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Gut gegrillt, Hyundai!
Neuer Hyundai Tucson mit Turbo-Otto und DKG im Test

Henry Dinger 
Von: Henry Dinger
30. Jun. 2015 um 13:45 Uhr
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Aus Raider wurde Twix, aus dem Hyundai Tucson der ix35 – und nun kommt dessen komplett neue Generation wieder als Tucson. Warum? ,Tucson und Santa Fe sind US-Städte – das klingt nach Abenteuer und Robustheit und passt zu unseren SUVs", sagt Hyundai-Deutschland-Chef Markus Schrick. Deswegen hat man sich entschieden, den ix35 wieder umzubenennen. So hieß er übrigens nur in Europa, um zur ,i"-Nomenklatur zu passen. Das hat für ein bisschen Verwirrung gesorgt, weil es auch einen ix20 gibt – und das ist ein Minivan. Bereits vor geraumer Zeit wurde deswegen schon der ix55 in Santa Fe zurückgetauft – und auch das klingt schöner.
In fast allen Maßen gewachsen
Fürs Aussehen des Tucson ist Hyundais Design-Chef Peter Schreyer verantwortlich, und der hat seinen Job gut gemacht. Auf den ersten Blick denkt man, dass der Koreaner die Konkurrenz grillen will – ein entsprechendes Riesen-Teil dominiert die Front. Das kompakte SUV wirkt viel selbstbewusster als der ix35, denn auch Seitenlinien und Heckkanten wurden nachgeschärft. Der muskulösere Auftritt liegt auch an den neuen Maßen, denn im Vergleich zum Vorgänger hat der Tucson kräftig zugelegt: Er ist fast sieben Zentimeter länger und drei Zentimeter breiter geworden, im Gegensatz dazu aber auch einen Zentimeter flacher. Das formt natürlich die Figur athletischer.
Cockpit kräftig umgestaltet
Richtig gut gefällt uns das neue Cockpit. Hier hat sich Hyundai bei Form, Funktion und Qualität mächtig ins Zeug gelegt. Wer immer noch am jahrealten Vorurteil klebt, Hyundai sei ein Billigheimer, sollte sich wirklich mal in einem neuen Modell umschauen und staunen. Die Materialien wirken wertig, sind gut verarbeitet und fühlen sich gut an. Bei den Schaltern wurde endlich aufgeräumt: So wird der optionale Allradantrieb nun in der Mittelkonsole bedient – dort, wo man den Knopf auch sucht. Das aufpreispflichtige Navigationsgerät hat einen größeren Monitor bekommen und lässt sich nun einfacher handhaben.
Viel Platz im Fond
Es sitzt sich mit schön viel Platz nach allen Seiten auf gut gepolstertem und auf Wunsch belüft- und beheizbarem Gestühl. Im Reiseabteil eine Reihe weiter hinten können wir uns mit guter Kniefreiheit räkeln – hier ist der um drei Zentimeter gewachsene Radstand spürbar. Und: Die Lehnen der Rückbank lassen sich in der Neigung verstellen, das kann auf langen Fahren sehr angenehm sein. Dass für Freizeit und Wochenendeinkauf ein 513-Liter-Kofferraum zur Verfügung steht (der nun sogar von einer elektrisch öffnenden Klappe bedeckt werden kann), spricht natürlich ebenso für den Tucson wie das maximale Stauvolumen von 1.503 Liter. Ein VW Tiguan bietet 490 bis 1.510 Liter.
Neuer Motor, neues Getriebe
Für den Tucson werden zwei Otto-Aggregate (132 und 177 PS) und drei Dieselmaschinen (116, 136 und 185 PS) angeboten. Bis auf die Einstiegsvarianten lassen sich alle mit dem Vierradantrieb buchen. Die Motoren sind weitestgehend aus dem Vorgänger ix35 bekannt, wurden aber überarbeitet. Völlig neu ist jedoch ein 177 PS starker 1,6-Liter-Turbobenziner, der den Zweiliter-Otto ablöst. In Verbindung mit Allradantrieb kann der Vierzylinder (als einziger Motor im Tucson) mit einem neuen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt werden.
