf zu haben: Denken sie an eine Eisenbahnweiche. Um sich noch stärker durchzuwühlen, ist der 4WD-Lock-Modus da. Ihn muss man im Stillstand betätigen, da eine Freilaufnabe für die Geländeuntersetzung aktiviert wird. Wozu ist das alles gut? Beim 4WD-Lock-Modus wird die Raddrehzahl halbiert, man muss also nicht fürchten, bei Kriechtempo im Gelände den Motor abzuwürgen. Gleichzeitig erhält man so genügend Drehmoment, auch wenn man mit 10 km/h einen Berg hinaufkraxelt. Was lernen wir daraus? Allrad ist nicht gleich Allrad, erst recht nicht bei Suzuki.

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Alles Allrad, oder was?