Die BMW i3 Limousine wird in China gestreckt und sehr grün
Der i3 mit langem Radstand ist größer als das globale Modell und hat normale Türgriffe
Kenner wissen es wahrscheinlich: Eine BMW i3 Limousine ist für China nichts Neues. Am 31. März 2022 wurde die chinesische Langversion (G28) des aktuellen Verbrenner-3er auch als vollelektrischer BMW i3 eDrive35L vorgestellt. Die Produktion erfolgte in Shenyang bei BMW Brilliance Automotive ausschließlich für den chinesischen Markt.
Der Absatz von BMW in China ist in den vergangenen Jahren trotzdem zunehmend ins Rutschen geraten – doch die Münchner Premiummarke will mit einer neuen Welle an Neue-Klasse-Modellen gegensteuern. Noch vor dem öffentlichen Debüt später in dieser Woche auf der Auto China 2026 in Peking zeigt der neue i3 in der Langversion, die der Großteil der Welt nicht kaufen können wird.
Bildergalerie: 2026 BMW i3 mit langem Radstand (China)
Optisch wirkt vieles vertraut, dennoch fallen sofort einige wichtige Details auf. Abgesehen von den größeren hinteren Türen verzichtet der China-i3 auf die ausfahrbaren Türgriffe seines globalen Pendants. Das war keine Designentscheidung von BMW, sondern eine kurzfristige Anpassung, um eine neue Vorschrift in China zu erfüllen, die vollständig bündig ausgeführte Türgriffe de facto untersagt.
Auffällig: Neben den C-Säulen ist im glänzend schwarzen Kunststoff ein M-Emblem eingraviert. Das wirkt überraschend, denn hier geht es um eine eher nüchterne Variante, den i3 50 xDrive. Die Neue-Klasse-Designsprache soll eigentlich vereinfachen, doch BMW scheint in China einen anderen Weg zu gehen. Zur Abgrenzung leuchtet das M beim Entriegeln des Fahrzeugs. Auch hübsch: das Grün-Metallic.
Der verlängerte i3 kommt auf einen Radstand von über drei Meter und liegt damit über dem des 5er. Allerdings gibt es auch den 5er in China als Langversion – Teil von BMWs Portfolio an Modellen, die Segmentgrenzen verwischen. Selbst SUVs wurden in einem Markt mit Langradstand-Varianten bedacht, in dem Beinfreiheit im Fond weiterhin ein zentrales Verkaufsargument ist.
BMW nennt eine beeindruckende Reichweite von über 1.000 Kilometern, wobei der zugrunde liegende CLTC-Zyklus als deutlich großzügiger gilt als WLTP (hier sind es 900 km) und die US-EPA-Norm. Dennoch soll der i3 in China eine klassenführende Reichweite bieten. Wie das internationale Modell unterstützt die elektrische Limousine 400-kW-Laden; bei voller Leistung reichen 10 Minuten, um Energie für 400 Kilometer (CLTC) nachzuladen.
BMW hat Modelle mit langem Radstand traditionell China vorbehalten, doch das beginnt sich seit einigen Jahren zu ändern. Der neue iX3 als LWB ist bereits für mehrere weitere Regionen bestätigt – daher ist nicht auszuschließen, dass die Limousine irgendwann ebenfalls anderswo auftaucht. Die meisten Märkte werden jedoch die Versionen mit Standardradstand ohne Option auf die längeren Pendants erhalten.
BMW i3 Limousine mit langem Radstand (China)
Die gestreckte Karosserie beeinträchtigt die Proportionen des i3 nicht – er wirkt ebenso athletisch wie die Version mit normalem Radstand (2,90 Meter). Viele Käufer dürften diese teilversenkten Türgriffe sogar bevorzugen und hätten vermutlich auch gegen den zusätzlichen Radstand nichts einzuwenden. Trotzdem bleibt das Ganze meist eine unerreichbare Versuchung – ähnlich wie beim 5er/i5 mit langem Radstand.
Ob BMWs Schub an China-zentrierten Modellen die Trendwende schafft, bleibt abzuwarten. Bei der richtigen Preispositionierung in einem hart umkämpften Markt könnten sie zumindest helfen, den Absatzrückgang zu bremsen. Im Innenraum wirkt das stark bildschirmorientierte Neue-Klasse-Setup klar auf chinesische Vorlieben zugeschnitten.
Trotz mehrerer schwieriger Jahre bleibt China der größte Einzelmarkt des Unternehmens und kam 2025 inklusive Mini auf einen Anteil von 25,4 Prozent am Gesamtabsatz. Die BMW Group verkaufte dort im vergangenen Jahr rund 626.000 Fahrzeuge – deutlich weniger als 2021, als BMW und Mini zusammen etwa 847.900 Einheiten auslieferten. Mit iX3 und i3 in der Pipeline hofft München, diese Lücke zu schließen.
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