Mit Spar-Diesel und attraktivem Preis empfiehlt sich der Kyron für kühle Rechner

Ist bei SsangYong etwa Ausverkauf? Der sensationell günstige Kyron (sprich: Kairon) könnte diesen Verdacht nahe legen. Immerhin kostet der neue Geländewagen im X5-Format mit 141 PS starkem Zweiliter-Commom-Rail-Diesel nur 23.990 Euro. Und für dieses Geld bekommt man keine Billig-Schleuder von der Art, wie sie in jüngster Zeit aus dem Reich der Mitte nach Europa kommen. Im Gegenteil: Der Kyron beeindruckt mit respektabler Qualität und moderner Technik. Davon konnten wir uns auf einer Ausfahrt mit der einzig verfügbaren Motorisierung 200 Xdi überzeugen.

Eigenwillige Optik
Nicht nur beim Preis, auch beim Design sorgt die Marke SsangYong in jüngster Zeit für Gesprächsstoff. 2005 brachte es der eigenwillige Sechssitzer Rodius mit seiner Optik zu fragwürdigem Ruhm. Auch das Kyron-Design entspricht dem Dernier Cri nach Art des Hauses. Während der Neuling in der Seitenansicht mit seiner von vorne nach hinten aufsteigenden Linienführung fraglos gefällt, kann die zerklüftete Front bei so manchem Betrachter bereits ein leichtes Stirnrunzeln auslösen. Die Heckpartie mit tief liegenden, wapppenartigen Rückleuchten ist ... nun ja ... einzigartig. Hut ab vor so viel Designer-Mut.

So groß wie ein X5
Obwohl in manchen Details ungewöhnlich gestaltet, wirkt der Kyron insgesamt dynamisch, modern und kompakt. Das der Neuling mit 4,66 Meter so lang ist wie ein BMW X5, mag überraschen. Dank seiner Größe ist auch das Platzangebot im Innenraum gut. Selbst groß gewachsene Passagiere haben auf allen Plätzen reichlich Kopf- und Kniefreiheit. Typisch für einen Leiterrahmen-SUV ist jedoch die geringe Fußraumtiefe im Fond.

Eigener Schick und viel Ausstattung
Neben dem großzügigen Platzangebot überzeugt der Innenraum mit solider Verarbeitung und wertigen Materialien. Die leicht zum Fahrer geneigte Mittelkonsole und zwei kreisrunde Bedieneinheiten links und rechts vom Lenkrad folgen nicht dem Autobau-Mainstream. Funktionalität und Erreichbarkeit leiden darunter keineswegs. Die von uns getestete Top-Ausstattung ,s" bietet unter anderem mit elektrisch einstellbaren Ledersitzen zudem viel Ausstattung und Komfort. Allein die in der Mittelkonsole untergebrachte Digitaluhr im Stil im 1980er-Jahre wirkt nicht mehr sonderlich modisch.

Bis zu 2.322 Liter Stauraum
Dafür beeindruckt das große Gepäckabteil mit zeitgemäßer Variabilität. Der Kofferraum bietet Platz für stolze 625 Liter. Die hintere Sitzbank ist einfach im Verhältnis 60 zu 40 umlegbar. Der Clou: Beim Umlegen senkt sich automatisch die Beinauflagefläche mit ab. Der dann leicht aufsteigende, schick ausgekleidete Stauraum fasst üppige 2.322 Liter. Verzurrösen, Gepäckhaken und zusätzliche Staufächer runden den positiven Eindruck ab.

Kein Sprintkönig
Der Kyron ist mehr Lastenträger denn Sprinter. In Anbetracht von über zwei Tonnen Gewicht und der nicht sonderlich windschlüpfrigen Form sind bei 141 Diesel-PS und 310 Newtonmeter Drehmoment keine Wunder in Sachen Vortrieb möglich. Mit der Fünfgang-Automatik soll der 100-km/h-Sprint in 14,2, mit Sechsgang-Schaltgetriebe in 16,2 Sekunden zu Ende sein. Die Höchstgeschwindigkeit gibt SsangYong mit 166 km/h an. Auf unserer Testfahrt bog sich die Tachonadel bis zur 180-km/h-Marke. Um diese rasanten Regionen zu erreichen, braucht man viiiiiieeel Anlauf. Der nur mäßige Durchzug verhindert auf Landstraßen so manches Überholmanöver. Vor allem auf bergigen Strecken muss man die Automatik per Handschaltmodus in eine niedrigere Gangstufe zwingen, um den Motor auf Touren zu halten. Der sanft arbeitende Wandler könnte die Gangwechsel durchaus noch eine Spur spontaner ausführen.

