BYD Dolphin Surf vs Fiat Grande Panda: Billig-E-Autos im Vergleich
Beide setzen auf individuelles Design, luftige Innenräume und vernünftige Preise
Vor kurzem noch völlig unterrepräsentiert, gewinnt das Segment der elektrischen Stadtautos immer mehr an Gewicht. Mehr und mehr Hersteller reagieren auf den Wunsch der Kundschaft nach Fahrzeugen, die vor allem eines sind - bezahlbar.
Die neueste Alternative im A-Segment ist der BYD Dolphin Surf, ein kleines Schrägheck, das in Bezug auf Leistung, Ausstattung und Preis vielversprechend ist. Auch im ersten Test unseres Elektroportals InsideEVs schlug sich der chinesische Kleinwagen sehr vernünftig. Hier nun der erste Daten- und Eindrucksvergleich mit dem hoch gehandelten Fiat Grande Panda.
Exterieur
Der BYD Dolphin Surf setzt auf ein mutiges und modernes Design. Auf einer Länge von 3,99 Metern präsentiert er eine Mischung aus zackigen und weichen Linien. Ein Hingucker sind die Scheinwerfer im Lamborghini-Huracán-Stil. Auffällig zudem: die hohe Gürtellinie und der Heckspoiler. Die 16-Zoll-Räder, die aufgesetzten Radhaus-Elemente und der leicht erhöhte Stand auf der Straße (daran dürfte auch die Batterie ihren Anteil haben) verleihen ihm Mini-Crossover-Vibes.
BYD Dolphin Surf
Fiat Grande Panda Hybrid La Prima
Der Fiat Grande Panda ist ebenfalls 3,99 m lang, zeigt jedoch eine deutlich boxigere Form. Das Design erinnert an den Ur-Panda und wurde generell sehr wohlwollend aufgenommen. Sehr modern wirken der Grill und die LED-Scheinwerfer im Pixelmuster. Auch die Italiener setzen mit Plastik-Beplankungen an den Kotflügeln, Fake-Unterfahrschutz und Dachträger auf den Crossover-SUV-Hype.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | |
| BYD Delphin Surf | 3,99 m | 1,72 m | 1,59 m | 2,50 m |
| Fiat Grande Panda | 3,99 m | 1,76 m | 1,57 m | 2,54 m |
Innenraum
Der kleine BYD verfügt über ein aufgeräumtes Cockpit, das von einem (selbstverständlich drehbaren) 10,1-Zoll-Display dominiert wird. Apple CarPlay und Android Auto gehen kabellos. Die Materialien machen einen erstaunlich guten Eindruck, allerdings sitzt man recht hoch. Hinten gibt es vergleichsweise ordentlichen Platz für zwei. Der Kofferraum bietet 308 Liter, die durch Umklappen der Sitze auf 1.037 Liter erweitert werden können.
BYD Dolphin Surf
Fiat Grande Panda
Der Innenraum des Fiat Grande Panda zeigt sich im Vergleich deutlich verspielter, mit mehreren Anspielungen auf den ursprünglichen 80er-Jahre-Panda, etwa beim großen Handschuhfach vor dem Beifahrer. Aus Kostengründen ist viel Hartplastik verbaut, aber der Qualitätseindruck geht noch in Ordnung.
BYD Dolphin Surf
Fiat Grande Panda
Trotz der kompakten Abmessungen und der günstigen Preispositionierung ist die technische Ausstattung recht umfangreich (außer beim Basismodell). Die digitalen Instrumente messen 10 Zoll, das Infotainment - ab der mittleren Ausstattungsstufe serienmäßig - wird über ein 10,25 Zoll großes Zentraldisplay bedient.
