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VW Golf R Cabrio im Test: Der letzte Sechser
Bissige Optik
Schon bei der ersten Begegnung wird klar: dieser Golf meint es erst. Zum Sportfahrwerk inklusive Tieferlegung um 25 Millimeter gesellen sich Stoßfänger in Motorsportoptik, ein Heckspoiler in Wagenfarbe sowie Bi-Xenon-Scheinwerfer in schwarzen Gehäusen. Das Gesamtresultat steht auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern mit 225er-Bereifung. Also ein Auto für Angeber? Eher nicht, denn selbst der stärkste Golf hält sich optisch zurück. Das gilt ebenso für den Innenraum mit etwas mehr Chrom und Aluminium für die sportliche Note. Erstaunlich: Die bequemen Sportsitze können nur manuell verstellt werden.
Schippe drauf
Entscheidend ist vor allem das Triebwerk unter der Haube, welches den R von seinem GTI-Bruder unterscheidet. Hier kommt ein turboaufgeladener Zweiliter-Benzindirekteinspritzer der Baureihe EA 113 zum Einsatz. Soweit liegen GTI und R noch auf einer Wellenlänge, doch im Ober-Golf stehen ab 6.000 Umdrehungen 265 PS bereit, ein dickes Plus von 55 PS gegenüber dem GTI. Um diese Kraft auf die Straße zu bringen, ist ein Sechsgang-DSG immer serienmäßig an Bord.
Flotte Mütze
Also nichts wie ran an das recht glatt belederte Sportlenkrad und den DSG-Wählhebel auf D gestellt. Doch halt: Natürlich wollen wir den Golf R offen genießen. Das Stoffverdeck öffnet in fixen neun Sekunden bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Allerdings ist das Cabrio schneller als seine Mütze: Schon nach 6,4 Sekunden werden 100 km/h erreicht. In dumpfer Tonlage setzt sich das Golf R Cabrio in Bewegung, aber wo ist der erwartete Biss abgeblieben? In Stufe ,D" wartet die Maschine eine Gedenksekunde lang, um dann vehement loszustürmen. Der Schub kommt recht unvermittelt, die technischen Daten untermauern den subjektiven Eindruck. Erst zwischen 2.500 und 5.000 Umdrehungen liegt das maximale Drehmoment von 350 Newtonmeter an. Weil das DSG sehr früh hochschaltet, liegt die Drehzahl im Durchschnitt unter 2.000 Touren. Das bedeutet nicht nur Beißhemmung, es klingt auch so: Ein dumpfes Brummen nervt auf Dauer die Gehörgänge.
Die böse Seite
Dass der offene Golf R aber auch ganz anders kann, zeigt sich beim Wechsel in den S-Modus des DSG. Hier werden die Gänge später gewechselt, die blaue Nadel des Drehzahlmessers darf weit über die 3.000er-Marke huschen. Als Untermalung gibt es ein sportliches Grollen, der Turbobenziner versucht sich an V8-Musik. Besonders hübsch: Wird ein Gang heruntergeschaltet, schallt ein Sprotzeln im Zwischengas-Stil durch die links und rechts angebrachten Endrohre.
Schwer in Fahrt
Sowohl das Fahrwerk als auch die Lenkung des Golf R Cabrio wurden VW zufolge sportlich abgestimmt. Hinsichtlich des Fahrwerks mit hinterer Mehrlenkerachse ist dem zuzustimmen, der Wagen rollt straff und verbindlich über das Pflaster, prügelt seine Insassen aber nicht windelweich. Weich ist eher ein Stichwort für die Lenkung: Sie dürfte gerne noch exakter sein, besonders in der Mittellage ist sie zu indifferent. Verzichtbar ist die adaptive Fahrwerksregelung DCC mit ihrem Sport- und Komfortmodus. Wirklich fühlbare Auswirkungen auf Fahrwerk und Lenkung sind nur in Nuancen feststellbar. Serienmäßig baut VW die elektronische Differenzialsperre XDS ein. Sie hilft beim Kurvenräubern, doch insbesondere bei starker Beschleunigung kann das Golf R Cabrio seinen Frontantrieb nicht leugnen. Hinzu kommt ein nicht gerade geringes Leergewicht von 1.614 Kilogramm.
