Ford F-150 Lightning: Der schnellste Pick-up auf der Nordschleife
Der SuperTruck blieb locker unter der Sieben-Minuten-Marke
Mit einer Zeit von 6:43.482 Minuten hat der Ford F-150 Lightning SuperTruck auf dem Nürburgring die fünftschnellste Prototypenrunde der Geschichte absolviert. Der SuperVan 4.2 folgte kurz darauf mit 6:48.393 Minuten auf Rang sieben. Für Ford ist das mehr als ein Rekord: Es ist ein Testfeld für die Zukunft der Elektromobilität.
Der Nürburgring gilt als einer der härtesten Kurse der Welt. 20,8 Kilometer, 73 Kurven und extreme Belastungen trennen Innovation von Schwäche. Systeme, die hier bestehen, sind alltagstauglich. Ford überträgt die Erkenntnisse direkt auf Serienfahrzeuge. Aerodynamik-Optimierungen aus den Hochgeschwindigkeitsrunden sollen die Effizienz auf der Autobahn erhöhen. Das Batteriemanagement, das sechs Minuten Dauerstress überstand, soll auch im Stau bei 30 Grad funktionieren.
Bildergalerie: Ford F-150 Lightning SuperTruck auf dem Nürburgring
Ford betont, nicht nur unter Laborbedingungen zu entwickeln. „Während andere noch Strategien entwerfen, beweisen wir auf der Strecke, dass unsere funktioniert“, so Ford-Performance-Direktor Mark Rushbrook. Die Ingenieure arbeiten mit Daten aus Extremsituationen, die es nur im realen Fahrbetrieb gibt.
Parallel bereitet Ford eine neue, erschwingliche Elektroplattform vor. Die Belastungstests am Nürburgring liefern dafür laut Ford die notwendige Sicherheit. Wer weiß, dass Technik sechs Minuten Rennhölle übersteht, vertraut ihr auch im Alltag.
Vom Flathead-V8 über den EcoBoost-Motor bis zu elektrischen Demonstratoren: Fortschritte bei Ford haben oft auf der Rennstrecke begonnen. Das gilt nun auch für die Elektromobilität. Mit dem EV-Demonstrator-Programm will Ford Technologien entwickeln, die später in Trucks und Transportern für Gewerbe- und Privatkunden Einzug halten.
Die 6:43.482 Minuten stehen damit weniger für Geschwindigkeit als für ein Versprechen. Ford will Robustheit, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit ins Elektrozeitalter übertragen. "Wir führen durch Handeln, nicht durch Worte", heißt es aus der Unternehmenszentrale.
Der Ford F-150 Lightning SuperTruck ist nicht nur ein Rekordjäger, sondern zugleich ein rollendes Versuchslabor für die nächste Generation elektrischer Nutzfahrzeuge. Sein Antrieb besteht aus drei Elektromotoren mit einer Systemleistung von über 1.400 PS. Je nach Konfiguration und Quelle wird die Leistung sogar mit bis zu 1.600 PS angegeben, in Testfahrten waren über 2.200 PS abrufbar. Damit verfügt der SuperTruck über deutlich mehr Reserven, als selbst im Rennbetrieb dauerhaft abgerufen werden können.
Um diese Kraft auf die Strecke zu bringen, ist das Fahrzeug mit einem umfangreichen Aerodynamikpaket ausgerüstet. Dazu gehören ein Frontsplitter mit drei Elementen, Lufteinlässe an Scheinwerfern und Motorhaube, Seitendiffusoren, ein groß dimensionierter Heckdiffusor sowie ein mehrteiliges Heckflügelsystem. Die Kombination erzeugt bei rund 241 km/h einen Abtrieb von etwa 2.700 Kilogramm, was entscheidend für die Kurvengeschwindigkeit ist.
Das Fahrwerk ist als vollständig individuelles Inboard-System ausgeführt, abgestimmt auf extreme Belastungen und hohe Präzision. Geschmiedete Magnesiumräder mit Pirelli P Zero Slick-Reifen sorgen für maximale Bodenhaftung, während Carbon-Keramikbremsen die enorme Verzögerung übernehmen. Im Cockpit sitzt der Fahrer in einer Kohlefaserzelle mit Einzelsitz und klar strukturierten Überwachungsanzeigen – reduziert auf das Wesentliche.
Die Batterie verfügt über eine Kapazität von rund 50 Kilowattstunden. Bei einer vollen Belastungsrunde entlädt sie sich um bis zu 60 Prozent. Um auch unter diesen Extrembedingungen standzuhalten, wird die Anlage durch ein spezielles Trockeneis-Kühlsystem stabilisiert, das zwischen den Läufen für konstante Temperaturen sorgt.
In Kombination mit der Aerodynamik und der Kraft des Tri-Motor-Systems erreicht der SuperTruck auf Testkursen Werte von bis zu 1,43 g Seitenbeschleunigung.
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