Bugatti Veyron: So kam er zu seinem Namen
Dahinter verbirgt sich eine real existierende Person
16 Zylinder und bis zu 490 km/h Höchstgeschwindigkeit: Der zwischen 2005 und 2015 gebaute Bugatti Veyron 16.4 ist längst Legende. Doch wie kam das Hypercar zu seinem Namen. Wer oder was ist Veyron?
Pierre Veyron wurde 1903 in Berc geboren. Bereits in jungen Jahren zeigte er ein ausgeprägtes analytisches Denkvermögen. Nach einem Studium im Bereich Ingenieurwesen wandte er sich dem Motorsport zu, dessen rasante Entwicklung ihn zunehmend interessierte. Eine Begegnung mit Ettore Bugatti führte zur Aufnahme engerer Kontakte. Veyron überzeugte nicht nur als Fahrer, sondern auch durch sein technisches Verständnis, was ihn für Bugatti zu einem wertvollen Mitarbeiter machte. Er übernahm Aufgaben als Testfahrer, Entwicklungsingenieur und wurde zu einem engen Vertrauten der Familie Bugatti.
Pierre Veyron im Rennwagen von Bugatti
Seine Rennkarriere begann Ende der 1920er-Jahre mit Bergrennen und Langstreckenwettbewerben in Frankreich. 1930 gewann er beim Großen Preis von Genf seine Klasse (bis 1.500 ccm), was ihm größere Aufmerksamkeit einbrachte. 1932 verpflichtete Ettore Bugatti ihn offiziell als Testfahrer und Teilzeitrennfahrer. Veyron war fortan eng an der Entwicklung der Bugatti-Rennfahrzeuge beteiligt.
Durch seine doppelte Rolle – als Fahrer auf der Strecke und als Techniker in der Entwicklung – wurde Veyron zu einer wichtigen Verbindung zwischen Praxis und Technik. In Zusammenarbeit mit dem Team in Molsheim trug er zur Optimierung der Fahrzeuge bei.
In den 1930er-Jahren nahm Veyron an zahlreichen europäischen Rennen teil, darunter Grand-Prix- und Langstreckenveranstaltungen. Er fuhr unter anderem den Bugatti Type 51 und später den Type 57. Zu seinen sportlichen Erfolgen zählten unter anderem ein Klassensieg beim Avusrennen 1933 und eine beachtliche Platzierung beim Grand Prix de l’ACF 1936 in Montlhéry.
Seinen bedeutendsten Sieg errang er 1939 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Zusammen mit Jean-Pierre Wimille gewann er das Rennen im Bugatti Type 57C Tank (siehe Foto). Der Erfolg beruhte auf Konstanz, Strategie und der technischen Zuverlässigkeit des Fahrzeugs. Es war das letzte Le-Mans-Rennen vor dem Zweiten Weltkrieg.
Nach Kriegsende zog sich Veyron schrittweise aus dem aktiven Motorsport zurück. Er blieb der Marke Bugatti verbunden und war weiterhin in technischen Belangen tätig. Gleichzeitig widmete er sich seinem Privatleben.
Als Bugatti Anfang der 2000er-Jahre ein neues Fahrzeugprojekt plante, entschied sich das Team unter Ferdinand Piëch, den Wagen nach Pierre Veyron zu benennen. Der Bugatti Veyron 16.4 war ein technisches Projekt mit Zielvorgaben jenseits üblicher Standards: über 1.000 PS, ein W16-Motor mit vier Turboladern und eine Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h. Der Name "Veyron" wurde damit zum Symbol für technische Leistung und Markentradition.
Bildergalerie: Bugatti Veyron: Das Vermächtnis eines legendären Namens
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