Kias Bestseller wurde gründlich überarbeitet. WIr haben ihn bereits gefahren

Schon seit dem Jahr 1993 gibt es den Kia Sportage, in Deutschland ist er seit 1994 erhältlich. Damit gehört er zu den ersten Kompakt-SUVs, die weltweit angeboten wurden. Er ist das meistverkaufte Modell von Kia – mittlerweile konnten die Koreaner weltweit mehr als fünf Millionen Exemplare absetzen.

 
Die aktuelle vierte Generation kam 2014 auf den Markt und machte das SUV, das bereits einen ganz annehmlichen Fahrkomfort bot, auch optisch ansprechend. Zum August 2018 bekommt der Sportage nun eine gründliche Überarbeitung in Sachen Design, Assistenzsysteme und Motoren. Ich konnte bereits zwei Modelle fahren: Den neuen Diesel-Mildhybrid und das Modell mit dem Einstiegsdiesel.

Diesel-Mildhybridsystem auf 48-Volt-Basis


Womit wir auch schon bei einer der interessantesten Neuerungen wären, denn als erster Kia und als eines der ersten SUVs ist er jetzt mit einem Diesel-Mildhybridsystem auf 48-Volt-Basis erhältlich. Der 2.0 CRDI EcoDynamics+ leistet 185 PS und hat ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter. Der Dieselmotor wird von einem Elektroantrieb unterstützt. Dieser erlaubt dank einer 48-Volt-Batterie und einem 12 kW starken Startergenerator das Abschalten des Verbrenners während der Fahrt, zum Beispiel beim Ausrollen, Bergabfahren oder Bremsen. Dann wandelt der Generator die gewonnene Energie in Strom um, der in der 48-Volt-Batterie gespeichert wird.

 
Bei starker Beschleunigung stellt das System zusätzliches Drehmoment zur Verfügung, während es beim sanften Beschleunigen dem Dieselmotor Arbeit abnimmt und so den Verbrauch senkt. Nach Angaben von Kia wird so gegenüber dem bisherigen Zweiliter-Diesel je nach Ausführung bis zu zehn Prozent Sprit gespart. Das gleiche System stellte übrigens Konzern-Schwester kürzlich im Hyundai Tucson vor.

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Nun muss man aber nicht denken, dass der Sportage dank des Mildhybridsystems zur Rakete wird – richtig sportlich kommt das Paket nicht rüber, flott fahren kann man aber schon. So sind die Fahrleistungen gegenüber dem Vorgänger unverändert, der Standardsprint von null auf 100 km/h erfolgt in 9,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 201 km/h, egal ob mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe oder mit der Achtstufen-Automatik. Kia gibt den kombinierten Verbrauch des 2.0 CRDI mit 5,2 bis 5,8 Liter auf 100 Kilometer an, wobei beide Getriebevarianten immer mit Allradantrieb kombiniert werden.

 
Wegen der 48-Volt-Batterie ist das Standard-Kofferraumvolumen des 48-Volt-Sportage mit 439 Liter um 41 Liter geringer als bei den anderen Allrad-Modellen (480 Liter), während die Fronttriebler einen Stauraum von 503 Liter bieten, der sich auf bis zu 1.492 Liter erweitern lässt.

Einstiegsmodell mit einer Menge Fahrspaß


Vom Top-Diesel stieg ich direkt in das Einstiegsmodell um und war erstaunt, wie zügig es sich mit 115 PS und 280 Newtonmeter fahren lässt. Dieser Sportage mit Frontantrieb und manueller Sechsgang-Schaltung bringt auch eine Menge Fahrspaß. Die Höchstgeschwindigkeit liegt zwar nur bei 175 km/h, doch die Beschleunigung von null auf 100 km/ mit 11,8 Sekunden steht ja dem Top-Diesel nicht viel nach.

 
Bei beiden Motorvarianten erstaunt die Ruhe im Innenraum während der Fahrt, auch dass Dieselaggregate für den Vortrieb sorgen, ist kaum wahrzunehmen. Kia hat hier erfolgreich in Maßnahmen zur Geräuschreduzierung investiert. Die neue Servolenkung arbeitet bei beiden Modellen zielgenau, die Sechsgang-Schaltung ist leicht zu bedienen und gut auf das Kupplungspedal abgestimmt. Da kommt mit beiden Motoren viel Fahrspaß auf. Alle beide waren übrigens mit einer 19-Zoll-Bereifung versehen, die komfortabel abrollt, aber auch das Kurvenräubern ermöglicht.

 
Lediglich die Sitzauflagen konnten an den Oberschenkeln etwas länger sein und ich hätte den Sitz gerne auch ein paar Zentimeter tiefer. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau und auch meiner Körpergröße von 1,93 Meter geschuldet. Ansonsten sind die Sitze bequem und geben einen guten Seitenhalt. Im von mir gefahrenen Topmodell der Ausstattungslinie „GT Line“ hatten die Ledersitze sogar eine Belüftungsfunktion und schicke rote Nähte.

Auch die Gestaltung des Innenraums kann überzeugen

Die verwendeten Materialien wirken hochwertig und die Bedienung geht schnell und einfach von der Hand. Kia hat einen neuen Infotainment-Screen im oberen Teil des Armaturenbretts montiert und darunter vier Reihen mit übersichtlichen Schaltern – so muss dankenswerterweise nicht alles per Fingertouch auf dem Screen abgerufen werden.

