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Subaru BRZ (2017): Überarbeitete Version im Winter-Test
Quer sieht mehr

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
19. Jan. 2017 um 12:31 Uhr
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Es lebt sich mitunter gut in der Nische: Die Allradspezialisten von Subaru geben das sogar offen zu und feiern sich trotzdem. Erstmals hat man weltweit eine Million Fahrzeuge jährlich verkauft, besonders die USA mögen Subaru. Parallel dazu wurde der neue Impreza in Japan zum ,Auto des Jahres" gewählt. Doch bis er (vermutlich im Sommer 2017) auch zu uns kommt, sieht es mit echten Neuheiten der Marke eher mau aus. Als Trostpflaster gibt es ein Facelift des seit 2012 angebotenen BRZ. Grund genug, dem einzigen Subaru ohne Allradantrieb auf den Zahn zu fühlen.
Flacher Zenit
Der 4,24 Meter lange Sportwagen basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen Subaru und Toyota. Dort wird der BRZ zum GT86 und bekommt ebenfalls eine Überarbeitung. Sie soll die sehr überschaubaren Verkaufszahlen beider Autos in Deutschland ankurbeln. Im Jahr 2016 wurden laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) lediglich 299 GT86 an den Mann gebracht, der BRZ wird noch nicht einmal eigenständig gelistet und taucht unter den 73 ,sonstigen" Subaru auf. Übrigens weist der Name BRZ auf das technische Konzept hin: Boxermotor plus Hinterradantrieb (Rear Wheel Drive). Das Z steht für den ,Zenit" beim Fahrspaß. Haben wir es also mit einer völlig unterschätzten Spaßgranate zu tun?
Cayman des kleinen Mannes
Nach wie vor vertritt der von Subaru entwickelte Zweiliter-Boxer mit 200 PS die inzwischen seltene Schule des Saugmotors. Erst zwischen 6.400 und 6.600 Touren stehen die maximalen 205 Newtonmeter Drehmoment an. Kein Knaller also, aber die hohe Laufruhe überzeugt im Alltag. Oberhalb von 4.000 Umdrehungen schmeichelt ein Soundgenerator den Ohren. Und auch wenn der Motor vorne nahe in Richtung des Fahrers montiert ist, möchte man sagen: Hier kommt der Porsche Cayman des kleinen Mannes. Modifiziert wurden für 2017 die Federraten und die Stoßdämpfer, gleichzeitig hat man den hinteren Stabilisator verstärkt.
Neuer Blick
Richten wir unser Augenmerk auf die Änderungen am BRZ: Neu sind serienmäßige LED-Scheinwerfer, eine modifizierte Frontschürze sowie Rückleuchten mit LED-Technik. Hinzu kommen 17-Zoll-Alus im neuen Zehn-Speichen-Design. Auch um den bislang nicht gerade hochwertig eingerichteten Innenraum hat man sich gekümmert. Sowohl die Türverkleidungen als auch das Armaturenbrett erhalten neue Materialien, teilweise mit roten Kontrastnähten. In der Topausstattung sind zudem Leder-/Alcantara-Sportsitze samt BRZ-Logo und Heizung an Bord. Zu den beiden Analoginstrumenten gesellt sich ein 4,2 Zoll großer LCD-Bildschirm. In ihm befindet sich nicht nur die Tankuhr, sondern je nach Interesse eine Stoppuhr oder ein G-Monitor zur Anzeige der Längs- und Querbeschleunigung. Das Lederlenkrad wurde etwas kompakter und weist jetzt Bedientasten auf. Wer das Automatikgetriebe wählt, bekommt zusätzlich noch Schaltwippen ans Volant geklemmt.
Aufpassen beim Anfassen
Doch so nett das neue Multifunktionslenkrad auch sein mag, spätestens beim Driften offenbaren sich seine Nachteile: Im Fall von starker und schneller Lenkarbeit erwischen die Finger schon mal eine Taste und aktivieren zum Beispiel versehentlich die Spracheingabe. Letztere ist Bestandteil des Starlink-Systems von Subaru, welches sich auf dem nun 6,2 Zoll messenden Touchscreen befindet und auch das Smartphone einbindet.
Theken-Geflüster
Zunächst muss sich aber erst einmal der Fahrer in den BRZ einbinden. Die Sitzposition ist wie der Fahrzeugschwerpunkt tief, so dass man in den gut konturierten Sitz hineinplumpst. Danach allerdings fühlt man sich bestens in das Cockpit integriert. Der Blick nach hinten zeigt den jetzt serienmäßigen Heckspoiler (hilfreich beim Einparken) und Rücksitze, die eher als zusätzliche Ablage anzusehen sind. Werden die Lehnen umgeklappt, erweitert sich der Kofferraum von 243 auf 330 Liter.
