Mit dem aktuellen Facelift kommt ein stärkerer 2,8-Liter-Diesel und eine verfeinerte Innenausstattung

Seit 2002 ist der neue Jeep Cherokee auf dem Markt. Er ersetzte den kantigen Vorgänger gleichen Namens, der 17 Jahre nahezu unverändert produziert wurde und nicht zuletzt deshalb zum Klassiker avancierte, weil in Dutzenden amerikanischen Spielfilmen Mütter ihre Kleinen darin zur Schule chauffierten oder zum Supermarkt fuhren. Hier sei nur an Diane Keaton erinnert, die mit Ihrem Filmpartner Steve Martin in ,Der Vater der Braut" einen wunderschönen weinroten Cherokee mit Holzimitation an den Türen fährt.

Verkaufszahlen bisher unbefriedigend
Doch der neue Jeep Cherokee verkaufte sich zumindest in Deutschland nicht so, wie sich die Strategen aus Detroit das vorstellten. Deshalb bekam das SUV (Sport Utility Vehicle) zum Modelljahr 2005 ein gefälligeres Karosseriedesign und eine verbesserte Innenausstattung. Außerdem wurde der 2,8-Liter-Turbodiesel erneuert.

Breitere Optik
Neu gestaltet wurden Frontschürze und Kühlergrill, Nebelleuchten, Radlauf-Verbreiterungen, Schweller und Räder. Alle Cherokee-Modelle – vom Sport bis zum Renegade – haben deshalb nun ein breiteres, wuchtigeres Erscheinungsbild. Wir finden, dass der Cherokee deutlich hübscher geworden ist und so jetzt auch die Damenwelt ansprechen könnte. Denn die liegt durchaus im Visier des Jeep-Vertriebs.

Freundlichere Innenausstattung
Eine hellere Innenausstattung sorgt für ein gefälliges Ambiente. Die Sitze wurde vergrößert und mit ,Dual Density"-Schaum der Nasa gepolstert, somit sind sie auch flacher. Die Länge der Beinauflage und der Seitenhalt bieten jedoch immer noch Verbesserungspotenzial. Außerdem sind die Vordersitze so tief montiert, dass die Fondpassagiere, Probleme haben, ihre Füße darunter abzustellen.

Diesel mit mehr Leistung
Wir fuhren den Cherokee Limited mit dem überarbeiteten 2,8-Liter-Dieselmotor. Er bietet nun 163 statt 150 PS und ein Drehmoment von 400 statt 360 Newtonmetern. Neu ist auch das Sechsgang-Schaltgetriebe, das der 2.8 CRD serienmäßig mitbekommt.

Eingeschränkter Fußraum
Hätte unser Testwagen aber nur die optionale Fünfgang-Automatik gehabt: Denn da in den USA für den Cherokee keine Handschaltung angeboten wird, wurde diese erst nachträglich für den europäischen Markt konzipiert und so fehlt vor allem größeren Zeitgenossen der Platz zum Abstellen des linken Fußes – da befindet sich nämlich das Kupplungspedal, obendrein recht nahe am Bremspedal. Wir würden daher unbedingt zur Automatik raten. Die Handschaltung arbeitet exakt, will aber mit etwas Nachdruck bewegt werden.

Kraftvolles Aggregat
Der erstarkte Dieselmotor gibt sich beim Start zunächst etwas laut. Er entschädigt aber mit kraftvollem Durchzug ab 1.500 Touren und bei Zwischensprints aller Art. Dafür sorgt die variable Turbinen Geometrie (VTG). Bei schnellerer Fahrt geht der Motorsound dann in den übrigen Fahrgeräuschen unter. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 174 km/h jedoch recht früh erreicht. Der sechste Gang ist lang übersetzt und wirkt als Schongang.

Vergleich mit der Konkurrenz
Zum Vergleich: Der BMW X3 mit Zweiliter-Dieselmotor läuft 198 km/h Spitze. Damit bleibt er aber eine Ausnahme – die meisten Diesel-Konkurrenten des Cherokee wie der Toyota RAV4 2.0 D-4D oder der Nissan X-Trail 2.2 dCi laufen auch nur zwischen 170 und 180 km/h schnell. Preislich liegt der Cherokee einige tausend Euro über den asiatischen Konkurrenten, aber gleichauf mit dem BMW.

Der Cherokee ist nicht billig
Der Preis für den Jeep Cherokee 2.8 CRD startet bei 31.190 Euro für die Sport-Variante. Die besser ausgestattete Limited-Version schlägt mit 35.600 Euro zu Buche. Für den Mehrpreis bekommt man unter anderem eine Alarmanlage, einen CD-Wechsler mit Lenkradfernbedienung für die Radioanlage, elektrisch verstellbare Sitze, einen automatisch abblendenden Innenspiegel, Leichtmetallräder, ein Lederlenkrad, einen Bordcomputer und einen Tempomat. Außerdem ist der Kühlergrill des Limited verchromt und die Kotflügelverbreiterungen sind nicht grau, sondern in Wagenfarbe lackiert.
(ph)

Preisliste


Jeep Cherokee 2.8 CRD Limited

Grundpreis: Jeep Cherokee 2.8 CRD Sport ab 31.190 Euro
Automatikgetriebe 1.100
Metallic-Lackierung 480
Teilleder-Polsterung Serie
Sitzheizung vorn Serie
Radio-Navigation mit CD-Player 1.550
Glasschiebe-Hubdach, elektrisch 1.550
Seitenscheiben hinten und Heckscheibe abgedunkelt Serie

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihenmotor, Common-Rail-Direkteinspritzung 
Zylinder Vier 
Hubraum in ccm 2.776 
Leistung in PS 163 
Leistung in kW 120 
bei U/min 1.800 
Drehmoment in Nm 400 
Antrieb Allradantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.496 
Breite in mm 1.819 
Höhe in mm 2.100 
Radstand in mm 2.649 
Leergewicht in kg 1.980 
Zuladung in kg 370 bis 540 
Kofferraumvolumen in Liter 909 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.951 
Dachlast in kg 68 
Tankinhalt in Liter 78 
Kraftstoffart Diesel 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 174 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 12,8 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 9,3 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 12,0 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 7,7 
Schadstoffklasse Euro 3 
Weitere Informationen
1/moreName 10,94 m 
2/moreName 235/70 R 16 101 S 
3/moreName 16" x 7 
4/moreName 2.400 kg / 750 kg 
5/moreName 24, 28, 23 
6/moreName 246 g/km 
7/moreName 198 mm 
8/moreName 38,1 Grad / 32,4 Grad 
9/moreName 24,3 Grad 

Test Jeep Cherokee Limited 2.8 CRD