Peugeot 307 CC, Renault Mégane CC und VW Eos messen sich im Vergleichstest

Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Allerhöchste Zeit, um das Cabrio für den Winterschlaf fertig zu machen. Sollte man meinen. Die neue Generation der Klappdach-Cabrios beweist aber, dass die vermeintlichen Sommer-Flitzer durchaus ganzjährig genutzt werden können. Die Dachkonstruktion aus Stahl machen die drei Konkurrenten zum echten Ganzjahres-Fahrzeug. Wir haben den VW Eos, den Peugeot 307 CC und den Renault Mégane CC gegeneinander antreten lassen.

Optik spielt wichtige Rolle
Da viele Cabriofahrer nach dem Motto ,sehen und gesehen werden" agieren, spielt die Optik der offenen Fahrzeuge eine besonders wichtige Rolle. Längenmäßig unterscheiden sich die Drei nur wenig. Der Kürzeste im Bunde ist der Renault Mégane mit 4,35 Metern, danach folgen der 307 von Peugeot mit 4,36 Metern und der VW Eos mit einer Länge von 4,40 Metern. Beim ersten flüchtigen Anblick sieht man den Testlingen in geschlossenem Zustand nicht an, dass es sich um Cabrios handelt. Die coupéartige Seitenansicht verleiht ihnen allesamt ein sportliches Erscheinungsbild. Der Übergang von Motorhaube zu Frontscheibe ist bei Peugeot nahezu nahtlos und bildet fast eine Linie. VW und Renault spendieren ihren beiden Mitstreitern einen deutlich sichtbaren Knick. Insgesamt wirkt der Peugeot 307 doch recht klobig, die teilweise etwas hart geratenen Kanten und Karosserieübergänge des Renault Mégane stören das empfindliche Auge. Die Optik des VW Eos gefällt uns am Besten.

MOTOR/GETRIEBE
Die Wahl der Motorisierung für unseren Test fiel auf die Klasse der Benziner um 140 PS. Alle drei Bewerber um die Krone der Klappdach-Cabrios besitzen einen Hubraum von zwei Litern. Die Leistung von VW Eos und Renault Mégane unterscheiden sich um ganze zehn Prozent. Der Motor des Wolfsburger leistet 150 PS, der Franzose kann nur 135 PS dagegen halten. Peugeots Triebwerk im 307 hat eine Leistung von 140 PS und befindet sich damit zwischen den beiden Konkurrenten. Auch was das Getriebe betrifft, grenzt sich der Peugeot von den anderen beiden Testkandidaten ab. VW und Renault vertrauen auf ein Sechsgangschaltgetriebe, während der Peugeot nur über fünf Gänge verfügt und dadurch vor allem bei höheren Geschwindigkeiten laut wird. Kupplung und Schaltung des VW Eos können durchaus als knackig bezeichnet werden.

Klare Leistungsunterschiede
Die klaren Unterschiede bei der Leistung spiegeln sich auch bei den Beschleunigungswerten wieder. Spitzenreiter beim Sprint auf 100 km/h ist mit 9,8 Sekunden der VW Eos. Er wirkt insgesamt auch am spritzigsten und der durchzugstarke FSI-Motor bereitet am meisten Freude beim Fahren. Vor allem im unteren Drehzahlbereich kann sich der Wolfsburger von der Konkurrenz aus Frankreich absetzen. Laut Datenblatt benötigt der Peugeot 307 CC von null auf 100 km/h 10,3 Sekunden, also nur knapp mehr als der Eos. Faktisch wirkt er aber weitaus weniger spritzig als der Eos. Außerdem stört die sehr hakelige und teigige Schaltung etwas den Gesamteindruck. Obwohl er fünf beziehungsweise 15 PS weniger als seine Konkurrenten leistet, gibt Renault seine Beschleunigung von null auf 100 mit 9,9 Sekunden an. Rein subjektiv fühlt sich die Beschleunigung des Mégane nicht so spritzig an wie die des VW Eos.

Eos entpuppt sich als Spritsparer
Erstaunliche Werte ergaben die Verbrauchsmessungen. Liegen die drei Kandidaten bei den Herstellerangaben des Durchschnittsverbrauchs noch relativ nahe beieinander, zeigten sich bei unseren Testwerten doch deutliche Unterschiede. Aufgrund des stärksten Motors hat der VW Eos mit 8,3 Litern auf 100 Kilometer den vermeintlich höchsten Verbrauch. Dahinter folgen der Renault Mégane mit 8,2 Litern und der Peugeot 307 mit 8,1 Litern. In der Realität sieht es allerdings anders aus. Von Peugeot als ,Spritsparer"gepriesen, genehmigt sich der 307 CC durchschnittlich 9,8 Liter an der Super-Zapfsäule. Deutlich sparsamer ist der Renault Mégane, der mit 9,2 Litern auf 100 Kilometer in die Wertung eingeht. Eine echte Überraschung lieferte der VW Eos. Obwohl der FSI-Motor die meiste Leistung hat, genehmigte er sich durchschnittlich nur 8,7 Liter Super Plus pro 100 Kilometer. Angesichts der Beschleunigungsdaten und der Leistung kann der VW Eos mit diesem Wert durchaus als sparsam bezeichnet werden.

