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Irre! Alter 911er nimmt es mit jedem GT3 RS auf! Der Preis? Mörderisch!

Theon Design macht aus dem alten 964 ein unfassbares Einzelstück, das alle modernen Porsche in den Schatten stellt, auch beim Preis ...

Porsche 911 (964) Theo Design
Bild von: Theo Design

Wer glaubt, die Geschichte der klassischen Porsche 911 sei längst auserzählt, hat Theon Design noch nicht kennengelernt. In einem unscheinbaren Ort mitten im britischen Motorsport-Valley hauchen ein paar irre Spezialisten der betagten 964-Baureihe neues Leben ein. Und was für eins!

Das Ergebnis: ein Elfer mit Carbonhaut, 421 Sauger-PS und einem besseren Leistungsgewicht als ein aktueller GT3 RS! Das neueste Einzelstück für einen US-Kunden ist nicht nur das leichteste, sondern auch das stärkste Modell, das die Briten je auf die Räder gestellt haben.

Bildergalerie: Porsche 911 (964) Theo Design

Carbonkleid für den alten Elfer

Die Basis ist ein ganz normaler Porsche 911 der 964er Baureihe, also ein Modell aus den frühen 90ern. Der wird bis auf die letzte Schraube zerlegt, komplett durchgeschweißt und dann mit einer Hülle aus Carbon-Kevlar neu eingekleidet. Nur die Türen bleiben aus Stahl, weil Theon auf das typische Elfer-Türschließgeräusch nicht verzichten will. Klingt irre? Ist es auch. Das fertige Auto wiegt trotz Klimaanlage, Soundanlage und Lederausstattung gerade mal 1.150 Kilogramm. Zum Vergleich: Ein aktueller 911 GT3 RS bringt ganze 300 Kilo mehr auf die Waage!

Porsche 911 (964) Theo Design
Bild von: Theo Design

Der Motor ist ein 4 Liter großer Boxer mit sechs Zylindern, Luftkühlung und ordentlich Biss. 421 PS bei 7.400 Umdrehungen und 330 Newtonmeter bei 5.400 Touren – das klingt nicht nur kernig, das geht auch so. Die Kraft geht natürlich an die Hinterräder, geschaltet wird manuell über ein Getriebe nach 993-RS-Spezifikation.

Wer das Auto hört, weiß auch, woher der Wind weht: Ansaugtrichter offen wie beim Rennwagen, Auspuffklappen (falls die Nachbarn zufällig keine Autofreaks sind) und ein Sound, der an frühe DTM-Tage erinnert. Der ikonische Boxer thront wie eine Skulptur im gecleanten Motorabteil.

Porsche 911 (964) Theo Design
Bild von: Theo Design

Kurvenspaß wie beim Neuen!

Auch beim Fahrwerk hört der Wahnsinn nicht auf. Semiaktive Dämpfer von TracTive, abgestimmt auf Kundenwunsch, in fünf Stufen einstellbar. Wer will, cruist vergleichsweise sanft über Landstraßen. Wer muss, brennt Linien in den Asphalt. Für gewollten Stillstand sorgt eine Carbon-Keramik-Bremsanlage mit Brembo-Monobloc-Sätteln und satten 355er-Scheiben an beiden Achsen. Dazu Fuchs-Felgen im 18-Zoll-Format mit Michelin Pilot Sport 4 – klassisch im Look, modern im Grip.

Die Gewichtsverteilung ist ebenfalls kein Zufall. Die Briten haben den Klimakompressor und die Servopumpe kurzerhand nach vorn verfrachtet. Ergebnis: 46 zu 54 Prozent, für einen alten Elfer also schon fast eine ausgeglichene Balance. Selbst der Kabelbaum wurde auf Diät gesetzt, spart 30 Kilo im Vergleich zum Original. Den hinteren Sitzbereich hat man gestrichen, stattdessen gibt’s maßgeschneidertes Gepäck und eine edel ausgekleidete Kofferraumnische.

Porsche 911 (964) Theo Design
Bild von: Theo Design

Luxus für Genießer

Innen wird’s dann richtig luxuriös. Fresca-Blau trifft auf Elfenbein, dazu gewebte Lederdetails in sechs Farben, verteilt auf Sitze, Armaturenbrett und Türverkleidungen. Die Recaros sind hartschalige Sportsitze mit Lederbezug und hohem Reisekomfort. Selbst die Lüftungsdüsen sind neu gefertigt – nicht irgendwo aus dem Zubehörregal, sondern aus gefrästem Aluminium. Cooler als ein Scotch auf Eis und fast genauso britisch.

Für den guten Ton sorgt eine Highend-Anlage mit JL Audio, Focal-Komponenten und zwei Subwoofern. Das Steuergerät verschwindet elektrisch im Armaturenbrett, wenn es nicht gebraucht wird – ein Showeffekt, der in James-Bond-Filmen nicht besser inszeniert wäre.

Porsche 911 (964) Theo Design
Bilder von: Theo Design
Porsche 911 (964) Theo Design

Lackiert ist das Ganze in Azzuro Thetys Metallic, einer Farbe, die sich wie Gletschereis über die Carbonhaut legt. Dazu klassische Porsche-Schriftzüge, Chromzierrat an den Fensterrahmen und eine durchsichtige Schutzfolie auf dem ganzen Auto, falls der Kunde doch mal Lust auf Trackdays bekommt. Was bei diesem Technikstand nicht ausgeschlossen ist.

Dass das Ganze nicht billig ist, dürfte klar sein. Los geht’s ab 590.000 Dollar, ohne Spenderauto (das besorgt Theon Design gern gegen Aufpreis), Steuern oder Transport. Dafür gibt es ein Fahrzeug, das aussieht wie ein klassischer 911, fährt wie ein moderner GT3 und gebaut wurde wie ein Formel-1-Chassis. Wer das Glück hat, einen Theon sein Eigen zu nennen, bekommt keinen Oldtimer und auch keinen echten Restomod. Dieser Porsche sprengt irgendwie alle Konventionen und geht weit über alles hinaus, was man in Sachen Tuning, Restauration oder Restomod gewohnt ist.