Toyotas neuer V8-Supersportwagen könnte extrem selten sein
Trotz der angeblich niedrigen Stückzahl könnte der GR GT eine schärfere Version und sogar eine Targa-Variante hervorbringen
Ein tragfähiges Geschäftsmodell für einen Supersportwagen zu entwickeln, ist schwierig. Es braucht viel Rechenarbeit, um Vorgesetzte und Controller davon zu überzeugen, dass sich ein solches Projekt lohnt. Der GR GT ist ein stark maßgeschneidertes Produkt, das mit keinem bestehenden Toyota-Modell etwas gemeinsam hat. Das Entwicklungsteam musste also quasi bei null anfangen.
Allerdings konnten Skaleneffekte erzielt werden, da das neue Performance-Flaggschiff im Grunde ein Homologationsmodell des GR-GT3-Rennwagens ist. Trotzdem dürften die Entwicklungskosten enorm gewesen sein. Zuletzt hatten die Japaner bei Sportwagenprojekten Joint Ventures mit anderen Autobauern bevorzugt, um Kosten zu senken. Die letzte Supra war eng mit dem BMW Z4 verwandt, während der GR86 gemeinsam mit Subaru entwickelt wurde.
Wie bei jedem respektablen Supersportwagen dürften auch die Produktionszahlen des GR GT niedrig ausfallen. Wie niedrig? Japans Magazine X berichtet (via Car Sensor), dass nur rund 500 Exemplare gebaut werden sollen – der GR GT wäre damit so selten wie der legendäre Lexus LFA.
Ob diese geringe Stückzahl ausreicht, um die Investition wieder reinzuholen, weiß nur Toyota. Und wo wir schon beim LFA sind: Viele vergessen, dass Lexus sich beim Verkauf des V10-Supersportlers schwergetan hat, auch wenn nur 500 Exemplare entstanden. Beim heutigen Kultstatus des Modells eigentlich unvorstellbar. Hoffentlich läuft es im Interesse des Mutterkonzerns für den neuen Mittelmotor-Boliden besser – das wird allerdings stark vom Preis abhängen.
Vermutlich kostet er mehr als 200.000 US-Dollar
Als der einzige Supersportwagen von Lexus 2010 auf den Markt kam, lag der Einstiegspreis bei 375.000 Euro. Toyota hat die Preise für den GR GT noch nicht veröffentlicht, deutet aber bereits an, dass es schon in die Richtung "200.000 Euro Plus" gehen dürfte. Dass er so teuer wird wie der LFA, ist nicht anzunehmen. Letzterer soll übrigens noch in diesem Jahrzehnt als vollelektrischer Supersportwagen zurückkehren.
Kommen wir auf den Bericht von Magazine X zurück: Für den GR GT dürfte es wohl nicht bei einer einzigen Modellvariante bleiben. Das Medium erwähnt eine „abgestimmte Version“, was darauf hindeuten könnte, dass sie mit einem aggressiver auftretenden Prototypen zusammenhängt, der kürzlich bei Testfahrten auf der Nordschleife gesichtet wurde. Ob es sich dabei um eine Art Track Package oder ein vollwertiges GRMN-Modell handelt, ist derzeit reine Spekulation.
Ein GR GT Targa ist wohl denkbar
Damit nicht genug. Toyota plant angeblich eine dritte straßenzugelassene Variante des GR GT mit Targa-Dach, die möglicherweise den Namen Aero Top zurückbringen könnte. Unklar ist, ob sie ein manuell herausnehmbares Dachteil oder ein elektrisch versenkbares Dach erhalten würde. Angesichts des Coupé-Designs scheint allerdings kaum genügend Platz für einen Klappdach-Mechanismus vorhanden zu sein – es sei denn, Toyota würde das Heck umfassend überarbeiten. Das würde die Kosten jedoch weiter erhöhen.
Wir würden darauf wetten, dass der Targa ein abnehmbares Dachpanel bekommt und das Heck unverändert bleibt – ganz wie früher beim Supra Aero Top. Vermutlich gäbe es zudem einen speziellen Stauraum für das Dach, falls plötzlich Regen einsetzt.
Geduld ist also gefragt, denn der reguläre GR GT wird laut Toyota erst „um 2027“ auf den Markt kommen. Schärfere Derivate könnten später im Lebenszyklus folgen.
Toyota GR GT
Motor1 meint: Auch wenn ein Toyota für mehr als 200.000 Euro schwer zu verkaufen sein dürfte, ist der GR GT alles andere als ein gewöhnlicher Camry oder RAV4. Mit einem 4,0-Liter-Biturbo-V8, exotischem Design und direkter Verbindung zum Motorsport bringt er alle Zutaten mit, um bei zahlungskräftigen Enthusiasten gut anzukommen.
Eine kompromisslosere Version und ein offenes Modell würden die Erfolgschancen zusätzlich erhöhen. Offiziell sind GRMN und Aero Top allerdings erst dann, wenn Toyota sie bestätigt. So oder so kann das reguläre Coupé kaum früh genug kommen – zumal uns vor einigen Jahren mit dem GR Super Sport Concept bereits ein echtes Hypercar in Aussicht gestellt wurde, das bekanntlich nie Realität geworden ist.
Quelle: Magazine X via Car Sensor
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