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Bentley Flying Spur: Zweites Facelift am Nürburgring erwischt

Noch ein Facelift für den britischen Luxus-Liner – Erlkönig verrät erste Details

Bentley Flying Spur (2026) Erlkönig
Bild von: Automedia

Schwer vorstellbar, dass man nicht hin und weg ist, wenn man mal das Vergnügen hatte, einen Bentley Flying Spur zu bewegen. Ich hatte zuletzt im Sommer vergangenen Jahres das Glück. Formensprache und gerade das Interieur der Luxuslimousine suchen ihresgleichen. Auch nach inzwischen gut sieben Jahren Bauzeit. Deswegen haben die Briten wohl beschlossen, die Lebenszeit ihres Flaggschiffs nochmal zu verlängern. Zumindest suggerieren das kürzlich gesichtete Erlkönige. 

Und warum auch nicht? Wer himmlischen Luxus sucht und ein Interieur, das nach wie vor beispiellose Eleganz und Qualität der zeitgeistigen Display-Flut vorzieht, kommt am fliegenden Sporn kaum vorbei. Zumal mit dem letzten großen Facelift (Bentley spricht von einem neuen Modell) ein hervorragender 4,0-Liter-Hybrid-V8 Einzug hielt. Aktuell wahlweise mit 680 oder 782 PS Systemleistung. 

Bildergalerie: Bentley Flying Spur (2026) Erlkönig

Unsere Erlkönigfotografen haben einen neuen Prototyp des Flaggschiffs nun bei Testfahrten auf dem Nürburgring erwischt, und unter der Tarnfolie zeichnen sich interessante Veränderungen ab.

Historisch gesehen ist der Flying Spur ein echtes Schwergewicht im Portfolio. Die aktuelle Generation wurde optisch von Stefan Sielaff geprägt – dem Mann, der auch beim Audi A7, dem Mercedes CLS und zuletzt bei Zeekr seine Spuren hinterließ. Technisch nutzt der Bentley die MSB-Plattform des Volkswagen-Konzerns, die wir auch vom Porsche Panamera kennen.

Dass man diese Basis nun so lange wie möglich melkt, dürfte vor allem darin begründet sein, dass man dem Braten bezüglich einer rein elektrischen Luxus-Limousine nicht mehr traut. Auch Bentley hatte letztes Jahr einen Kursschwenk zurück zu einer konservativeren Antriebspolitik verkündet. 

Die optischen Retuschen am Erlkönig sind subtil. Der Teufel steckt, wie so oft bei Bentley, im Detail. Auffällig sind vor allem die Scheinwerfer: Obwohl sie mit Aufklebern getarnt sind, die die aktuelle Vier-Augen-Optik imitieren sollen, verbirgt sich darunter sehr wahrscheinlich das neue Einzelscheinwerfer-Design des letztes Jahr gelifteten Continental GT.

Auch der Grill scheint ein neues Muster zu erhalten, während die Frontschürze komplett umgestaltet wird. Sie wirkt durch einen breiteren unteren Lufteinlass und neue Belüftungsöffnungen unter den Scheinwerfern etwas präsenter. Die ikonische „Flying B“-Kühlerfigur bleibt dem Wagen glücklicherweise erhalten.

Bildergalerie: Bentley Flying Spur (2025) in Cumbrian Green over Opalite

Am Heck geht das Versteckspiel weiter. Die Rückleuchten sind großflächig abgeklebt, was auf eine neue Leuchtgrafik hindeutet. Zudem dürften der hintere Stoßfänger und der Diffusor-Bereich überarbeitet werden, um den Flying Spur optisch fit für die nächsten Jahre zu machen.

Im Innenraum ist das Testfahrzeug noch stark verhüllt, was erfahrungsgemäß auf ein Technik-Update hindeutet. Wir rechnen hier zwar nicht mit einer Revolution des grundlegend sehr eleganten Layouts, aber neue Displays und vor allem eine modernisierte Software sind nach gut sieben Jahren Bauzeit überfällig. Das berühmte „Rotating Display“ in der Mitte des Armaturenbretts wird uns aber sicher erhalten bleiben.

Unter dem Blech dürfte es weiteren Fahrwerksfeinschliff geben. Bei den Antrieben ist noch unklar, wie tiefgreifend die Änderungen ausfallen. Im Prinzip sind die beiden erhältlichen PHEVs noch recht frisch und auch technisch auf der Höhe. Man darf gespannt sein, wie lange der Flying Spur in dieser Form noch seine Runden drehen darf, bevor er endgültig in den Ruhestand geht.