Fast einzigartig
Nichtsdestotrotz ist das VW Golf R Cabrio ein interessantes Angebot für leistungshungrige Fans des Wolfsburger Kompakten. In dieser Klasse gibt es kaum alternative Angebote, die wie der Golf R bei offenem Verdeck genügend Platz für vier Erwachsene und das mit 265 PS kombinieren. Am ehesten vergleichbar ist noch das ebenfalls ,alte" BMW 135i Cabrio, was für 45.500 Euro aber schon 306 PS und einen Reihensechszylinder bietet. Leistungsmäßig gleichauf liegt hingegen der 48.291 Euro teure Porsche Boxster. Er bietet zwar auch 265 PS, weist aber nur zwei Plätze auf. Exakt 43.325 Euro ruft VW für das Golf R Cabrio auf, immerhin fast 10.000 Euro mehr als für ein GTI Cabrio mit DSG. Als Gegenwert gibt es eine reichhaltige Serienausstattung, zu der beispielsweise Ledermöbel plus Sitzheizung vorne zählen, aber auch eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Trotzdem ist noch reichlich Raum für Aufpreise, zum Beispiel beim Paket von Tempomat und Windschott für 450 Euro. Mindestens 665 Euro müssen für ein Navigationssystem der jüngst abgelösten Gerätegeneration hingelegt werden.
Wertung
Preisliste
|
VW Golf R Cabrio |
|
| Grundpreis: | 43.325 Euro |
| Ausstattungen | Preis in Euro |
| ABS | Serie |
| ESP | Serie |
| ASR | Serie |
| Airbag Fahrer | Serie |
| Airbag Beifahrer | Serie |
| Seitenairbags vorn | Serie |
| elektr. Fensterheber vorn | Serie |
| elektr. verstellbare Außenspiegel | Serie (inklusive Heizung) |
| Klimaautomatik | Serie (Zwei-Zonen) |
| Zentralverriegelung mit Fernbed. | Serie |
| Automatikgetriebe | Serie |
| Bildschirmnavigation | 665 |
| CD-Radio | Serie |
| MP3 | Serie |
| Metalliclackierung | 525 |
| Leichtmetallfelgen | Serie (18 Zoll) |
| Sitzhöheneinstellung | Serie (Fahrer und Beifahrer) |
| Tempomat | 230 |
| Lederausstattung | Serie |
| Xenonlicht | Serie |
| Nebelscheinwerfer | Serie |
| Adaptive Fahrwerksregelung | 990 |
| Rückfahrkamera | 280 |
Datenblatt
| Motor und Antrieb | |
| Motorart | Benziner mit Turboaufladung und Direkteinspritzung |
| Zylinder | 4 |
| Ventile | 4 |
| Hubraum in ccm | 1.984 |
| Leistung in PS | 265 |
| Leistung in kW | 195 |
| bei U/min | 2.500-5.000 |
| Drehmoment in Nm | 350 |
| Antrieb | Frontantrieb |
| Gänge | 6 |
| Getriebe | Doppelkupplungsgetriebe |
| Fahrwerk | |
| Spurweite vorn in mm | 1.535 |
| Spurweite hinten in mm | 1.517 |
| Radaufhängung vorn | McPherson-Achse |
| Radaufhängung hinten | Mehrlenkerachse |
| Bremsen vorn | Scheiben innenbelüftet |
| Bremsen hinten | Scheiben innenbelüftet |
| Wendekreis in m | 10,9 |
| Räder, Reifen vorn | 225/40 R18 |
| Räder, Reifen hinten | 225/40 R18 |
| Lenkung | elektromechanisch mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung |
| Maße und Gewichte | |
| Länge in mm | 4.266 |
| Breite in mm | 1.782 |
| Höhe in mm | 1.405 |
| Radstand in mm | 2.578 |
| Leergewicht in kg | 1.614 |
| Zuladung in kg | 461 |
| Kofferraumvolumen in Liter | 250 |
| Tankinhalt in Liter | 55 |
| Kraftstoffart | Super |
| Fahrleistungen / Verbrauch | |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 250 |
| Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden | 6,4 |
| EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km | 8,2 |
| EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km | 11,0 |
| EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km | 6,5 |
| CO2-Emission in g/km | 190 |
| Schadstoffklasse | Euro 5 |
| Fixkosten | |
| Garantie | 2 Jahre |
Bildergalerie: Schneller Sechser
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