Tanz auf dem Schnee
Aber wer sich einen Subaru BRZ zulegt, macht dies gewiss nicht aus praktischen Gründen. Form und Fahrspaß heißen die beiden wirklich wichtigen F-Wörter. Speziell der letzte Punkt zeigt sich im finnischen Schnee eindrücklich: Je nach eingestelltem Modus giert der BRZ förmlich nach Drifts. Dazwischen steht das VDC genannte Stabilitätsprogramm mit jetzt vier Modi: Der zweistufige Sport-Modus wurde zu einem Track-Modus zusammengelegt. Er lässt leichtes Übersteuern bei engagierter Kurvenfahrt zu, ermöglicht aber auch rennähnliche Starts. Soll heißen: Hier können sich auch weniger Driftbegabte an die Kunst des Querfahrens herantasten, im Zweifelsfall wirft das VDC gerade noch rechtzeitig den Anker. Generell lässt sich der BRZ problemlos zum Drift überreden. Im ultimativen Modus ohne VDC und deaktivierter Differentialsperre (nur beim Schaltgetriebe) ist viel Arbeit am Lenkrad gefordert. Ziemlich schnell wackelt der Hintern des Subaru, es bedarf eines Könners am Gaspedal, um schöne Kreise zu ziehen.
Kein preiswertes Vergnügen
Leider driftet auch die Preisgestaltung des BRZ sehr ordentlich: Los geht es bei 32.400 Euro, wer lieber eine Sechsstufen-Automatik möchte, zahlt 1.550 Euro zusätzlich. Gewiss, der BRZ ist in seiner neuesten Ausbaustufe sehr gut ausgestattet, darunter mit einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Aber benötigt man all das für reinen, unverfälschten Fahrspaß? Bei Toyota ist man anderer Ansicht und bietet den baugleichen GT86 mit weniger Luxus schon für 29.990 Euro an. Und selbst dann wird es für beide Modelle nicht einfach, denn den brandneuen Mazda MX-5 RF gibt es ab 29.890 Euro. Er hat zwar ,nur" 160 PS unter der Haube, kann aber auch offen gefahren werden.
Wertung
-
★★★★★★★★☆☆
Fraglos ist der Subaru BRZ ein Spaßbringer erster Güte und ein fahrdynamischer Lichtblick in Zeiten immer autonomerer Autos. Als Klotz am Bein dürfte sich aber die ziemlich selbstbewusste Preisgestaltung erweisen. In diesen Regionen gibt es genügend Konkurrenz durch ,Hot Hatches", ein BMW 2er Coupé oder auch einen gebrauchten Porsche Cayman.
+ unmittelbares Fahrerlebnis, laufruhiger Motor, gute Gewichtsverteilung
- mäßiges Drehmoment, Materialqualität innen, hoher Preis
-
Antrieb
85%
-
Fahrwerk
90%
-
Karosserie
80%
-
Kosten
75%
Preisliste
BRZ Sport
Grundpreis: 32.400 Euro
Modell Preis in Euro Sport+ 34.400
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaautomatik Serie (zwei Zonen) Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe 1.550 Metalliclackierung 550 Leichtmetallfelgen Serie (17 Zoll) Tempomat Serie Lederausstattung 2.590
LED-Scheinwerfer Serie
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Benziner mit Direkteinspritzung in Boxer-Bauweise Zylinder 4 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.998 Leistung in PS 200 Leistung in kW 147 bei U/min 6.400 - 6.600 Drehmoment in Nm 205 Antrieb Hinterradantrieb Gänge 6 Getriebe Schaltgetriebe Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.520 Spurweite hinten in mm 1.540 Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung Radaufhängung hinten Doppelquerlenker Bremsen vorn Scheiben innenbelüftet Bremsen hinten Scheiben innenbelüftet Wendekreis in m 10,8 Räder, Reifen vorn 215/45 R17 Räder, Reifen hinten 215/45 R17 Lenkung elektromechanische Servolenkung Geländekompetenz Bodenfreiheit in mm 120 Maße und Gewichte Länge in mm 4.240 Breite in mm 1.775 Höhe in mm 1.320 Radstand in mm 2.570 Leergewicht in kg 1.243 Zuladung in kg 427 Kofferraumvolumen in Liter 243 Kofferraumvolumen, variabel in Liter 330 Tankinhalt in Liter 50 Kraftstoffart Super Plus Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 226 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 7,6 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 7,8 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 10,4 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,3 CO2-Emission in g/km 180 Schadstoffklasse Euro 6 Fixkosten Garantie 5 Jahre oder 160.000 km
Lesen Sie auch:
- Der Toyota GT86 im Test
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Bildergalerie: Quer sieht mehr
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