Kultivierter Vierzylinder
Mit der Kombination aus Turbo-Otto und DKG bekommt man ein stimmiges Gesamtpaket. Vom Start weg schiebt die Maschine das SUV souverän und gleichmäßig kräftig nach vorn. Der Vierzylinder läuft kultiviert und bleibt auch in mittleren Touren schön leise im Hintergrund, nur beim Vollgas nach dem Kickdown klingt er etwas angestrengt. Das Doppelkupplungsgetriebe – übrigens ein Hyundai-Eigengewächs in Kooperation mit Magna Steyr – schaltet sanft und nahezu ruckfrei. Die Fahrleistungen sind ordentlich und für ein SUV für den Alltags-Einsatz angemessen: Mit 9,8 Sekunden auf Tempo 100 und 201 km/h Spitze sind wir zufrieden. Beim Verbrauch veranschlagt Hyundai 7,5 Liter – wir lagen beim ersten Test mit einem Streckenmix aus City, Landstraße und Autobahn bei 9,9 Liter am Bordcomputer.
Fahrwerk deutlich verbessert
Einen Quantensprung hat der Tucson vor allem bei der Fahrwerksabstimmung gemacht, auch wenn es nach wie vor kein adaptives Dämpfersystem gibt. Kurze Querrillen sind zwar immer noch am Hintern spürbar, der Abrollkomfort und die Wankstabilität in Kurven haben sich im Vergleich zum Vorgänger wesentlich gebessert. Auch die Lenkung wurde fühlbar direkter eingestellt, könnte aber in Mittellage durchaus noch mehr Feedback von der Straße vermitteln. In Verbindung mit dem DKG oder der für die Diesel verfügbaren Sechsgang-Automatik lassen sich per Druck auf eine Sporttaste Lenkung und Getriebeschaltzeiten nochmals schärfen – einen großen Unterschied spüren wir aber nicht.
Allrad sperrbar
Nichts geändert wurde im Vergleich zum Vorgänger am Allradsystem: Bei normaler Fahrt treiben nur die Vorderräder das Auto an. Wenn sie die Traktion verlieren, werden bis zu 50 Prozent der Kraft blitzschnell an die Hinterachse geschickt. Bis zu 40 km/h kann die Kraftverteilung auf Knopfdruck auch im Verhältnis 50:50 gesperrt werden. Beim Freizeit-Einsatz auf rutschigen Wald- und Wiesenwegen kommt man damit gut voran.
Viele Assistenten neu
Noch einmal kräftig zugelegt hat der Tucson bei den Assistenzsystemen, die optional oder serienmäßig an Bord sind. Hier ist nun beinahe alles zu haben, was das Herz begehrt. ,Beinahe" deshalb, weil zwar ein Auffahrwarnsystem mit Notbremsassistent dabei sein kann, aber kein Abstandstempomat. Dafür sind jetzt je nach Ausstattung ein Toter-Winkel-Assistent, eine Verkehrzeichenerkennung, ein automatischer Einparkassistent und ein Querverkehr-Warnsystem fürs Rückwärts-Ausparken dabei. Es gibt sogar einen Spurhalteassistenten, der gegenlenkt, wenn man ohne zu Blinken über eine Linie fahren will. Allerdings sollte Hyundai hier nochmal nachbessern: Das System spricht sehr schnell an und reagiert mit sanften Druck im Lenkrad, auch wenn wir der weißen Linie nur nahe kommen. Dadurch wirkt die Steuerung etwas unruhig.
Ab 22.400 Euro
Der Einstiegs-Tucson kommt mit Frontantrieb, Handschaltung und 132 PS starkem 1,6-Liter-Saugbenziner für 22.400 Euro in der Ausstattung Classic. Sie bietet immerhin 16-Zoll-Alus, eine Klimaanlage, einen Lichtsensor und ein Radio. Bei ,Trend" sind dann schon Abbiegelicht, eine Klimaautomatik, Sitzheizungen, ein beheizbares Lederlenkrad und LED-Rückleuchten dabei. Der von uns gefahrene Tucson mit 177-PS-Turbo-Otto, DSG und Allradantrieb kostet in der Top-Ausstattung Premium 36.400 Euro, hat dafür aber auch alle erwähnten Assistenzsysteme, ein Navi, Digitalradio, eine elektrische Parkbremse, ein Schlüssellos-System, elektrisch verstellbare Sitze, LED-Scheinwerfer und 19-Zoll-Felgen dabei. Wie viel die Features einzeln kosten, hat Hyundai noch nicht mitgeteilt, eine ausführliche Preisliste wird es erst kurz vor dem Verkaufsstart am 10. Juli 2015 geben.
