Die Plug-in-Hybride von Mercedes haben mich mit ihrem Verbrauch immer sehr zufrieden gestellt. Das neue Mercedes GLC Coupé mit den Diesel-PHEV-Antrieb ist da keine Ausnahme.

Der Plug-in-Hybrid-Antrieb auf Basis eines 2,0-Liter-Diesels mit 333 PS Systemleistung, Allradantrieb und Neungang-Automatik benötigte in unserem wöchentlichen Verbrauchstest nur 3,35 Liter/100 km. Mit deutschen Durchschnitts-Dieselpreisen von derzeit 1,76 Euro je Liter ergibt das Spritkosten von 5,90 Euro/100 km. Dazu kommt noch der Strom für die große 31,2-kWh-Batterie. Denn wie immer machte ich mich mit vollem Akku auf den 360 km langen Weg von Rom nach Forlì. Davon schaffte ich die ersten 92 km im reinen Elektromodus – beeindruckend.

Beim Verbrauch unter den Top 10

Der Durchschnittsverbrauch von 3,35 Liter/100 km beschert dem Mercedes GLC Coupé einen Platz unter den Top 10 unseres Testverbrauch-Rankings. In der Kategorie Plug-in-Hybride schneidet das neue Modell besser ab als Ford Kuga Plug-in-Hybrid (3,80 Liter/100 km), der alte Mercedes GLC 300 de 4Matic (4,00 Liter), der Kia Sportage Plug-in-Hybrid (4,25 Liter) und der Peugeot 3008 Hybrid4 300 (4,50 Liter). Das einzige Plug-in-Hybrid-SUV, das in unseren Tests weniger verbraucht hat als der Mercedes GLC, ist der hocheffiziente Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid, der auf 3,25 Liter/100 km kam.

Sterno Mercedes-Benz GLC-Klasse Coupé 2024

Mercedes GLC Coupé: Die neue Version in der klassischen Dreiviertelansicht von vorne

Angenehm, aber mit wenig Kofferraum

Bei dem von mir getesteten Fahrzeug handelt es sich um einen italienischen Mercedes GLC 300 de 4Matic Coupe in der Ausstattung AMG Line Premium. Diese sehr umfangreich ausgestattete Version verfügt bereits serienmäßig über 19-Zoll-AMG-Leichtmetallräder, High-Performance-LED-Scheinwerfer, AMG-Line-Details für Ex- und Interieur, Klimaautomatik und Park-Paket mit Kamera und Parkpiepsern vorne und hinten.

Mercedes GLC Coupé, der Innenraum

Mercedes GLC Coupé: Das Cockpit

Mercedes GLC Coupé, der Gepäckraum

Mercedes GLC Coupé: Der Kofferraum

In Deutschland gibt es die genannte Version laut Mercedes-Konfigurator für 85.059 Euro, in Italien zahlt man 95.735 Euro. Der Testwagen hatte zudem Extras wie eine Metallic-Lackierung in Mojave-Silber, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein Panoramadach und Schwellerleisten aus Stahl, womit der italienische Listenpreis auf rund 100.000 Euro steigt.

Dafür gibt es ein in Sachen Dynamik, Ästhetik und Qualität, aber auch Ausstattung, Assistenzsysteme und Leistung sehr zufriedenstellender Coupé-SUV. Lediglich die eingeschränkte Sicht nach hinten und das recht geringe Kofferraumvolumen (390 Liter) mögen missfallen, aber die Coupé-SUV-Karosserie erzwingt halt Abstriche in dieser Hinsicht. Wer das nicht mag, kann den normalen GLC kaufen.

Reichlich Reichweite, sowohl elektrisch als auch mit Diesel

Auch beim Verbrauch in typischen Verkehrssituationen zeigt sich der Mercedes GLC als Diesel-PHEV sparsam. Das gilt sowohl im Elektrobetrieb als auch bei leerer Batterie. Mit vollem Akku schafft man mindestens 90 km im Elektromodus, die Spitzenwerte auf idealen Strecken liegen bei bis zu 150 km. Zur Erinnerung: Der GLC hat mit 31,2 kWh eine größere Batterie als der rein elektrisch angetriebene Dacia Spring (27,4 kWh).

Mercedes GLC Coupé, Dreiviertelansicht von hinten

Mercedes GLC Coupé, Dreiviertelansicht von hinten

Wenn die Batterie leer ist, können Sie immer noch auf den großzügigen 62-Liter-Tank zählen, der mindestens 900 km ermöglicht. Bei sehr sparsamer Fahrweise auf idealen Strecken sind auch etwa 1.400 km möglich.

Verbrauch bei leerer Batterie

  • Stadt-Umland-Mix: 5,7 Liter/100 km, 1.085 km Reichweite (errechnet)
  • Landstraße: 6,6 Liter/100 km, 936 km Reichweite (errechnet)
  • Spritspartest: 4,4 Liter/100 km, 1.407 km Reichweite (errechnet)

Aus dem offiziellen Datenblatt

Modell Kraftstoff Leistung Abgasnorm Elektrische Reichweite (WLTP) CO2-Emissionen
(WLTP)
Mercedes GLC 300 de 4Matic Coupé Diesel 333 PS Euro 6E 126 km 10 g/km

Daten des Testfahrzeugs

Testfahrzeug: Mercedes GLC 300 de 4Matic Coupé AMG Line Premium
Listenpreis: 85.059 Euro (in Italien 95.735 Euro)
Testdatum: 14. März 2024
Wetter (Abfahrt/Ankunft): klar, 19 Grad / heiter, 11 Grad
Während der Tests insgesamt gefahren: 866 km
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 56 km/h
Reifen: Pirelli Winter Scorpion 2 - 255/45 R20 M+S / Pirelli Scorpion Winter Alp - 285/40 R20 M+S

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 3,3 Liter/100 km
An der Zapfsäule: 3,4 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 3,35 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,76 Euro/Liter (Diesel)
Spritkosten: 5,90 Euro/100 km

Unsere italienischen Kollegen erstellen ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 47 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland Anfang 2023 laut Verivox). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.