Toyota Supra: Die beiden heißesten Modelle im Tracktest
Wir haben A90 Final Edition und Lightweight Evo auf der Rennstrecke getestet
Mit dem Sondermodell A90 Final Edition schiebt Toyota zum Ende der aktuellen Supra-Baureihe noch einmal ein ganz heißes Eisen in Sachen Performance hinterher. Gleichzeitig verfeinerte man ebenfalls die Lightweight-Version umfassend. Beide Modelle standen uns für einen ausführlichen Tracktest auf der Rennstrecke zur Verfügung. Natürlich haben wir nicht Nein gesagt …
Schon bei unserem ausführlichen Test des bisherigen Lightweight-Modells vor einigen Monaten war uns klar, dass wir es mit einer der letzten ihrer Art zu tun haben würden. Knackiges Coupé, handgerissener Sechszylinder-Turbo, weitgehend analoges Fahrgefühl – so viele Vertreter dieser Art gibt es nicht mehr.
Toyota GR Supra Final Edition
Toyota GR Supra Lightweight Evo
Kurze Zeit später schob Toyota mit der A90 Final Edition nicht nur ein extrascharfes Tracktool nach, sondern verfeinerte trotz des nahenden Endes der Baureihe auch das Lightweight-Modell noch einmal umfassend. Juhu!
Beim damaligen Test fiel auf, dass man die Fähigkeiten dieses Autos nur schwer auf öffentlichen Straßen erkunden kann, zumindest was den Grenzbereich anging. Zu performant war die Supra, obwohl es auch auf öffentlichen Straßen an Fahrspaß nicht mangelte. Als nun die Einladung kam, die beiden neuen Modelle ausgiebig auf der spanischen Rennstrecke Parcmotor de Castellioli in der Nähe von Barcelona zu testen, kam uns das natürlich wie gerufen.
Zum Aufwärmen ging es zunächst mit dem bisherigen Lightweight-Modell auf die Piste, das wir von unserem Test schon so gut kannten. Die Strecke in Katalonien hat neben engen Kurven auch sehr schnelle Biegungen und einige Vollgasanteile zu bieten. Die Supra zeigte hier sofort, dass sie sich auf einer solchen Strecke sehr wohl fühlt. Knackig und exakt ließ sie sich um die Kurven werfen, obgleich man doch erstaunlich viel Bewegung im Fahrwerk spürte.
Das war aber eher spaßbringend als störend und keinesfalls gefährlich. Die Michelin Supersport-Reifen boten ein recht hohes Grip-Niveau und auch die Bremse war sehr standhaft. Insgesamt ein ziemlich großes Vergnügen.
Toyota GR Supra Leightweight Evo
Das war aber nur der Aufgalopp. Nach dem Umstieg in das neue Evo-Modell wurde klar, dass die Techniker von Toyota hier nochmal viel Feinarbeit investiert hatten, um die Performance nochmals zu steigern. Noch kompromissloser und noch schärfer soll das Evo-Modell nun noch mehr die Trackdayfahrer und Sportfahrer ansprechen. Dafür muss man Einbußen wie den Wegfall von elektrischen Sitzen oder Sitzheizung in Kauf nehmen. Der Lohn: 20 Kilogramm weniger Gewicht.
Bildergalerie: Toyota GR Supra Lightweight Evo Test
Mit größeren Bremsen, breiteren Reifen und verstärkten Stabilisatoren und Lagern liegt das neue Modell nun viel steifer auf der Straße. Dadurch konnte das (nach wie vor adaptive) Fahrwerk nun sensibler abgestimmt werden. Das merkt man in jeder Kurve, wie sich die Supra viel direkter und spontaner anfühlt. Zudem bewegt sie sich viel weniger im Fahrwerk und sorgt so für mehr Kontrolle. Die neue Bremse ist extrem standfest und hat einen klaren Druckpunkt.
Besseres Fahrwerk, mehr Aero, stärkere Bremse
So lässt sich die Supra viel besser in Kurven werfen und auch das Trailbreaking, also das hineinbremsen in Kurven, klappt deutlich besser. In schnellen Kurven hilft die verbesserte Aerodynamik, die auf einem Ducktail-Heckspoiler und weiteren Feinarbeiten besteht, mit mehr Anpressdruck. An dem schwarzen Heckspoiler lässt sich das neue Evo-Modell zudem auch zweifelsfrei identifizieren.
Motorisch bleib alles beim Alten, also 340 PS und 500 Nm. Reicht in allen Lebenslagen, auch auf der Rennstrecke. Durch das hohe Gripniveau der Pilot-Super-Sport-Reifen von Michelin bringt diese Leistung das Auto aber auch nicht wirklich an die Grenze. Leistungsübersteuern kann man allenfalls bei niedrigem Tempo provozieren.
| Schnelle Daten | Toyota GR Supra Lightweight Evo |
| Motor | 3.0 L Twin-Scroll Turbo (B58B30M1) |
| Leistung | 340 PS / 250 kW |
| Drehmoment | 500 Nm |
| 0 - 100 km/h | 4,6 Sek. |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |
| Länge / Breite / Höhe | 4.379 / 1.867 / 1.299 mm |
| Leergewicht | 1.485 kg |
| Preis | ab 78.950 Euro |
Toyota GR Supra A90 Final Edition
Das ändert sich nach dem Umstieg in die neue "A90 Final Edition". Wobei Toyota hier viel Wert auf das "A90" legt, denn man verabschiedet zwar die Baureihe, aber wohl nicht das Modell Supra. Das ließ der Konzern kürzlich durchblicken, was auf einen zünftigen Nachfolger hoffen lässt.
