Der neue Suzuki Swift Sport im Test

Die Straßen im Hinterland von Barcelona machen Spaß: enge Kurven, wenig Verkehr und man kann richtig schön Gas geben. Mit einem Kleinwagen sollte man allerdings etwas vorsichtig sein. Nicht jede der scharfen Biegungen ist mit einer Leitplanke gesichert. Und dahinter geht es oft sehr abrupt und sehr steil den Abhang hinunter. Mit dem neuen Suzuki Swift Sport hatten wir jedoch keine Angst, aus der Kurve zu fliegen. Denn der kleine Flitzer liegt sicher auf dem Asphalt – auch bei hohem Tempo.

Kein Verstecken hinter dem Polo GTI?
Die Sportversion ist gleichzeitig das Topmodell der Baureihe, jeder zehnte Swift-Käufer entscheidet sich dafür und das soll auch so bleiben. Wichtigstes Kaufkriterium war in der Vergangenheit das Design und das überzeugt auch bei der Neuauflage. Der ausschließlich als Dreitürer erhältliche Swift Sport bekommt einen schicken, aber nicht aufdringlich wirkenden Sportdress verpasst. Spoiler vorne, Diffusor hinten, dazu Seitenschweller, ein Dachspoiler und 17-Zoll-Aluräder – von außen muss sich der kleine Japaner nicht hinter einem Polo GTI oder einem Skoda Fabia RS verstecken. Auch das Interieur präsentiert sich aufgewertet. Ein Sport-Lederlenkrad, Alupedale und rote Ziernähte verhelfen dem ohnehin ansprechenden Innenraum zu einer etwas individuelleren Note.

Eng geschnittene Sportsitze
Immer mit an Bord sind Sportsitze für Fahrer und Beifahrer. Sie sind sehr eng geschnitten, was bei schmal gebauten Personen zu sehr guter Passform führt. Insassen mit breiterer Statur werden sich hingegen nicht so ganz wohl fühlen. Zwangsläufig überschaubar ist im 3,89 Meter kurzen Sport-Swift das Platzangebot im Fond – sowohl für die Beine als auch für den Kopf. Knapp bemessen ist zudem der Kofferraum. 211 Liter Gepäck passen hinein, wenn es über die hohe Kante gewuchtet worden ist. Zwei herkömmliche Trolleys und somit Wochenendgepäck kommt allerdings unter. Bei umgelegter Rücksitzlehne stehen maximal 860 Liter zur Verfügung – Stufe im Ladeboden inklusive.

Alter Motor überarbeitet
Für Vortrieb sorgt im neuen Swift Sport ein alter Bekannter: Der 1,6-Liter-Benziner kam bereits im Vorgänger zum Einsatz, wurde nun aber grundlegend überarbeitet. Resultat ist die bei fast allen Herstellern gültige Devise ,mehr Leistung, weniger Verbrauch". Im Swift Sport stehen nun elf PS und zwölf Newtonmeter mehr zur Verfügung. 136 PS sind für einen rund 1.100 Kilogramm schweren Kleinwagen eine ordentliche Leistungsausbeute. Entsprechend flott lässt sich der handliche Wagen steuern – vor allem, wenn man ihn hochtourig fährt. Aus dem Drehzahlkeller kommt das Vierzylinder-Triebwerk etwas behäbig. Somit dürfte sich der von 7,0 auf 6,4 Liter gesenkte Normverbrauch im Alltag nur schwer realisieren lassen. Einige Konkurrenten erreichen bei vergleichbarer Leistung aber sogar eine Fünf vor dem Komma.

Einziger Swift mit sechs Gängen
Erfreulich ist hingegen, dass die Sportversion als einziger Swift eine Sechsgang-Schaltung verpasst bekam. Für den Spurt von null auf Tempo 100 benötigt der Nippon-Flitzer 8,7 Sekunden, bei 195 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Antriebsseitig spielt der Swift Sport damit nicht in der Liga eines Polo GTI, der im Datenblatt 6,9 Sekunden und 229 km/h ausweist. Doch der VW hat schließlich auch 180 PS unter der Haube. Gut zu Gesicht stünde dem Swift Sport jedoch ein sportlicherer Sound. Denn trotz zwei dicker Endrohre kommt der Geräuschpegel vorrangig vom etwas brummigen Motor und weniger über die Abgasanlage. Gut gefällt uns das Sportfahrwerk, das eine satte Straßenlage und ein souveränes Kurvenhandling erlaubt. Das Fahrzeug wurde im Vergleich zum Vorgänger aber weniger straff und somit alltagstauglicher ausgelegt.