Sparsam, doch zunächst nur mit Euro 3
Wer sich einen SUV mit mehr Dynamik wünscht, braucht eben auch deutlich mehr Leistung. Solche PS-Protzer können sich angesichts rasant steigender Spritkosten jedoch nur noch betuchte Autofahrer leisten. Da bietet der Kyron mit seinem zurückhaltenden Temperament einen entscheidenden Vorteil: Der Korea-Klettermax begnügt sich laut Hersteller mit nur 8,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Ein Spitzenwert in seinem Segment. Nur der Kia Sorento 2.5 CRDi LX Automatik geht ebenso sparsam mit den Weltenergiereserven um. Wermutstropfen beim Kyron ist jedoch die vorläufige Zertifizierung nach der Euro-3-Abgasnorm. Erst im Verlauf von 2006 soll der Kyron Euro-4-fit werden. Die zunächst noch mit Euro 3 verkauften Fahrzeuge sollen zu einem späteren Zeitpunkt mithilfe eines Software-Updates nachträglich Euro-4-konform emittieren.

Aufwendiges Fahrwerk, viele Regelsysteme
Zwar gehört der Kyron nicht wie der bereits erwähnte BMW X5 zu den Dynamikern der Allrad-Fraktion. Trotz Leiterrahmen fallen die Nachteile dieser stabilen Konstruktion dank aufwendiger Fahrwerkskomponenten nicht übermäßig ins Gewicht. Erstaunlich leichtgängig, präzise und agil lässt er durch Kurven dirigieren und quittiert die Querbeschleunigung mit noch dezenten Wankbewegungen. Droht die Haftung abzureißen, hält das Stabilitätsprogramm ESP das Dickschiff auf Kurs. Ohnehin gibt es reichlich Regelelektronik an Bord: Neben dem obligatorischen ABS gehören außerdem ASR, EBD, ABD, BAS, ARP (Active Rollover Protection) und sogar die Bergabfahrkontrolle HDC bereits zur Serienausstattung.

Geländeausflug gefällig? Kein Problem
Behände bewegt sich die 4WD-Version des Kyron auch im Gelände. Bei der Allradvariante kann man per Drehknopf zwischen Zwei- und Vierradantrieb variieren. Über den gleichen Knopf ist außerdem eine Getriebereduktion zuschaltbar. Obwohl kein ausgekochter Steilwand-Akrobat, lässt er sich dennoch gut und sicher auch abseits befestigter Straßen bewegen. Neben den vielen elektronischen Helfern sind außerdem noch die steife Leiterrahmenkonstruktion und die großen Räder für den Einsatz im Gelände hilfreich.

Ein echter Preishammer
Nicht nur beim bereits erwähnten Spritverbrauch, auch beim Kaufpreis bietet der Kyron für kühne Rechner besonders überzeugende Argumente. Nur 23.900 Euro kostet die 2WD-Version, 26.900 Euro die Allradvariante. Wohlgemerkt: stets mit Dieselmotor. Zwar bietet der Mitbewerber Kia mit dem Sportage einen kompakten SUV bereits für 18.750 Euro. Doch ist dieser 30 Zentimeter kürzer und als günstiges Einstiegsmodell nur mit einem Benzinmotor kombiniert. Mit einem 113-PS-Diesel kostet der kleinere Korea-Konkurrent bereits 24.685 Euro. Mit mehr Leistung, leicht besserer Ausstattung und seinem geräumigen Innenraum steht der Kyron insgesamt deutlich besser da als der Kia.

Preisliste


SsangYong Kyron 200 Xdi

Grundpreis: 23.900 Euro
SsangYong Kyron 200 Xdi 4x2 23.900
SsangYong Kyron 200 Xdi 4x4 26.900
SsangYong Kyron 200 Xdi s 4x4 29.400
Metalliclackierung 410
Fünfgang-Automatik 1.950
Tempomat 350
elektrisches Glas-Schiebe-Hebedach 800
Einparkhilfe 400
ESP (nur für 4x2, Serie bei 4x4) 650
Audiosystem mit CD-Player, Fernbedienung durch Lenkradtasten 350
Ausstattungspaket s mit 18-Zoll-Alus, Lederausstattung mit Sitzheizung und elektrisch einstellbaren Sitzen 3.000

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Turbodieselmotor 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.998 
Leistung in PS 141 
Leistung in kW 104 
bei U/min 1.800 - 2.750 
Drehmoment in Nm 310 
Antrieb zuschaltbarer Allrad 
Gänge
Getriebe Automatik 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.660 
Breite in mm 1.880 
Höhe in mm 1.755 
Radstand in mm 2.740 
Leergewicht in kg 2.031 
Zuladung in kg 499 
Kofferraumvolumen in Liter 625 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 2.322 
Dachlast in kg 45 
Tankinhalt in Liter 75 
Kraftstoffart Diesel 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 166 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 14,2 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 8,4 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 10,6 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 7,1 
Schadstoffklasse Euro 3 

Bildergalerie: Unschlagbar günstig