Hyundai Santa Fe (2027): Erlkönig zeigt radikale Glättung
Weniger Kante, neues Gesicht – der Hyundai Santa Fe korrigiert seinen polarisierenden Kurs
Als Hyundai im Jahr 2023 die fünfte Generation des Santa Fe für das darauffolgende Modelljahr von der Leine ließ, ging ein spürbares Raunen durch die Automobilwelt. Die radikal blockartige Geometrie markierte einen massiven Bruch mit dem eher fließend gestalteten Vorgänger. Ziel war es, dem großen SUV eine unverwechselbare Identität einzuhauchen – ein Plan, der zwar aufging, das Publikum jedoch tief in zwei Lager spaltete.
Sowohl die wuchtige Frontpartie als auch das steil abfallende Heck mussten sich im realen Marktgeschehen einiges an Kritik gefallen lassen. Zwar zogen die Verkaufszahlen durch Kunden, die gezielt nach geometrischen Designthemen suchten, anfangs an, doch schon im Laufe des Jahres 2025 flachte die Kurve merklich ab.
Die Konkurrenz behielt mit weniger polarisierenden Linien oft die Nase vorn. Hyundai reagiert nun ungewöhnlich schnell: Frische Erlkönigbilder von Erprobungsfahrten in großer Höhe zeigen ein tiefgreifendes Facelift, das gezielt auf das Feedback des Marktes eingeht.
Design: Abschied vom "Chunky"-Look hin zum "Art of Steel"
Dass wir überhaupt so detaillierte Blicke auf den für das Modelljahr 2028 erwarteten Santa Fe werfen können, verdanken wir den Testbedingungen in dünner Höhenluft. Um eine ausreichende Luftzufuhr und Kühlleistung für die Aggregate zu gewährleisten, sahen sich die Testingenieure offensichtlich gezwungen, die schwere Tarnung an der Fahrzeugfront ein gutes Stück zurückzurollen.
Das Ergebnis der optischen Korrektur ist deutlich: Hyundai verabschiedet sich von der Land-Rover-artigen Schürze und richtet das SUV nach der Designphilosophie „Art of Steel“ neu aus. Damit schlägt das Modell die Brücke zur Formensprache der zweiten Nexo-Generation, die 2025 vorgestellt wurde. Anstelle des bisherigen, massiven Kühlergrills rückt ein eleganteres, fließend integriertes Layout.
Das Gesicht wird von geteilten Scheinwerfereinheiten dominiert, bei denen die Hauptscheinwerfer weiter unten im komplett neu geformten Stoßfänger sitzen. Flankiert werden sie von vertikalen Tagfahrleuchten, die die Fahrzeugbreite betonen und eine deutlich schlankere Lichtsignatur erzeugen.
Bildergalerie: Hyundai Santa Fe Facelift (2027) Erlkönig
An den Flanken eliminieren geglättete horizontale Zierleisten die optische Schwere des aktuellen Modells. Ein noch größerer Befreiungsschlag wartet am Heck: Die tief sitzenden, oft kritisierten Rückleuchten wandern auf den Friedhof der Automobilgeschichte. Sie weichen vertikalen Leuchtenclustern, die über ein durchgehendes Leuchtenband miteinander verbunden sind. Im Zuge dieser Transformation wandert auch die Kennzeichenmulde an eine neue Position.
Cockpit und Infotainment: Einzug des "Pleos Connect"
Auch im Innenraum bleibt der Santa Fe nicht unangetastet. Hyundai nutzt die Modellpflege für eine umfassende Modernisierung des Arbeitsplatzes. Die wichtigste Neuerung betrifft die Konnektivität: Das SUV übernimmt das moderne „Pleos Connect“-Infotainment, das unlängst im frisch überarbeiteten Elantra debütierte und eine spürbar flüssigere Bedienung sowie aktuellste Software-Funktionen in die Kabine bringen soll.
Antriebe: Mechanische Korrektur einer Schwachstelle
Ein Blick in die jüngere Historie des seit dem Jahr 2000 angebotenen Santa Fe zeigt, dass Hyundai mit der aktuellen fünften Generation (Baureihencode MX5) antriebstechnisch in Europa stark auf Elektrifizierung setzt. Hierzulande wird das SUV-Flaggschiff von einem 1,6-Liter-Turbobenziner angetrieben, der als Vollhybrid (HEV) mit einer Systemleistung von 215 PS (jüngst im Modelljahr 2026 auf 239 PS angehoben) oder als Plug-in-Hybrid (PHEV) mit 253 PS beziehungsweise 288 PS vorfährt. Beide Hybrid-Varianten nutzen für die Kraftübertragung ein bewährtes Sechsgang-Automatikgetriebe, das auch nach dem Facelift unverändert im Dienst bleiben wird.
Für globale Märkte außerhalb Europas hat der südkoreanische Automobilhersteller jedoch eine weitreichende mechanische Korrektur angekündigt. Die dort angebotene Variante mit dem 2,5-Liter-Reihenvierzylinder-Turbo trennt sich von ihrem bisherigen Doppelkupplungsgetriebe.
Zahlreiche Kundenbeschwerden über ein ruckeliges Anfahrverhalten im Stadtverkehr und unharmonische Schaltvorgänge bei niedrigen Geschwindigkeiten haben den Autobauer zum Umdenken bewogen: Künftig sorgt in den reinen Verbrenner-Modellen eine klassische Wandlerautomatik mit acht Fahrstufen für den standesgemäßen Komfort.
Wann das große Facelift des Santa Fe zu den Händlern rollt, ist noch nicht raus. Wir rechnen mit einer Markteinführung im Laufe des Jahres 2027.
Auch interessant
Neuer Hyundai Elantra debütiert mit kantigem Design
Der McLaren W1 (2026) im Test: Der nächste Schritt zur Größe
Hyundai Elantra (2027) erwischt: Wieder Mittelklasse für Europa?
Der neue BMW X5 hat vier "Xe" im Gesicht
Hyundai Kona (2027) als Erlkönig erwischt: Radikale Kante
Mazda deutet an: Der neue MX-5 wird wohl der letzte mit Benzinmotor sein
Hyundai bringt neuen i20, aber nur für Brasilien