Attraktive und hochwertige Limousine mit Hang zum Perfektionismus

Die Typenbezeichnung bei BMW funktioniert nach einem einfachen Schema. Sie besteht bei den meisten Modellen aus drei Ziffern. Die erste Zahl gibt Auskunft über die Baureihe. Die folgenden zwei benennen die Hubraumgröße des Motors.

Genau genommen passt der aktuelle 316i nicht in diese Schablone. Zwar handelt es sich um die kleinste Leistungsvariante. Aber der 316i wird von einem 115 PS starken Vierzylinder-Motor mit 1,8 Litern Hubraum angetrieben. Mit dieser Hubraumgröße ist der gar nicht so kleine 316 immerhin die günstigste 3er-Limousine.

Wir waren mit dem Einstiegs-Dreier unterwegs und wollten wissen, was man für stolze 24.000 Euro so alles bekommt.

Zeitgemäß und attraktiv
Der Seitenanblick vermittelt dank der coupéartigen Silhouette auch beim Viertürer einen sportlichen Eindruck. Kurze Lippen an Front- und Heckschürze unterstützen diesen Auftritt. Der Feinschliff beim letzten Facelift hat das Erscheinungsbild des 3er in geschickter Weise aufgefrischt: Er ist eine zeitgemäße und attraktive Erscheinung.

Tolle Bestuhlung
Der Innenraum ist bemerkenswert hochwertig, funktional und bequem gestaltet. Der aufpreispflichtige, elektrisch verstellbare Sportsitz für den Fahrer erweist sich als bequemes Gestühl. Selbst auf langen Strecken macht er orthopädische Entspannungsübungen überflüssig und in schnellen Kurven gibt er ausreichend Seitenhalt. Auf den hinteren Plätzen sitzt man etwas billiger und mit drei Personen sogar eng. Dort lassen sich die etwas zu niedrigen Kopfstützen nicht wegklappen und behindern außerdem die Sicht nach hinten. Ansonsten sind Raumangebot und die Übersicht rundum gut.

Tadellos: Bedienung und Komfort
Die Armaturentafel ist aufgeräumt. Alle Schalter befinden sich am rechten Platz und sind bestens erreichbar. Tasten am griffigen Lenkrad erleichtern die Bedienung von Radio, CD-Wechsler, Geschwindigkeitsregler oder Telefon. Lediglich der Umstand, dass die Knöpfe für die Fensterheber in der Mittelkonsole untergebracht sind, irritiert anfänglich.

Ansonsten verwöhnt der 3er mit seinem hohen Qualitätseindruck. Für Komfort sorgt außerdem das geringe Geräuschniveau im Innenraum, selbst bei der Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h.

115 Pferde gegen 1,4 Tonnen
Neben dem hohen Komfortniveau bietet die 3er-Baureihe auch sportliche Talente. In der Einstiegsmotorisierung 316i müssen die 115 Pferde jedoch 1.385 Kilogramm bewegen. Und in dieser Kombination wirkt der 3er nicht gerade aufregend. Dennoch: Harmonisch, drehfreudig und gleichmäßig entfaltet sich die Leistung des Vierzylinders. In allen Drehzahlbereichen nimmt er sauber Gas an. Für den Sprint von null auf 100 km/h braucht er 10,9 Sekunden. Wer Leistung will, wird die Gänge oft ausdrehen. Das gut abgestufte und exakt zu schaltende Fünfgang-Getriebe gibt hierbei keinen Anlass zur Kritik.

Durstig isser
Dem sportlichen Ruf von BMW wird der 316i nicht ganz gerecht. Im Vergleich zu ähnlich motorisierten Fahrzeugen anderer Hersteller steht er dennoch gut dar. Trotz mäßiger Kraft ist er kein Spritsparer: Der von uns gemessene Verbrauch - bei zugegeben sehr forcierter Fahrweise - lag bei zehn Litern auf 100 Kilometer. BMW gibt den Durchschnittsverbrauch mit 7,1 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer an.

Erwachsen
Fahrtechnisch wirkt die kleinste 3er-Limousine hingegen sehr erwachsen. Der 316i ist wie seine stärkeren Brüder handlich, direkt und zielgenau. Etwas enttäuschend ist jedoch die bei hoher Geschwindigkeit unpräzise Lenkung, die sich bei den stärkeren 3er-Versionen um die Mittellage präziser zeigt.

Alles im Griff
Der Federungskomfort ist sehr gut, Abrollgeräusche fallen gering aus. Die abschaltbare Stabilitätskontrolle DSC unterdrückt Schleudern und hilft die Spur zu halten. Fahrfehler werden weitgehend verziehen und abgefangen. Wird mit viel Gas aus der Kurve heraus beschleunigt, neigt der 316i zum Untersteuern. Dies bewirkt einen Regeleingriff und der Vortrieb wird automatisch zurückgenommen. Ähnliches geschieht beim Bremsen in Kurven, die zu schnell angegangen wurden: Das System bremst das Fahrzeug besser, als ein geübter Fahrer es könnte. Die exakten Bremsen des 316i sind zudem standfest und bissig.

Viel macht teuer
Unser Testfahrzeug verwöhnte mit umfangreicher Sonderausstattung. Viele Extras machen jedoch aus dem Einstiegsmodell einen teuren Luxusschlitten. So kostet unser Testwagen statt 24.000 stolze 35.000 Euro. Konkurrenzmodelle von japanischen oder koreanischen Herstellern bieten deutlich mehr Ausstattung für weniger Geld. Beispielsweise ist der neue Toyota Avensis 1.8 größer, stärker und bietet bereits eine umfangreichere Serienausstattung. Der Preis liegt trotzdem unter dem des 316i in der Grundausstattung.

Preisliste


BMW 316i

Grundpreis: 24.000 Euro
Sport-Lederlenkrad 90
Lederausstattung ab 1.470
Armauflage vorn 160
Automatic-Getriebe 2.000
Blinkleuchten, weiß 180
Bordcomputer 230
Durchladesystem 430
Fensterheber, elektrisch, hinten 360
Glas-Schiebe-Hebedach, elektrisch 950
Innenspiegel, automatisch abblendend 210
Klimaautomatik 530
Multifunktion für Lenkrad 440
Metallic-Lackierung 670
Navigationssystem ab 2.300
TV-Funktion 900
Park Distance Control (PDC) 400
Regensensor und automatische Fahrlichtsteuerung 110
Scheinwerfer-Waschanlage 260
Seitenairbag für Fondpassagiere 320
Sportsitze für Fahrer und Beifahrer 500
Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer 320
Sitzverstellung, elektrisch 1.200
Handyvorbereitung mit Bluetooth Schnittstelle 1.250
Xenon-Licht für Abblend- und Fernlicht 790

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Vierzylinder-Reihenmotor, DOHC, vier Ventile pro Zylinder 
Hubraum in ccm 1.796 
Leistung in PS 115 
Leistung in kW 85 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.471 
Breite in mm 1.739 
Höhe in mm 1.415 
Leergewicht in kg 1.385 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 206 
Weitere Informationen
1/moreName 1.810 Kilogramm 
2/moreName 425 Kilogramm 
3/moreName Euro 4 

BMW 316i im Test