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Pick me up: Der modellgepflegte Mazda BT-50 im Test

Der Pick-up kommt mit dezent verändertem Gesicht auf den Markt

Mazda BT-50 im Test

Isabell Stadler Isabell Stadler

Von: Isabell Stadler

17. Okt. 2008 um 11:57 Uhr

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Wenn sich junge Leute auf dem Land verabreden, heißt es ,Resi, i hold di mit meim Traktor ab". In den USA hören junge Frauen von ihrem John wohl eher ,Nancy, I pick you up with my Pick-up-Truck". In den vergangenen Jahren haben wir vieles von unseren Freunden in der neuen Welt übernommen: Teile der Sprache, Essgewohnheiten und Automobilformen. So ist es nur konsequent, wenn sich zu SUVs auch Pick-ups gesellen. Mazda präsentiert zum Herbst 2008 den modellgepflegten BT-50. Wir haben den japanischen Pritschenwagen einmal genauer unter die Lupe genommen.

Die 1.000er-Marke knacken
Im Jahre 2006 schickte Mazda den BT-50 erstmals ins Rennen. Über 60.000 Einheiten hat das Unternehmen inzwischen weltweit vom BT-50 verkauft. In Europa rollen mehr als 19.000 Exemplare über die Straßen. Deutschland liegt hier hinter Russland, Griechenland und Portugal in der Pick-up-Nachfrage auf dem vierten Platz. Rund 800 Fahrzeuge wurden bei uns laut Hersteller im ersten vollen Geschäftsjahr 2007 an den Mann gebracht. Ähnliche Zahlen erwarten die Japaner auch in diesem Jahr. Und damit 2009 vielleicht sogar die 1.000er-Marke geknackt werden kann, erhält der Mazda-Pick-up nun eine dezente Modellpflege.

Zwei Varianten in Deutschland
In Deutschland ist der BT-50 wie gehabt in zwei 4x4-Versionen mit zuschaltbarem Allradantrieb als L-Cab (Freestyle-Kabine) und als XL-Cab (Doppel-Kabine) in den Ausstattungslinien Midlands und Toplands erhältlich. Bei beiden Versionen können mindestens vier Personen Platz nehmen. Ein Highlight bei der Freestyle-Cab-Variante sind gegenläufig öffnende Türen, die den Hinterbänklern das Einsteigen erleichtern sollen. Als dritte Karosserievariante bietet Mazda das Regular Cab mit zwei Sitzen und großer Ladefläche an – allerdings nicht für den deutschen Markt.

Dezent geliftet
Das Facelift soll den Wagen auch für Privatleute und Freizeitsportler attraktiver machen. Allerdings muss man schon sehr genau hinschauen, um die Veränderungen zu erkennen. Die Frontpartie präsentiert sich nun als stilisiertes ,H" und der vordere einteilige Stoßfänger erhält eine auffälligere Optik. Der Grill und die Trapezform des unteren Lufteinlasses wurden etwas klarer herausgearbeitet. Zusätzlich bekommen die Frontscheinwerfer neue silberfarbene Einfassungen. Am Heck gibt es veränderte Leuchten und einen Ladegriff in Wagenfarbe. Auch die serienmäßigen 16-Zoll-Leichtmetallräder bei der gehobenen Toplands-Ausstattung wurden leicht modifiziert. Zusätzlich besteht beim modellgepflegten BT-50 nun die Auswahl zwischen elf verschiedenen Außenfarben.

Gleicher Motor wie beim Vorgänger
Wie beim Vorgänger sorgt ein 143 PS starker 2,5-Liter-Common-Rail-Diesel für Vortrieb. Das Triebwerk generiert ein maximales Drehmoment von 330 Newtonmeter, das bei 1.800 U/min anliegt. In 12,5 Sekunden drängt der BT-50 von null auf Tempo 100, bei ausreichenden 158 km/h stößt er an seine Leistungsgrenzen. Schneller möchten wir mit dem Ladewagen auch gar nicht unterwegs sein – und schon gar nicht unbeladen. Denn die hinteren Blattfedern und die starre Hinterachse sorgen dafür, dass Bodenwellen ungefiltert an die Passagiere weitergegeben werden. Nicht angeschnallt würden wir bei diesem Gehoppel sicher permanent mit dem Kopf ans Dach stoßen. Dieser konstruktionsbedingte Makel hat allerdings zwei Seiten, denn immerhin ist der Wagen für eine Zuladung von mindestens 1.115 Kilogramm bestimmt. Und wenn man den asiatischen Hauptmarkt des Pick-ups betrachtet, wo Fahrzeuge hoffnungslos überladen werden, verwundert diese Bauweise keineswegs.

