Mercedes LP 1519 (1965): Klassiker der Baustelle
Der alte Kipper traf seine großen modernen Brüder
Mercedes-Benz Trucks präsentierte auf dem Offroad-Testgelände in Ötigheim seine aktuelle Baureihe moderner Baufahrzeuge unter realitätsnahen Bedingungen. Dabei zeigten insbesondere die Arocs Kipper-Modelle und der Unimog U 5023 ihre Leistungsfähigkeit im anspruchsvollen Gelände. Ein besonderer Akzent der Veranstaltung lag auf dem historischen LP 1519 – einem Meilenstein der Lkw-Geschichte.
LP 1519: Technisches Erbe mit Bedeutung
Der Mercedes LP 1519 wurde 1965, also vor 60 Jahren, das Modell als Teil der ersten Baureihe im neu eröffneten Werk Wörth gefertigt. Mit seiner charakteristischen kubischen Kabine leitete der LP 1519 eine neue Ära im Lkw-Bau ein. Die neu gestaltete Kabine bot nicht nur verbesserte Rundumsicht und einen ergonomisch günstigen Einstieg, sondern wurde auch zu einem Standard für zahlreiche Varianten – vom Pritschenfahrzeug über Kipper bis zur Sattelzugmaschine.
Bildergalerie: Mercedes-Benz LP 1519
Besondere Aufmerksamkeit verdient das auf der Veranstaltung gezeigte Exemplar: ein frühes Entwicklungsfahrzeug mit experimenteller Luftfederung. Damit nahm Mercedes-Benz bereits in den 1960er-Jahren eine Technologie vorweg, die später Serienstandard wurde. Der LP 1519 steht somit nicht nur für robuste Bauweise und funktionales Design, sondern auch für den kontinuierlichen technischen Fortschritt im Nutzfahrzeugbau.
Das kompakte Frontlenker-Fahrerhaus der ersten kubischen Baureihe – auch als "Wörther I" bekannt – verfügte über großzügige Fensterflächen (2,87 m²) und wurde dank geringer Ziehtiefen wirtschaftlich gefertigt. Die Kabine nahm nur wenig Fahrzeuglänge in Anspruch und war ausschließlich als kurze Nahverkehrsversion ab Werk erhältlich. Längere Varianten wurden bei Bedarf von externen Karosseriebauern umgesetzt.
Ein kippbares Fahrerhaus war nicht vorgesehen, wohl aus Sicherheitsbedenken im Falle eines Unfalls. Dadurch gestaltete sich die Wartung vergleichsweise aufwendig.
Mercedes-Benz LP 1519
Mit einem Leergewicht von 2,74 Tonnen und einer Nutzlast von 3,26 Tonnen (bei 3,6 m Radstand) erreichte das Fahrzeug einen günstigen Nutzmassefaktor von 1,2. Neben der 3,6-Meter-Version wurden auch Modelle mit 3,2 und 4,2 Metern Radstand angeboten.
Angetrieben wurde der Frontlenker vom neu entwickelten Vierzylinder-Dieselmotor OM 314 mit Direkteinspritzung. Er basierte auf dem OM 352 Sechszylinder und leistete 80 PS bei 2800 U/min, mit einem Drehmoment von 23 kpm bei 1600 U/min. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Fünfganggetriebe (Typ G2). Je nach Achsübersetzung lag die Höchstgeschwindigkeit bei 80 bzw. 95 km/h.
Arocs: Leistungsträger für den schweren Baustellenbetrieb
Im Zentrum der aktuellen Produktpalette steht die Arocs-Baureihe. Sie wurde für maximale Belastung im Materialtransport und Tiefbau entwickelt. Die Fahrgestelle zeichnen sich durch ein verwindungssteifes Rahmenkonzept und ein breites Radformelangebot (4x2 bis 8x8) aus. Die verfügbaren Euro-VI-Motoren – OM 470, OM 471 und OM 473 – leisten bis zu 460 kW (625 PS) und überzeugen durch Effizienz und Durchzugskraft. Das automatisierte Powershift Advanced-Getriebe sorgt für präzise Schaltvorgänge auch unter widrigen Bedingungen.
Weitere technische Merkmale wie der zuschaltbare Hydraulic Auxiliary Drive (HAD) und die Turbo-Retarder-Kupplung ermöglichen sicheren Vortrieb und kontrolliertes Bremsen unter Volllast, besonders in schwierigem Gelände.
Als Sondermodell mit nur 100 Einheiten kombiniert der Arocs Extent moderne Technik mit einer auffälligen Optik in Wettergrau und Dark-Chrome-Design. LED-Zusatzscheinwerfer und das aktuelle Multimedia-Cockpit sorgen für ein Fahrerlebnis auf hohem Niveau.
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