Wertung
-
★★★★★★★★★☆
Hyundai hat in den vergangenen Jahren bei Verarbeitung, Design und Technologie einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. Das zeigt sich auch beim Tucson. Dass der Nachfolger des ix35 einen neuen (alten) Namen bekommen hat, ist nett, aber der geringste Unterschied. Innen und außen ist das Auto viel gefälliger geworden und wächst somit mehr zur Gefahr für Konkurrenten wie den VW Tiguan heran. Der Koreaner hat zudem technisch aufgeholt: Er ist nun auch mit Turbobenziner und Doppelkupplungsgetriebe zu haben – und fährt damit recht gut. Dass es im Vergleich zum ix35 Verbesserungen an Fahrwerk und Lenkung gab, sind ebenso Pluspunkte wie die gewachsene Anzahl an modernen Assistenten.
+ viel Platz vorn und hinten, kultivierter Motor, viele Assistenten
- kein adaptives Fahrwerk buchbar, kein Abstandstempomat, Lenkung in Mittellage wenig Feedback von der Straße
-
Antrieb
90%
-
Fahrwerk
90%
-
Karosserie
95%
-
Kosten
90%
Preisliste
Hyundai Tucson 1.6 Turbo 4WD DKG Trend
Grundpreis: 31.350 Euro
Modell Preis in Euro Hyundai Tucson 1.6 Turbo 4WD DKG Premium 36.400 Hyundai Tucson 1.6 Turbo 4WD DKG Style 34.050
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaautomatik Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe Serie Bildschirmnavigation (Serie ab Style) CD-Radio Serie MP3 Serie elektr. Schiebedach Preis noch nicht bekannt Metalliclackierung Preis noch nicht bekannt Leichtmetallfelgen Serie (17-Zoll bei Trend) Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat Serie Lederausstattung Preis noch nicht bekannt Kurvenlicht (Serie: Abbiegelicht) Nebelscheinwerfer Serie
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Reihen-Turbo-Otto Zylinder 4 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.591 Leistung in PS 177 Leistung in kW 130 bei U/min 1.500-4.500 Drehmoment in Nm 265 Antrieb Allradantrieb, permanent Gänge 7 Getriebe Doppelkupplungsgetriebe Kraftverteilung variabel Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.620 (16-Zoll-Reifen) Spurweite hinten in mm 1.631 (16-Zoll-Reifen) Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung, McPherson-Federbeine, Stoßdämpfer, Schraubenfedern, Stabilisator Radaufhängung hinten Einzelradaufhängung, Multilenkerachse, Stoßdämpfer, Schraubenfedern, Stabilisator Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet (305 mm) Bremsen hinten Scheiben (302 mm) Wendekreis in m 10,8 Räder, Reifen vorn 215/70 R16 Räder, Reifen hinten 215/70 R16 Lenkung elektrisch unterstützte Zahnstange Geländekompetenz Böschungswinkel vorn in Grad 17,2 Böschungswinkel hinten in Grad 23,9 Rampenwinkel in Grad 18,6 Maße und Gewichte Länge in mm 4.475 Breite in mm 1.850 Höhe in mm 1.645 (ohne Reling) Radstand in mm 2.670 Leergewicht in kg 1.609 Zuladung in kg 420-581 Kofferraumvolumen in Liter 513 Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.503 Anhängelast, gebremst in kg 1.900 Dachlast in kg 100 Tankinhalt in Liter 62 Kraftstoffart Super Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 201 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,8 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 7,5 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 9,2 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,5 CO2-Emission in g/km 175
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