Der Platz an Bord wird gut genutzt: Die Fondpassagieren bekommen ausreichend Platz (theoretisch ist der Panda ein Fünfsitzer), der Kofferraum ist mit 361 bis 1.315 Liter deutlich größer als beim Dolphin. Die Mildhybrid-Variante packt sogar 412 bis 1.366 Liter weg.
| Modell | Digitale Instrumentierung | Zentraler Monitor | Gepäckraum |
| BYD Delphin Surf | 7" | 10,1" | 308 Liter / 1.037 Liter |
| Fiat Grande Panda | 10" | 10,25" | 412 Liter (361 elektrisch) /1.366 Liter (1.315 elektrisch) |
Antrieb
Der BYD Dolphin Surf wird in drei Varianten angeboten. Los geht's mit dem Active, der einen 88-PS-Motor, eine 30-kWh-Batterie, eine Reichweite von 220 km und die Möglichkeit der Gleichstromaufladung mit bis zu 65 kW bietet. Die Version Boost verfügt über eine 43,2-kWh-Batterie, die eine Reichweite von 320 km und DC-Laden mit bis zu 85 kW ermöglicht.
Schließlich gibt es noch die Topversion Comfort, die die größere Batterie mit einem 156-PS-Motor kombiniert und eine Reichweite von 310 km bieten soll.
BYD Dolphin Surf
Fiat Grande Panda
Den Fiat Grande Panda gibt es, wie erwähnt, mit einem Mildhybrid-Benziner oder mit rein elektrischem Antrieb. Den 100 PS starken 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo gibt es im Paket mit einer 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie (0,9 kWh) und einem 21 kW (28,5 PS) starken Elektromotor, der wiederum in das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe integriert ist. Die Systemleistung beträgt 110 PS. Eine Einstiegsversion mit einem nicht-elektrifizierten Benziner und Schaltgetriebe wird Ende 2025 auf den Markt kommen.
Der elektrische Grande Panda kombiniert einen 113 PS starken Frontmotor mit einer 44 kWh-Batterie. Fiat verspricht hier eine Höchstgeschwindigkeit von 132 km/h, eine Beschleunigung von 0-100 km/h in 11 Sekunden sowie eine Reichweite von bis zu 320 km.
Das Aufladen kann mit Wechselstrom bis zu 7 kW erfolgen (20-80% in etwa 4 Stunden und 20 Minuten), optional ist ein 11-kW-Ladegerät erhältlich, das die Zeit auf etwa 2 Stunden und 50 Minuten verkürzt. Beim DC-Schnellladen sind maximal 100 kW drin. In diesem Fall dauert es weniger als 30 Minuten, um von 20 auf 80 Prozent zu kommen.
| Modell | Mildhybrid | Elektrisch (Batterie/Motor) |
| BYD Delphin Surf | k.A. | 30 kWh / 65 kW 43,2 kWh / 65 kW 43,2 kWh / 115 kW |
| Fiat Grande Panda | 1,2-Liter mit 110 PS | 44 kWh / 83 kW |
Preise
Der BYD Dolphin Surf kann bereits bei den Händlern bestellt werden, die Preise beginnen bei 19.990 Euro für die Ausstattungsvariante Active mit 30 kWh-Batterie. Zur Serienausstattung gehören unter anderem LED-Tagfahrlicht, ein Infotainment mit 10,1-Zoll-Bildschirm, Parksensoren hinten mit Rückfahrkamera, Vehicle-to-Load (V2L)-Funktion, NFC-schlüsselloses System, ein adaptiver Tempomat und eine Klimaanlage. Das Topmodell Comfort kostet 24.990 Euro und verfügt über Sitzheizung, 360°-Kamera, induktive Smartphone-Ladefunktion, LED-Scheinwerfer und getönte Scheiben.
Der Fiat Grande Panda hingegen startet bei 18.990 Euro für den Mildhybrid. Rein elektrisch geht es bei 24.990 Euro los. Der Basis-Mild-Hybrid verfügt über schwarze 16-Zoll-Stahlräder, eine Stoffausstattung, ein 10-Zoll-Instrumentendisplay (anstelle eines Zentralbildschirms gibt es eine Smartphone-Halterung), Parksensoren hinten und eine Klimaanlage. Die Basisversion des Elektroautos hingegen hat weiße 16-Zoll-Räder und eine volldigitale Instrumentierung.
Was die Fahrhilfen betrifft, bieten beide eine recht umfangreiche Ausstattung. Beim BYD gibt es den bereits erwähnten adaptiven Geschwindigkeitsregler und die automatische Notbremsung. Beim Fiat sind Fahrermüdigkeitserkennung, Notbremsassistent und Spurhalteassistent bereits ab der Basisversion Icon serienmäßig.
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