Bei der Final Edition des A90 zogen die Techniker jedenfalls nochmal alle Register. Das ist keine etwas modifizierte Serien-Supra, sondern ein extrascharfes Tracktool, das eine ganze Menge Gene der erfolgreichen GT4-Rennversion abbekommen hat.
Bildergalerie: Toyota GR Supra Final Edition (2025) Test
Alleine aus dem bewährten, immer noch von BMW stammenden Motor kitzelte man ganze 100 Zusatzpferdchen heraus. Auch das Drehmoment stieg auf 571 Nm. Mit 270 km/h rennt die Final Edition deshalb ganze 20 km/h schneller als die anderen Versionen. Viel mehr ins Gewicht fielen aber die Änderungen am Fahrwerk und der Karosserie. Mit dem einstellbaren Gewindefahrwerk von Marktführer KW kann nun jeder sein ganz persönliches Setup wählen und auch in Sachen Geometrie stehen einem alle Wünsche offen.
Ganz scharfes Gerät
Die Karosserie wurde nochmal umfangreich verstärkt, um die höheren Kräfte der Michelin-Pilot Sport Cup 2 Semislicks aufnehmen zu können. Auch die Karosserie erfuhr nochmal ein umfangreiches Update in Sachen Aerodynamik, wo vor allem der Schwanenhals-Heckflügel (Traum eines jeden Tuners und Alptraum alles Prüfingenieure) und der scharfe Frontsplitter ins Auge fallen.
Am Heck posaunt der starke Motor sein Lied über eine Akrapovic-Abgasanlage lautstark in die Umwelt, während den Fahrer im Innenraum Recaro-Vollschalensitze den Fahrer eng umklammern. Beste Voraussetzungen also für viel Spaß auf der Strecke.
Und dieses Versprechen löst Madame "Final Edition" unmittelbar ein. Sobald die Semislicks erstmal auf Temperaturen waren, fühlt sich die Supra an wie ein Skalpell. Messerscharf lässt sie sich zum Scheitelpunkt dirigieren und hält jeden Kurvenradius souverän. Wenn man es allerdings übertreibt, überrascht sie nicht etwa mit blitzartigem Übersteuern, wie man es von starken Hecktrieblern erwartet, sondern mit stumpfem Untersteuern. Mit der höheren Motorleistung lässt sich das aber leicht mittels leichtem Gasstoß ausbügeln.
Echte Handarbeit
Die höhere Leistung macht sich auch vor allem beim Herausbeschleunigen bemerkbar, wo man nun schön mit dem Gaspedal die Richtung mitbestimmen kann. Und auf der Geraden marschiert die Final Edition mit merklich mehr Zug zum Horizont. Oder der nächsten Kurve, wo die nochmals verstärkte und vergrößerte Bremse mit Macht den Anker wirft. Nur die Schaltung mag nach wie vor kein Durchreißen und erfordert schon ordentlich Konzentration sowie etwas Kraft. Locker aus dem Handgelenk die Gänge durchschalten ist nicht.
Bei alledem trötet die Abgasanlage den Sound gefühlt ohne jede Dämmung in den Innenraum, was schon fast Rennwagen-Atmosphäre schafft. Auf der Rennstrecke sorgt das für Gänsehaut, auf der Straße eher für Ohrenschmerzen. Aber wer schön sein will … Sie kennen das.
| Schnelle Daten | Toyota GT Supra A90 Final Edition |
| Motor | 3.0 L Twin-Scroll Turbo (B58B30B) |
| Leistung | 441 PS / 324 kW |
| Drehmoment | 571 Nm |
| 0 - 100 km/h | 4,3 Sek |
| Höchstgeschwindigkeit | 270 km/h |
| Länge / Breite / Höhe | 4.379 / 1.867 / 1.276 mm |
| Leergewicht | 1.520 kg |
| Preis | 142.800 Euro |
Wer nun beim Blick auf den Preis von mindestens 142.800 Euro (für einen Toyota!) Schnappatmung bekommt, kann sich beruhigen. Praktisch alle der 300 limitierten Modelle, die es nur in finsterem Mattschwarz gibt, sind ausverkauft. Konfigurieren lässt sich das Auto aber noch.
Ein bisschen mehr als die Hälfte, nämlich mindestens 78.950 Euro, kostet die neue Lightweight Evo. Auch noch viel Geld, aber wenigstens nicht limitiert. Damit geht die Supra mit breiter Brust in ihre letzten Monate. Wer einen der letzten echten Sportwagen ohne jedes Schischi, dafür aber mit extrem viel Fahrspaß und feinen Details sucht, liegt hier goldrichtig.
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