Mercedes erklärt, wo der V12 überlebt und wo er tot ist
Der größte Motor der Schwaben ist aus Europa und anderen Märkten verschwunden
Die Zeichen standen schon seit einiger Zeit auf Abschied – nun ist es offiziell. Mercedes-Benz stellt den Zwölfzylinder in den Märkten der Europäischen Union ein. Der 6,0-Liter-Biturbo fällt damit strengeren Emissionsvorschriften zum Opfer. Gegenüber Motor1 erklärte ein Unternehmenssprecher, dass die bevorstehende Einführung der Euro-7-Norm den Zwölfzylinder in Europa faktisch aus dem Programm drängt.
Es sind nicht nur die Kunden innerhalb der EU, die sich vom „M 279“-Motor verabschieden müssen. Auch Länder, die sich am europäischen Certificate of Conformity (CoC) orientieren, verlieren den größten Verbrenner, den Mercedes aktuell anbietet. Nicht-EU-Staaten wie Island, Liechtenstein und Norwegen werden ebenfalls ohne V12 auskommen müssen. Darüber hinaus verabschieden sich Indien und weitere Regionen von dem majestätischen Aggregat, das vor mehr als einem Jahrzehnt eingeführt wurde.
Das offizielle Mercedes-Statement lautet wie folgt:
"Unser klares Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Mercedes-Benz- und Mercedes-Maybach-Modelle die höchsten Ansprüche unserer Kunden erfüllen. Wir entwickeln unsere Modelle und Motoren kontinuierlich weiter und überprüfen unser Portfolio regelmäßig für spezifische Märkte. Zudem halten wir sämtliche geltenden Standards, einschließlich EU7, gewissenhaft ein."
"Deshalb ist in den europäischen und CoC-Märkten sowie in einigen weiteren Märkten wie Indien der überarbeitete V8 künftig der neue Top-Motor. Er leistet außergewöhnliche 450 kW – das entspricht der Leistung des aktuellen V12. Wir sind überzeugt, dass dieser Motor Fahrkomfort und Performance bietet, die eines Maybach würdig sind."
Der Mercedes-V12 bleibt in einigen Regionen erhalten
Der V12 bleibt in den wichtigsten Maybach-Märkten – etwa China, den USA und im Nahen Osten – weiterhin im Angebot. Interessant: Die Bezeichnung S 680 soll weltweit beibehalten werden, obwohl in einigen Regionen ein V8 zum Einsatz kommt und in anderen der V12 bleibt. Die Logik dahinter: Die Achtzylinder-Version ist inzwischen genauso leistungsstark wie das größere Pendant.
Allerdings hat der in den USA angebotene S 680 weiterhin einen Vorteil. Sein V12 leistet 630 PS – also 18 PS mehr als der V8. Zudem verschaffen ihm 900 Nm Drehmoment einen Vorsprung von 50 Nm gegenüber dem kleineren Motor.
V12-Limousinen: Kaum noch Auswahl
Hinzu kommt natürlich das Prestige einer Zwölfzylinder-Limousine – einer der wenigen, die 2026 überhaupt noch verfügbar sind. Der Bentley Flying Spur mit W12 ist verschwunden, und Volkswagen Phaeton sowie Audi A8 mit demselben Motor sind längst Geschichte. BMW hat den V12 mit dem Ende der vorherigen 7er-Generation eingestellt, auch wenn das Triebwerk bei Rolls-Royce Ghost und Phantom weiterhin eingesetzt wird.
Mercedes-Maybach S-Klasse (2026)
Motor1 meint: Es überrascht nicht, dass der V12 aus Märkten mit zunehmend strenger Gesetzgebung verschwindet. Je größer der Motor, desto anfälliger ist er dafür, aus dem Programm zu fallen – es sei denn, die Hersteller gehen konsequent in Richtung Elektrifizierung. Die Maybach S-Klasse ist allerdings ein Nischenprodukt; in einen hochkomplexen Hybrid-V12-Antrieb zu investieren, hätte daher wenig Sinn ergeben.
Der „M 279“ ist nicht der einzige V12 aus dem Hause Mercedes. Zwar baut die Performance-Tochter AMG seit Jahren keine „65“-Modelle mehr, doch der Pagani Utopia nutzt weiterhin den „M 158“ aus Affalterbach, der jedoch von HWA gebaut und geliefert wird.
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