Ferraris erstes E-Auto könnte deutlich teurer werden als erwartet
Ferrari-Insider behaupten, dass der Luce weit mehr als der Purosangue mit V12 kosten wird
Wir sind nur noch etwas mehr als einen Monat von einem Tag entfernt, den viele nie für möglich gehalten hätten: der Enthüllung eines elektrischen Ferrari. Der Luce ist allerdings schon lange in der Pipeline – Maranello hatte ihn Jahre im Voraus angekündigt. Vom Innenraum gab es bereits ein paar Einblicke (siehe unser Titelbild, während das Exterieur unter einer an den „Breadvan“ erinnernden Tarnung erprobt wird, um das Design zu kaschieren.
Parallel zu den spärlichen Informationen des Unternehmens selbst tauchen weiterhin Gerüchte zum Preis auf. Im Juni 2024 berichtete Reuters, der Luce solle im Heimatmarkt bei über 500.000 Euro starten. Ferrari wies die Behauptung umgehend zurück und erklärte, der endgültige Preis sei noch nicht festgelegt. Nun legt ein neuer Bericht von Bloomberg nahe, dass der Luce sogar noch teurer werden könnte.
Unternehmensnahe Quellen sollen der Nachrichtenagentur gesagt haben, dass Ferrari einen vorläufigen Einstiegspreis von rund 550.000 Euro angesetzt habe. Der endgültige Listenpreis könne jedoch um 10 Prozent nach oben oder unten abweichen. Sollte sich die Zahl bestätigen, wäre der Luce damit ganze 100.000 Euro teurer als der V12-befeuerte Purosangue.
Auch wenn Ferraris erstes Elektroauto kein SUV sein wird, soll es hintere Türen und Rücksitze bieten. Erwartet wird eine Grand-Tourer-Karosserie, möglicherweise mit einer großen Heckklappe statt eines klassischen Kofferraumdeckels. Hinzu kommt ein komplett neues Interieur, das analoge und digitale Elemente kombiniert und gemeinsam mit LoveFrom entwickelt wurde – dem Kreativkollektiv des früheren Apple-Designchefs Sir Jony Ive.
Ferrari Luce: Lenkrad und Cockpit
Sollte der kolportierte Einstiegspreis von 550.000 Euro zutreffen, wäre der Luce das teuerste neue Elektroauto außerhalb der Supercar- und Hypercar-Liga. Er würde damit selbst hochpreisige Stromer wie den Rolls-Royce Spectre, den Lucid Air Sapphire und den Porsche Taycan Turbo GT übertreffen.
Ferrari hatte bereits betont, Kunden müssten den Luce nicht kaufen, um Zugang zu den seltensten Sondermodellen mit Verbrennungsmotor zu erhalten. Schon ohne Extras würde der berichtete Preis das E-Modell dennoch an die Spitze der Modellpalette rücken. CEO Benedetto Vigna zeigt sich weiterhin überzeugt vom Erfolg und sagte zuletzt, das frühe Feedback sei "sehr positiv".
Ferrari Luce 2026, der Innenraum
Auch wenn Ferrari sich zu konkreten Preisen nicht äußern will, deutet die Konstanz der Berichte, die den Luce bei über 500.000 Euro verorten, darauf hin, dass an den Angaben etwas dran sein könnte. Der hohe Preis unterstreicht das Selbstverständnis der Marke, einen solchen Aufschlag durchsetzen und trotzdem Käufer finden zu können – selbst bei einem Elektroauto, das mit Jahrzehnten Verbrenner-Tradition bricht.
Ferrari und Rolls-Royce sind zudem nicht die einzigen Hersteller der Oberklasse, die auf Elektromobilität setzen. Bentley ist nur noch wenige Monate von der Enthüllung seines "Urban SUV" entfernt – dem ersten Serienmodell der Marke ohne Benzinmotor. Während Ferrari und Bentley in den E-Markt einsteigen, wird die Liste der Ultra-Luxusmarken ohne Elektroauto immer kürzer. Aston Martin und Lamborghini gehören zu den wenigen, die noch fehlen.
Quelle: Bloomberg (hinter Bezahlschranke)
Auch interessant
Ferrari Purosangue Handling Speciale: Dynamik-Update für den V12
Euro NCAP schlägt Alarm: Gefährliche Sicherheitslücke beim MG3
Ferraris erstes Elektroauto ist so schnell, dass man Hilfe von der NASA brauchte
Ineos Grenadier Trialmaster X vereint Offroad-Extrem mit Luxus
Ferrari Amalfi Spider vs. Porsche 911 Turbo S Cabriolet: Föhn-Duell
Mazda will mit neuem CX-3 ab 2027 mehr Stückzahlen erzielen
Ferrari, Lamborghini, Aston Martin: Wer liegt vorn?