Zum Hauptinhalt springen

Mazda 6e EV im Test: Schick, aber kein Langstrecken-Star

Die neue Elektro-Limousine startet bei 44.900 Euro, bietet viel Ausstattung, hat aber wenig Reichweite

Mazda 6e in Melting Copper mit Autor Stefan Leichsenring
Bild von: InsideEVs

Mazda wagt mit dem 6e einen neuen Anlauf im Elektrosegment. Die fast fünf Meter lange Limousine nutzt Technik des chinesischen Partners Changan und wurde als Basisversion getestet. Dieses Modell verfügt über einen 190 kW starken Heckantrieb und eine 68,8-kWh-Batterie, die eine WLTP-Reichweite von 479 Kilometern ermöglicht. Für die meisten Käufer dürfte diese Variante die erste Wahl sein, da die Topversion mit mehr Reichweite deutlich langsamer lädt.

Optisch überzeugt die Limousine mit einem schicken Design, zu dem auch versenkte Türgriffe und rahmenlose Seitenscheiben gehören. Im Innenraum des Mazda 6e dominiert ein modernes Cockpit mit drei Displays, darunter ein 14,6-Zoll-Touchscreen, über den die meisten Funktionen gesteuert werden. Physische Tasten sind rar.

Mazda 6e (2026) im Video

Die Materialqualität der gefahrenen Takumi-Plus-Ausstattung wirkt hochwertig, im Cockpit kann man sich jedoch durch die hohe Mittelkonsole etwas eingeengt fühlen. Die Sicht nach hinten ist durch das kleine Heckfenster eingeschränkt. Im Fond gibt es großzügige Beinfreiheit. Praktisch ist die große Heckklappe, die einen 466 Liter großen Kofferraum freigibt. Ergänzt wird dieser durch einen Frunk mit beachtlichen 72 Liter Fassungsvermögen.

Der 190-kW-Heckantrieb sorgt für ausreichenden Vortrieb, ohne sportliche Ambitionen zu wecken. Die Rekuperation ist in mehreren Stufen einstellbar, jedoch umständlich über den Touchscreen, und ermöglicht kein One-Pedal-Driving.

Als größte Schwäche des Mazda 6e erweist sich die geringe Langstreckentauglichkeit. Die ohnehin schmale WLTP-Reichweite von 479 Kilometern dürfte auf der Autobahn noch deutlich schrumpfen, was zu häufigen Ladestopps zwingen könnte. An der DC-Säule lädt der Mazda 6e jedoch mit bis zu 165 kW und ist ausreichend flott. Die Batterie lässt sich manuell vorkonditionieren, eine automatische Aktivierung bei der Routenplanung fehlt jedoch. Das Fahrwerk zeigt sich auf schlechten Straßen etwas hart, meistert lange Wellen aber souverän.

Ein starkes Argument für den Mazda 6e ist der Preis ab 44.900 Euro, kombiniert mit einer sehr umfangreichen Serienausstattung. Schon die Basisversion Takumi enthält ein Head-up-Display, eine 360-Grad-Kamera, Sitz- und Lenkradheizung sowie eine elektrisch bediente Heckklappe. Dem schicken Design und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis stehen jedoch eine für die Fahrzeugklasse mäßige Reichweite und eine stark auf den Touchscreen fokussierte Bedienung gegenüber, was die Eignung als Langstreckenfahrzeug einschränkt.

Den kompletten Testbericht zum Mazda 6e mit allen Fahreindrücken, genauen Daten zur Reichweite und der vollständigen Bildergalerie gibt es auf InsideEVs.de.