Mercedes wird nun doch länger auf Verbrenner setzen
Das sagte CEO Ola Källenius in einem Interview
Noch Anfang dieses Jahrzehnts waren sich viele Autohersteller einig: Um das Jahr 2030 herum werde man die Produktion auf Elektroautos umgestellt haben. Leider hatte man den Faktor Kunde unterschätzt und rudert jetzt zurück. So ganz aktuell Mercedes.
Auch wenn sich Mercedes von den IAA-Premieren der elektrischen Volumenmodelle GLC und CLA hohe Absatzzahlen erhofft, werden die bisherigen Verbrennerversionen im Programm bleiben. Das bestätigte Mercedes-Chef Ola Källenius im Gespräch mit den Kollegen von "auto motor und sport". "Die elektrifizierten Hightech-Verbrenner werden länger laufen, als wir es ursprünglich erwartet hatten", so Källenius. Zu dieser "Kurskorrektur" habe sich Mercedes entschieden.
Bildergalerie: Mercedes CLA (2025)
Der GLC basiert in seiner Neuauflage auf dem Baukasten MB.EA, ist also als reines Elektroauto konzipiert. Der neue Mercedes CLA hingegen wird doppelgleisig im Werk Rastatt gebaut: Als reines Elektroauto mit 800-Volt-Technik und als Verbrenner mit Mildhybriden. Eine Strategie, die BMW bereits seit Jahren verfolgt (etwa bei 5er/i5) und damit erfolgreich unterwegs ist. Auf der IAA wird man den neuen iX3 mit 800 Volt zeigen, quasi das Elektro-Pendant zum X3. Auf der gleichen Neue-Klasse-Plattform folgt 2026 der i3, dem eine optisch ähnliche 3er-Reihe mit Verbrenner zur Seite gestellt wird.
Zum Umdenken bei Mercedes dürfte auch die Tatsache geführt haben, dass die radikal anders designten Elektro-Modelle EQS und EQE bei weitem nicht die geplanten globalen Verkaufszahlen erreicht haben. Auch im Volkswagen-Konzern weht der Wind inzwischen anders.
Am nächsten Montag, den 23. Juni, jährt sich Audis einstiges Versprechen, seine letzten neuen Verbrenner-Modelle im Jahr 2025 auf den Markt zu bringen und ab 2026 nur noch neue Elektrofahrzeuge zu launchen, zum dritten Mal. Damals versprach die Premium-Marke des Volkswagen-Konzerns auch, die Produktion von Autos mit Verbrennungsmotor bis 2033 einzustellen.
Bildergalerie: Audi Q3 (2025)
CEO Gernot Döllner sagte dem Magazin Autocar, dass Audi wahrscheinlich bis etwa 2035 und möglicherweise darüber hinaus benzinbetriebene Autos produzieren wird. Er erklärte, dass ein starker Produkt-Launch durch 2026 hindurch der Marke die Flexibilität geben wird, mindestens „weitere sieben, acht, vielleicht zehn Jahre“ Verbrennungsmotorfahrzeuge zu verkaufen. Er schloss nicht aus, die Produktion über die Mitte des nächsten Jahrzehnts hinaus zu verlängern, betonte jedoch, dass dies von der Kundennachfrage abhängen würde.
Auch die Marke VW sagt, dass der Verbrenner-Golf parallel zu einem rein elektrischen Golf noch bis 2035 gebaut werden könnte. Immer mehr Autohersteller wollen also nicht mehr "All-In" gehen, sondern bauen an einem Sicherheitsnetz. Auch weil sich die globalen Märkte unterschiedlich in Richtung Elektromobilität entwickeln. Toyota als größter Autokonzern der Welt denkt daher bereits seit Jahren mehrgleisig. Abzuwarten bleibt, ob das de-facto-Verbrennerverbot ab 2035 der EU bleibt oder geändert wird.
Quelle: auto motor und sport
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