FAHRWERK/LENKUNG
Um auf Münchens Flaniermeile Nummer eins, der Leopoldstraße, mit dem Cabrio entlang zu cruisen, braucht man wahrlich kein Sportfahrwerk. Hier tut es auch eine weich gefederte Komfort-Sänfte. Trotzdem sollten die Oben-ohne-Flitzer auch für Geschwindigkeiten jenseits der 50 km/h straff genug abgestimmt sein, um auch bei der Landstraßen-Hatz glänzen zu können.

Renault: Angenehm zu fahren
Der VW Eos überzeugt eher durch sein sportlich direktes Fahrwerk als durch seine Komforteigenschaften. Höhere Geschwindigkeiten in Verbindung mit engen Kurven lassen den Eos ziemlich kalt. Kein Wanken, kein Neigen nichts. Allerdings merkt man doch deutlich, dass es dem VW im Vergleich zur Konkurrenz etwas an Komfort fehlt. Was ihm bei flottem Tempo zugute kommt, wird ihm dann zum Verhängnis. Ganz unpassend zum sportlichen Fahrwerk blieben die Bremsen hinter unseren Erwartungen zurück. Um die gewünschte Bremsleistung abrufen zu können, war ein beherzter Tritt aus Bremspedal nötig. Leichtes Antippen blieb meist ohne verzögernde Wirkung. Was das Fahrwerk der französischen Cabrios betrifft, gibt es kaum Unterschiede zu spüren. Beide sind merklich weicher als der VW, wirken in der Stadt komfortabler und lassen sich dadurch angenehmer fahren. Querrillen und Kanten sorgen aber in beiden Fahrzeugen für Scheppern und nerven mit der Zeit. Vor allem beim Renault fangen bei offenem Dach die Scheiben an zu klappern.

Peugeot 307 verlangt aufmerksamen Fahrer
Wenig Grund zum Klagen hatten wir bei der Lenkung der drei Klappdach-Cabrios. Eos und Mégane besitzen eine direkte, aber unauffällige Lenkung, die keine Probleme bereitet. Beim Peugeot fällt auf, dass die Lenkung, ähnlich wie die Schaltung, ziemlich ungenau ist. Vor allem bei höheren Geschwindigkeiten ist der aufmerksame Fahrer gefragt. Um den 307 CC in der Spur zu halten, muss häufig nachgelenkt werden. Auf längeren Strecken wird das mit der Zeit etwas ermüdend.


DACH/KOFFERRAUM
Ein wichtiges Merkmal an einem Cabrio ist das Verdeck. Es entscheidet über Top oder Flop. Vor allem bei der Geräuschentwicklung im geschlossenen Zustand und beim Platzbedarf im Kofferraum gibt es erhebliche Unterschiede. Doch die gute Nachricht vorweg, alle Klappdach-Konstruktionen in unserem Vergleich verrichten ihre Arbeit tadellos.

Panorama-Schiebedach aus Glas
Besonders das Dach des VW Eos überzeugt uns durch seine ausgefeilte und komplexe Technik. Anders als bei der Konkurrenz besteht die Konstruktion nicht aus zwei, sondern aus insgesamt fünf Teilen. Das hat den Vorteil, dass es sich besonders Platz sparend in den Kofferraum faltet. Im geöffneten Zustand schützt ein sehr effektives Windschott die Insassen auf den Vordersitzen vor Verwirbelungen. Zudem bietet das vorderste Segment des Klappdachs ein Schiebedach aus Glas. So kann man vor allem bei noch etwas schwächelnden Temperaturen bereits das Frischluft-Feeling genießen. Ist es auch dafür zu kalt, dringt wenigstens viel Licht in den Innenraum. Allerdings ist die VW-Konstruktion die langsamste der drei Konkurrenten. Das Öffnen dauert 26 Sekunden, das Schließen scheinbar ewig lange 29 Sekunden. Der Peugeot schafft die Verwandlung in jeweils 25 Sekunden, der Renault liegt mit 20 Sekunden an der Spitze. Vor allem bei einem Platzregen entscheidet jede Sekunde über nass oder trocken

Raffinierter Kofferraumöffner
Beim Peugeot-Verdeck fällt auf, dass es in geschlossenem Zustand äußerst leise ist. Der Unterschied zu einem festen Dach ist marginal. Trotz zweiteiliger Konstruktion faltet sich das Stahldach Platz sparend in den Kofferraum. Laut Peugeot bleiben von den 350 Litern Gesamtvolumen dann noch ein Rest von 204 Litern. Rein subjektiv wirkt der Kofferraum aber kleiner als der des VW Eos, der 205 beziehungsweise 380 Liter fasst. Deutlich kleiner bei geöffnetem Dach ist mit 190 Liter Fassungsvermögen der Kofferraum des Renaults. Bei geschlossenem Dach bietet er 490 Liter Platz. Da bei unserem Testwagen kein Windschott mitgeliefert war, zog es selbst bei Stadt-Fahrten mit geschlossenem Fenster doch erheblich auf den Fahrersitzen. Diese Sonderausstattung sollte man sich also auf alle Fälle gönnen. Ähnlich wie beim VW Eos ist das ansonsten tadellose Dach im Bezug auf das Öffnen und Schließen nicht unbedingt das Schnellste. Wer verzweifelt den Knopf zum Öffnen des Kofferraumdeckels sucht: Der innere Bereich der Null vom Typenschild am Heck ist die Lösung.