Kein ESP erhältlich
Die Servolenkung ist Pick-up-typisch nicht zu direkt und so hat man auch offroad eine gute Kontrolle über das Fahrzeug. Außerdem sorgt der manuell zuschaltbare Allradantrieb für einen guten Grip auf unbefestigtem Terrain. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe, welches unsere Schaltbefehle ohne Rumzuzicken weitergibt. Negativ fällt auf, dass nach wie vor kein ESP – nicht einmal gegen Aufpreis – erhältlich ist. Serienmäßig werden aber alle BT-50-Versionen mit einem Sperrdifferenzial an der Hinterachse mit begrenztem Schlupf ausgestattet. Bei Schlupf wird so die auf die Hinterachse wirkende Kraft nach Bedarf auf beide Seiten verteilt. Der BT-50 gönnt sich 8,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer, bei einem CO2-Ausstoß von stolzen 244 Gramm pro Kilometer.

Hohe Ladekante
Kommen wir zu einem wichtigen Kriterium bei der Wahl eines Pick-ups: die Größe der Ladefläche. Die Version Freestyle-Cab bietet gute Ladeabmessungen von 1,75 Meter Länge, 1,46 Meter Breite. Mit diesen Ausmaßen kann man getrost einen kompletten Heißluftballon transportieren. Der Doppel-Kabiner mit vier Türen stellt konstruktionsbedingt eine etwas kleinere Fläche von 1,53 Meter Länge zur Verfügung – eine Europalette lässt sich aber dennoch befördern. Damit liegt der Mazda auf Mitstreiter-Niveau. Bei einem Mitsubishi L200 in der Version Club Cab ist die Ladefläche 1,81 Meter lang und 1,50 Meter breit, beim Doppelkabiner passen auf den japanischen Konkurrenten gerademal Gegenstände mit einer Länge von 1,33 Meter. Die Ladekante beim BT-50 ist mit 83 Zentimeter relativ hoch, der L200 allerdings toppt diesen Wert noch um 2,5 Zentimeter.

Kein Reisegefährt
Im Innenraum finden wir verhältnismäßig bequeme Sitze vor. Der Seitenhalt ist durchaus kommod und die Polsterung fängt die harten Stöße der Bodenwellen gut ab. Die Sessel beider Ausstattungslinien verfügen nun über einen karierten, schimmernden Stoff in der Sitzmitte. Auch über die Platzverhältnisse können wir uns nicht beklagen. In unserem Doppelkabiner-Testwagen haben vier erwachsene Personen Platz. Erstaunlicherweise ist die Kopf- und Beinfreiheit für alle Passagiere recht passabel. Obwohl man anmerken muss, dass sich der BT-50 in voller Besetzung sicherlich nicht als Reisegefährt eignet.

Zahlreiche praktische Ablageflächen
Die Bedienelemente sind puristisch gehalten. Viel Zeit für Schnickschnack oder schickes Design haben die Mazda-Designer bei der Cockpit-Gestaltung nicht aufgewendet. Dafür bietet der BT-50 zahlreiche Ablageflächen. Über dem Handschuhfach ist eine ausziehbare Ablage integriert, welche Gegenstände von bis zu zehn Kilogramm aufnehmen kann. Flaschen können in den Türen und vor dem Schaltknauf eingestellt werden. Für größeren Krimskrams wie Hammer, Schraubendreher oder eine Packung Nägel befindet sich ein weiteres geräumiges Ablagefach an der Mittelkonsole. Der Innenraum ist praktisch und gut. Lediglich die Verarbeitung der Drehschalter für Lüftung und Heizung geben uns Grund zur Kritik – bei genauerer Betrachtung wackeln sie gehörig in ihrer Verankerung hin und her. Neu hinzu kommt im Zuge der Modellpflege ein AUX-Anschluss für den Anschluss externer MP3-Player bei beiden Ausstattungslinien.