Kein vergleichbarer Kleinwagen ist günstiger
18.490 Euro verlangt Suzuki für den neuen Swift Sport. Die 790 Euro Aufpreis gegenüber dem Vorgänger werden durch den zusätzlichen sechsten Gang, einen USB-Anschluss, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Bi-Xenonscheinwerfer mehr als wettgemacht. Doch auch darüber hinaus glänzt der Swift Sport durch eine Vollausstattung, die unter anderem sieben Airbags, eine Klimaautomatik, eine Sitzheizung, ein CD-Radio und sogar eine serienmäßige Metallic-Lackierung umfasst. Ausstattungsbereinigt gibt es laut Suzuki keinen Kleinwagen, der bei vergleichbarer Leistung günstiger ist.

Wertung

  • ★★★★★★★★☆☆
  • Suzuki zeigt mit dem Swift Sport einmal mehr, womit die Marke zu punkten weiß: ein absolut überzeugendes Preis-/Leistungsverhältnis. Das bedeutet in diesem Fall nicht ,wenig Geld für wenig Auto", sondern ,angemessenes Geld für eine Topausstattung". Auf der Habenseite verbucht die Sportversion vor allem ihr dynamisches Design und den kompletten Serienumfang. Das ,Sport"-Label verdient sich die Topversion auch durch ein gutes Fahrwerk. Der Antrieb hält das, was die reinen Zahlen versprechen. Schon aufgrund der deutlich geringeren Leistung spielt der Swift Sport aber natürlich nicht in derselben Liga wie ein Polo GTI, ein Fabia RS oder ein MiTo Quadrifoglio Verde.

  • Antrieb
    80%
    136 PS, die halten was sie versprechen
    aus dem Drehzahlkeller etwas behäbig
  • Fahrwerk
    80%
    alltagstaugliche Abstimmung, souveräne Kurvenlage
    etwas indifferente Lenkung
  • Karosserie
    85%
    sportlich-dynamischer Auftritt
    mäßiges Platzangebot, kleiner Kofferraum
  • Kosten
    90%
    serienmäßige Vollausstattung
    ausstattungsbereinigt Günstigster seiner Klasse

Preisliste


Suzuki Swift Sport

Grundpreis: 18.490 Euro
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie
Klimaautomatik Serie
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
CD-Radio Serie
MP3 Serie
Metalliclackierung Serie
Leichtmetallfelgen Serie (17 Zoll)
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat Serie
Xenonlicht Serie
Nebelscheinwerfer Serie
Knieairbag Fahrer Serie
Sportsitze vorn Serie
Sitzheizung vorn Serie
Multifunktions-Lederlenkrad Serie
Edelstahl-Pedale Serie
USB-Anschluss Serie
schlüsselloses Zugangs- und Startsystem Serie
Lichtsensor Serie
Sportfahrwerk Serie
Bluetooth-Freisprecheinrichtung Serie
Heckscheibe und hintere Seitenfenster abgedunkelt Serie

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Ottomotor 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.586 
Leistung in PS 136 
Leistung in kW 100 
bei U/min 4.400 
Drehmoment in Nm 160 
Antrieb Frontantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.470 
Spurweite hinten in mm 1.475 
Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung mit Dreiecksquerlenkern und McPherson-Federbeinen 
Radaufhängung hinten Verbundlenkerachse mit Schraubenfedern 
Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben, 272 mm 
Bremsen hinten Scheiben, 259 mm 
Wendekreis in m 10,4 
Räder, Reifen vorn 195/45 R17, 6,5 x 17 
Räder, Reifen hinten 195/45 R17, 6,5 x 17 
Lenkung Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung 
Maße und Gewichte
Länge in mm 3.890 
Breite in mm 1.695 
Höhe in mm 1.510 
Radstand in mm 2.430 
Leergewicht in kg 1.120 
Zuladung in kg 360 
Kofferraumvolumen in Liter 211 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 860 
Anhängelast, gebremst in kg 1.000 
Tankinhalt in Liter 42 
Kraftstoffart Super 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 195 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 8,7 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,4 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,4 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,2 
CO2-Emission in g/km 147 
Schadstoffklasse Euro 5 
Fixkosten
Haftpflicht-Klasse 16 
Teilkasko-Klasse 23 
Vollkasko-Klasse 21 

Gallery: Der neue Swift Sport