Dach öffnen an der roten Ampel
Das schnellste Dach in unserem Vergleich besitzt der Renault Mégane CC. Es lässt sich auch während der Rotphase an der Ampel öffnen. Aber Achtung: Der Kofferraumdeckel aller drei getesteten Modelle schwenkt nach hinten aus. Der Hintermann sollte also nicht zu nahe aufgefahren sein, sonst gibt es Blechschaden. Wie auch der VW Eos besitzt der Renault ein Panorama-Glasdach. Durch die hohe Ladekante des Kofferraums kann bei geöffnetem Dach nicht einmal ein Kasten Bier eingeladen werden. Das Windschott des Renault ist deutlich kleiner als das des VW Eos, verrichtet seine Arbeit aber dennoch einwandfrei.

AUSSTATTUNG/PREIS
Anders als Stoffdachcabrios taugen unsere Testkandidaten auch als Ganzjahresfahrzeug. Durch den Mehrwert ist somit auch ein etwas höherer Preis gegenüber den Stoff-Kollegen gerechtfertigt. Preiswert sind unsere Modelle dennoch nicht. In der Grundausstattung zahlt man für den VW Eos mit 150 PS 27.950 Euro. Knapp dahinter folgt der Renault Mégane, den es mit der Testmotorisierung und der Ausstattungsvariante Privilège ab 27.850 Euro gibt. Für den Peugeot 307 CC mit der 140-PS-Motorisierung zahlt man 25.650 Euro.

Peugeot 307 CC über 2.000 Euro günstiger
Der Peugeot ist das preiswerteste Auto in unserem Vergleich. Er ist immerhin 2.200 beziehungsweise 2.300 Euro günstiger als der Renault Mégane und der VW Eos. In der Serienausstattung spiegelt sich das nicht unmittelbar wieder. Zwar hat der 307 CC kein Glasschiebedach, wie es der Renault und der VW haben, aber dafür kostet das CD-Radio keinen Aufpreis. Im Mégane zahlt man für den Luxus 200 Euro, im Eos sind es satte 525 Euro. Der Preisvorteil des Peugeot schlägt aber im weichen Fahrwerk und der teigigen Schaltung zurück. Hier können die beiden Konkurrenten wichtige Punkte sammeln. Als sehr störend empfanden wir auch den Metall-Schaltknauf, der vor allem im Winter zur echten Zumutung wird, weil er sehr kalt ist. Im VW Eos springen vor allem die als Sonderausstattung erhältlichen bordeauxfarbenen Ledersitze ins Auge. Mit dem Navigationssystem des Renault Mégane hatten wir einige kleinere Probleme. Auffallend ist, dass der Monitor bei kleineren Fahrern das Blickfeld einschränkte. Zudem ist die Menüführung nicht besonders benutzerfreundlich. Das CD-Radio im Peugeot ist relativ einfach und verrichtete seine Arbeit bis kurz vor Ende des Tests tadellos. Allerdings gab es dann von einem auf den anderen Moment den Geist auf und brummte selbst in ausgeschaltetem Zustand vor sich hin.
(os)

Wertung

  • ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆
  • Cabrios sind nicht unbedingt die Kategorie Auto, die man nach Vernunftsgründen auswählt. Viel mehr als bei anderen Fahrzeugen spielen wahrscheinlich Optik und persönliche Vorlieben eine weitaus bedeutendere Rolle. Liebhaber des VW Eos werden gerne einen Mehrpreis von 2.300 Euro gegenüber dem Peugeot 307 CC akzeptieren, dessen Freunde argumentieren wiederum, dass sie den Preisvorteil gegenüber dem Wolfsburger lieber für Extras ausgeben. Dennoch kann der günstigere Preis nicht über die Schwächen des 307 CC an Fahrwerk und Schaltung hinwegtäuschen. Der Renault überzeugt vor allem durch seinen gelungenen Innenraum und die Fahreigenschaften. Unser persönlicher Favorit ist der VW Eos. Der spritzige Motor gepaart mit der knackigen Schaltung hinterließ einen nahezu einwandfreien Eindruck.

  • Peugeot 307 CC
    80%
    über 2.000 Euro günstiger als die Konkurrenz
    weiche und teigige Schaltung
  • VW Eos
    90%
    spritzigster Motor im Test
    Fahrwerk teilweise zu hart für ein Cabriolet
  • VW Renault Mégane CC
    80%
    gute Beschleunigungswerte
    Fahrwerk bei Kanten und Rillen überfordert

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