Absolut geländetauglich
Bei unserer Testfahrt durch das Umland von Dubrovnik hatten wir Gelegenheit, den Wagen auch auf seine Geländetauglichkeit hin zu überprüfen. Beim Durchqueren des eigens für uns Journalisten präparierten Offroad-Parcours stellten wir fest, dass der BT-50 mit seinem zugeschalteten Allradantrieb keineswegs ausgelastet ist. Souverän gräbt er sich durch kleinere und größere Schlaglöcher, auch eine voluminöse Pfütze meistert der Japaner ohne Murren. Die einzigen Klagen kommen von unseren Mägen, welche bei der Geländefahrt ordentlich durchgeschüttelt wurden.

Einstiegspreis: 25.000 Euro
Mazda bietet den BT-50 in der Basisversion Midlands als L-Cab für 25.000 Euro an, für das XL-Cab wollen die Japaner 26.900 Euro haben. Serienmäßig mit an Bord sind hier ABS, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, eine Sitzheizung für beide vorderen Sitze, eine wärmedämmende Colorverglasung sowie ein Audiosystem mit Radio-CD-Spieler und ein AUX-Anschluss. Die gehobene Ausstattung Toplands kostet 29.100 Euro in der Freestyle-Cab-Variante und 30.900 Euro als Doppel-Kabine. Hier gehören zusätzlich eine Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Alus, seitliche Trittbretter, abgedunkelte Scheiben hinten sowie ein Lenkrad, Schaltknauf und Handbremsgriff in Leder zur Serienausstattung.

Die Mitstreiter
Preislich liegt der BT-50 unter seinen Konkurrenten. Nur der Toyota Hilux bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau: als Xtra-Cab 24.990 Euro und als Double Cab 26.656 Euro. Der Mitsubishi L200 Club Cab ist für 25.690 Euro und als Double Cab für 27.290 Euro erhältlich. Der Ford Ranger, mit welchem sich der BT-50 die Basis teilt, schlägt mit 26.121 Euro für die Extrakabine und mit 27.251 Euro als Doppel-Kabine zu Buche.

Wertung

Preisliste

Mazda BT50 XL-Cab Toplands

Grundpreis: 30.900 Euro

Modell Preis in Euro BT50 L-Cab Toplands 29.100 BT50 XL-Cab Midlands 26.900 BT50 L-Cab Midlands 25.000

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie CD-Radio Serie Metalliclackierung Serie Leichtmetallfelgen Serie Nebelscheinwerfer Serie

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihenmotor, Common-Rail  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 2.499  Leistung in PS 143  Leistung in kW 105  bei U/min 1.800  Drehmoment in Nm 330  Antrieb Allradantrieb zuschaltbar  Gänge 5  Getriebe Schaltgetriebe  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.475  Spurweite hinten in mm 1.470  Radaufhängung vorn Doppel-Querlenker, Torsionsfedern  Radaufhängung hinten ungeteilte Hinterachse, Halbeliptikfedern, Anschlagpuffer  Bremsen vorn innenbelüftete Bremsscheiben  Bremsen hinten Trommelbremsen  Wendekreis in m 13,6  Räder, Reifen vorn 245/70 R16  Räder, Reifen hinten 245/70 R16  Lenkung Kugelumlauflenkung mit hydraulischer Servounterstützung  Geländekompetenz Böschungswinkel vorn in Grad 34  Böschungswinkel hinten in Grad 33  Rampenwinkel in Grad 22  Bodenfreiheit in mm 205  Maße und Gewichte Länge in mm 5.075  Breite in mm 1.805  Höhe in mm 1.755  Radstand in mm 3.000  Leergewicht in kg 1.865  Zuladung in kg 1.115  Kofferraumvolumen, variabel in Liter -  Anhängelast, gebremst in kg 3.000  Tankinhalt in Liter 70  Kraftstoffart Diesel  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 158  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 12,5  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 8,9  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 10,9  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 7,8  CO2-Emission in g/km 244  Schadstoffklasse Euro 4  Fixkosten Haftpflicht-Klasse 19  Teilkasko-Klasse 14  Vollkasko-Klasse 15  Garantie 3 Jahre bis maximal 100.000 Kilometer 

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