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Der Lotus Emira bekommt bald mehr Leistung und weniger Gewicht

In nur wenigen Wochen fallen die Hüllen. Zieht ein V8 unter die Karosserie?

Lotus Emira
Bild von: Lotus

Ein neuer V8-Supersportwagen steht im Zentrum von Lotus’ heute vorgestellter Geschäftsstrategie "Focus 2030". Doch bis der "Type 135" im Jahr 2028 erscheint, wird zunächst ein anderes Sportwagenmodell enthüllt. Der zu Geely gehörende Hersteller will in den kommenden Wochen eine überarbeitete Emira vorstellen. Technische Daten sind bislang noch nicht bekannt – klar ist aber: Es soll der leistungsstärkste und leichteste Emira aller Zeiten werden.

Der (oder die) 2022 eingeführte Emira wird derzeit mit einem turboaufgeladenen 2,0-Liter-Vierzylinder aus dem AMG-Regal sowie einem größeren 3,5-Liter-Kompressor-V6 von Toyota angeboten. Da Lotus zum künftigen Antrieb noch nichts sagt, könnte man spekulieren, dass die Ingenieure in Norfolk einen der beiden bestehenden Motoren weiterentwickelt haben. Doch was, wenn nicht – und stattdessen ein ganz anderes Aggregat zum Einsatz kommt?

Bildergalerie: Erste Fahrt im Lotus Emira (2024)

In einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen vor einem Jahr sagte Lotus-CEO Qingfeng Feng, man prüfe "derzeit die Machbarkeit des V8". Ob das Projekt inzwischen grünes Licht bekommen hat, bleibt abzuwarten. Falls ja, wäre es naheliegend, die Emira mit einer Variante jenes Achtzylinders auszurüsten, der auch für den ersten Supersportwagen der Marke vorgesehen ist. Ironischerweise könnte der Schritt zum größeren V8 aus der Not heraus erfolgen: Der V6 lässt sich offenbar nicht so anpassen, dass er die Euro-7-Vorgaben erfüllt.

Bild von: Lotus

Emira mit AMG-V8?

Lotus wird kaum einen größeren Motor komplett neu entwickeln, sondern dürfte auf einen Zulieferer zurückgreifen. Sollte es so kommen, passt ins Bild: Mercedes-AMG arbeitet an einem neuen V8 – und es läge nahe, ihn in die Emira zu integrieren. Dass der Konzernchef öffentlich von dieser Möglichkeit spricht, deutet darauf hin, dass ein V8 grundsätzlich in den Motorraum passen könnte, obwohl die Emira ursprünglich nur für Vier- und Sechszylinder ausgelegt wurde.

Unabhängig davon, welcher Motor letztlich eingesetzt wird, ist bei der kräftigeren Emira ein Plug-in-Hybrid-System äußerst unwahrscheinlich. Lotus kündigt an, Gewicht zu sparen – ein Elektromotor samt Batteriepaket würde genau das Gegenteil bewirken. Zum Vergleich: Die aktuelle V6-Version wiegt in europäischer Spezifikation 1.458 Kilogramm, die Turbo-Vierzylinder-Variante ist geringfügig leichter.

Die Zukunft der Emira gilt als gesichert

Ein V8 würde gegenüber den bisherigen Versionen zwangsläufig Masse hinzufügen – doch die Ingenieure dürften das Know-how haben, um das Mehrgewicht zu kompensieren. Abseits der technischen Details wirkt die Zukunft des in Großbritannien gebauten Sportwagens gesichert: Lotus erklärt, die "Emira-Kontinuität ist bestätigt". Eigentlich sollte sie das letzte reine Verbrennermodell sein – mit Blick auf 2028, als die gesamte Modellpalette vollständig elektrisch werden sollte.

Dieses Elektro-Ziel wurde inzwischen jedoch aufgegeben, und es sieht so aus, als werde die Emira noch viele Jahre weiterlaufen. Lotus kombiniert bereits einen Verbrennungsmotor mit einem Modell, das ursprünglich rein elektrisch gedacht war: dem Eletre. Das erste SUV der Marke erhält für eine China-Version mit dem fragwürdigen Namen "Lotus For Me" einen Plug-in-Hybrid-Antrieb mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder. Der 699 kW (951 PS) starke PHEV soll im 4. Quartal 2026 nach Europa kommen – hoffentlich unter einem besseren Namen.

Lotus Eletre: Das Exterieur

Lotus Eletre: Das Exterieur

Angesichts der wenigen verbliebenen, konsequent auf Fahrspaß ausgelegten Sportwagen ist es beruhigend, dass Lotus die Zukunft der Emira abgesichert hat. Mehr Leistung bei geringerem Gewicht macht das Mittelmotor-Performance-Coupé noch attraktiver. Eine reine V8-Version würde sie als preislich zugänglichere Alternative zu exotischen Schwergewichten von McLaren und Ferrari positionieren.

Selbst wenn es am Ende bei einem der bisherigen Motoren bleibt: Wir sind gespannt, wie Lotus die Emira nach vier Jahren am Markt auf das nächste Level heben will.