Ferrari liebt die Luce-Hasser
Ferraris Marketingdirektor ist mit den starken Reaktionen auf das hochkontroverse Elektroauto „sehr zufrieden“.
Der Ferrari Luce hat seit seinem Debüt Ende Mai für starke Reaktionen gesorgt - um es freundlich auszudrücken. Er sieht anders aus als alles, was der Hersteller bislang gebaut hat, und die Kritik am Design hat den italienischen Autobauer gleichermaßen überrascht und erfreut.
In einem Interview mit Edmunds sagte nun Emanuele Carando, Ferraris globaler Marketingdirektor, dass der Hersteller auf polarisierende Reaktionen auf den Luce vorbereitet gewesen sei. Womit das Unternehmen jedoch nicht gerechnet habe, sei das „Ausmaß“ der Kritik – verärgert habe Carando das aber nicht.
Er sagte der Publikation, dass er als Marketingdirektor mit den Reaktionen sogar „sehr zufrieden“ sei, und ergänzte, dass jeder Ferrari liebe „und jeder das Recht hat, etwas dazu zu sagen“.
Trotz der heftigen Reaktionen hat Ferrari-CEO Benedetto Vigna das erste batterieelektrische Fahrzeug des Unternehmens verteidigt. Er erklärte wenige Tage nach dem Debüt, dass es „großes Interesse“ gebe.
Dazu zählen auch neue Kunden, von denen einige bereits Anzahlungen geleistet haben. Ende vergangenen Monats hieß es in einem Bericht, Ferrari habe das für China vorgesehene Luce-Kontingent bereits ausverkauft, obwohl man weiterhin Bestellungen annimmt.
Kritik am Ferrari Luce
Kurz nachdem Ferrari den Luce vorgestellt hatte, kritisierte der frühere Unternehmenschef Luca di Montezemolo, der von 1991 bis 2014 Vorstandsvorsitzender war, das Auto. Er sagte, seine wahren Gedanken würden „Ferrari einen Bärendienst erweisen“.
Er ergänzte, das Auto laufe Gefahr, „eine Legende zu zerstören“, und hoffe, „dass sie zumindest das springende Pferd vom Auto entfernen“. Di Montezemolo ging sogar so weit zu sagen, der Luce werde „mit Sicherheit ein Auto sein, das wenigstens die Chinesen nicht kopieren werden“, womit er auf die Bereitschaft des asiatischen Landes anspielte, westliche Designs zu plagiieren.
Selbst an der Wall Street zeigte man sich unzufrieden mit Ferraris erstem Elektroauto. In den USA fielen die Aktien des italienischen Autobauers am Morgen nach der Vorstellung des Luce um 4,6 Prozent – inzwischen haben sie sich wieder erholt.
Motor1 meint: Ferrari gibt sich beim Luce zwar ausgesprochen zuversichtlich, möglicherweise geht es aber auch darum, nach außen Haltung zu bewahren. Einen ersten Hinweis darauf, wie groß das tatsächliche Interesse am Elektroauto ist, gibt es Ende Juli, wenn der Hersteller seine Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht – dann wird sich auch im Netz zeigen, wie beliebt das Modell wirklich ist.
Quelle: Edmunds
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