 
Serienmäßig wird ein 7-Zoll-Touchscreen zur Bedienung der Audioanlage mit AppleCarplay und Android Auto eingesetzt, es zeigt auch die Bilder der serienmäßigen Rückfahrkamera an. Auch eine Klimaanlage ist immer serienmäßig an Bord. Gegen Aufpreis beziehungsweise in den teureren Ausstattungsvarianten gibt es einen rahmenlosen 8-Zoll-Touchsreen mit Navigationssystem, das schnell arbeitet und mit detaillierten Darstellungen überzeugen konnte.

 
Außen hat Kia nicht all zu viel am Sportage verändert, dennoch steht das Auto jetzt satter auf der Straße. Vorne wurde der untere Lufteinlass optisch vergrößert, eine Chromleiste, die als Querspange die Nebelscheinwerfer verbindet, betont die Breite. Neue LED-Scheinwerfer (je nach Ausführung) sorgen für eine edle Anmutung. Besonders gut gefällt mir die sportliche Auslegung der GT-Line (in unserer Bildergalerie das rote Fahrzeug).

 
Am Heck sorgen neu gestaltete Rückleuchten, die durch eine optische Lichtleiste miteinander verbunden sind, für ein frisches Bild. Wie vorne sorgt auch hinten eine durchgehende Chromleiste für eine Betonung der Fahrzeugbreite. Die Karosserie hat sich mit dem Facelift minimal verlängert: Die GT-Line misst nun mit 4.495 Millimeter 15 Millimeter mehr, die anderen Ausführungen sind 4.485 Millimeter lang. Radstand (2.670 Millimeter), Breite (1.855 Millimeter) und Höhe (1.645 Millimeter mit Dachreling) sind nicht angetastet worden.

 
Zum neuen Modelljahr hat Kia auch die Palette der Assistenzsysteme erweitert. So gibt es nun eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-und-Go-Funktion, die das Auto bis zum Stand abbremsen kann, eine Rundumsichtkamera und einen Müdigkeitswarner. Bisher waren schon ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, ein Querverkehrswarner, ein Spurwechselassistent, ein aktiver Spurhalteassistent, eine Verkehrszeichenerkennung und ein Fernlichtassistent im Angebot.

 
Auch noch wissenswert: Die Anhängelast des Kia Sportage wurde nun auf bis zu 2,2 Tonnen erhöht. Es gibt eine elektrische Heckklappe und ein Panoramadach. Die Connected Services von Kia wurden erweitert: Neben Verkehrsinformationen in Echtzeit oder dem Wetterbericht kann man sich jetzt auch nahegelegene Parkmöglichkeiten und Tankstellen inklusive Kraftstoffpreisen anzeigen lassen. Wie bisher gewährt Kia eine Garantie von sieben Jahren.

Fünf Motoren im Angebot

Insgesamt bietet Kia fünf Motoren für den Sportage an: Neben dem Diesel-Mildhybrid gibt es einen neuen 1,6-Liter-Diesel, der den 1.7 CRDI ablöst – über die 115-PS-Variante habe ich oben berichtet. Zusätzlich wird eine Ausführung mit 136 PS angeboten. Bei den Benzinern stehen ein 1,6-Liter-Direkteinspritzer (ohne Turbo) mit 132 PS und ein 1.6 Turbo mit 177 PS zur Wahl. Die Diesel sind mit einem SCR-Katalysator ausgestattet, die Benziner mit einem Ottopartikelfilter. Somit entsprechen alle Motorvarianten der Abgasnorm Euro 6d-Temp.

 
Je nach Motorisierung und Ausstattungsvariante wird der Sportage mit Front- oder Allradantrieb angeboten. Neben dem standardmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe ist für die 1,6-Liter-Motoren ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe verfügbar und für den Mildhybriden eine Achtstufen-Automatik.

 
Die Preise: Der 132 PS starke 1,6-Liter-Einstiegsbenziner startet mit Frontantrieb und manueller Schaltung bei 22.490 Euro. Der von mir gefahrene 1,6-Liter-Diesel ist ab 24.990 Euro erhältlich. Der Mildhybrid-Diesel startet als Schalter bei 38.490 Euro. Der teuerste Sportage ist der Hybrid mit Automatik für 45.490 Euro – ich würde hier die sportliche GT-Line für 41.690 Euro wählen.

 

Fazit: 8 von 10 Sternen
Der überarbeitete Kia Sportage kann auf der ganzen Linie überzeugen. Die Optik stimmt, das Platzangebot und der Fahrkomfort auch. Der koreanische Hersteller bietet die modernsten Assistenzsysteme für das kompakte SUV an, die Motorenpalette wurde zeitgemäß komplett auf die Abgasnorm Euro 6d-Temp umgestellt

Kia Sportage 2.0 CRDi 185 AWD Automatik

Motor Mildhybrid-System mit Vierzylinder-Turbodiesel, 1.995 ccm
Leistung 136 kW / 185 PS bei 4.000 U/min
Drehmoment 400 Nm bei 1.750 - 2.750 U/min
Getriebeart Achtgang-Automatik
Antrieb Allradantrieb (elektronisch geregelt)
Beschleunigung 0-100 km/h 9,5 s
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h
Verbrauch 5,7 l/100 km
CO2-Emission 149 g/km
Länge 4.485 mm
Breite 1.855 mm
Höhe 1.635 mm
Kofferraumvolumen 439 - 1.428 l
Leergewicht 1.747 kg
Zuladung 503 kg
Anhängelast 1.900 kg (gebremst)

Kia Sportage mit 48-Volt-Diesel-Mildhybrid Test