Brabus XLP 800 Adventure (2025): 800-PS-Pick-up schlägt zurück
Aus einem Mercedes-AMG G 63 wird in Bottrop ein Abenteurer-Supercar
Wer extrem luxuriös, geländetauglich und schnell auf der Straße unterwegs sein will, aber auch das ein oder andere sperrige Gut transportieren will, hat seit 2020 die Möglichkeit, bei Brabus die sogenannte eierlegende Wollmilchsau zu bekommen. Denn die Bottroper Tuning-Schmiede ist auch akkreditierter Fahrzeughersteller beim deutschen Kraftfahrt-Bundesamt.
Auf Basis des Mercedes-AMG G 63 schufen sie ein wuchtiges Gelände-Sport-Monster, vor dem selbst Darth Vader schlottrige Knie bekommen würde. Mit dem neuen Brabus XLP 800 zeigt das Unternehmen aus dem Ruhrpott jetzt die neueste Pick-up-Generation. Ein 800-PS-Ungeheuer, das auf dem Spitzenmodell der aktuellen Baureihe W 465 aufbaut.
Bildergalerie: Brabus XLP 800 Adventure Pick-Up (2025) auf Basis Mercedes G 63 AMG
Gegenüber dem "Standard"-AMG-G-63 holt die Brabus-Variante also noch mal knapp 200 PS mehr aus dem Achtzylinder-Biturbo-Triebwerk. Das maximale Drehmoment steigt von 850 auf 1.000 Nm. Damit katapultiert sich das Biest in nur 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Der G 63 benötigt dafür zwar nur 4,4 Sekunden, hat aber auch weniger Gewicht zu schleppen. Geschaltet wird wahlweise automatisch oder manuell über ergonomisch geformte Carbon-Schaltwippen am Lenkrad.
Rekalibrierung bringt Biturbo auf Trab
Für das Leistungsplus sorgen zwei Hochleistungsturbolader mit größerer Verdichtereinheit und modifizierter Rumpfgruppe mit verstärkter Axiallagerung, die jeweils maximal 1,6 bar Ladedruck erzeugen. Zusätzlich spendiert Brabus dem XLP 800 spezielle Kennfelder für das elektronische Motormanagement und eine Rekalibrierung der elektronischen Ladedruckregelung.
Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 210 km/h limitiert. Ist vermutlich gar keine so schlechte Idee bei den geländetauglichen Reifen, die auf Monoblock HD 9.5Jx22 Leichtmetallfelgen montiert wurden. Zudem erlaubt das speziell konstruierte Fahrwerk mit Portalachsen nicht nur maximale Achsverschränkung, sondern bietet zudem eine Bodenfreiheit von 47 Zentimetern (Wattiefe: 91,6 Zentimeter).
Die ganze Achsgeometrie ist quasi ein Wust aus zahlreichen maßgefertigten Sonderkomponenten wie einem speziellen Integralträger, gefrästen Achslenkern, einer neu konstruierten Starrachse und einem verstärkten Gehäuse. Insgesamt ist der Pick-up, auch dank größerer Radhäuser mit Kotflügelansätzen, 210 Zentimeter breiter als der AMG G 63.
Brabus XLP 800 Adventure Pick-Up (2025) auf Basis Mercedes G 63 AMG
Brabus XLP 800 Adventure Pick-Up (2025) auf Basis Mercedes G 63 AMG
In Zusammenarbeit mit KW wurde ein in Dämpfung und Höhe verstellbares "Ride-Control"-Gewindefahrwerk entwickelt. Über die serienmäßige Fahrwerksverstellung im Cockpit kann der Fahrer weiterhin zwischen verschiedenen Setups wählen.
Weiter optimiert wird die Leistung über die Edelstahl-Sportauspuffanlage im Sidepipe-Design mit integrierter Klappensteuerung und elektronisch kontrolliertem Soundmanagement. Wer nachts nach Hause kommt, kann den diskreten "Coming-Home"-Modus aktivieren und unterdrückt damit den blubbernden V8-Sound ein wenig. Vermutlich werden es auch die Nachbarn danken.
Aus G-Klasse wird Pick-up
Für das Pick-up-Heck wurden ein spezielles, hochfestes Rahmenergänzungsmodul und eine längere Kardanwelle entwickelt. Dadurch kann die Hinterachse weiter zurückversetzt werden – der Radstand wächst insgesamt um 50 Zentimeter. Damit kommt der Brabus XLP 800 auf satte 5,32 Meter.
Eine neue Rückwand mit beheizbarer Heckscheibe trennt Passagiere und Ladung. Die Seitenwände der Ladefläche wurden aus Carbon gefertigt, der Ladeflächenboden wurde mit Soft-Teak beplankt. Ein doppelter Bügel in Mattschwarz hinter der Kabine verstärkt Steifigkeit und den bulligen Auftritt. Ein Dachgepäckträger sorgt für mehr Stauraum oder die Option auf ein Dachzelt.
Brabus XLP 800 Adventure Pick-Up (2025) auf Basis Mercedes G 63 AMG
Brabus XLP 800 Adventure Pick-Up (2025) auf Basis Mercedes G 63 AMG
Für einen komfortablen Einstieg lassen sich die hinteren Türen über Easy-Entry-Scharniere bis zu 90 Grad weit öffnen – Trittstufen wurden zusätzlich montiert, um die massive Höhe überwinden zu können. Immer wieder kommen am Auto Sichtkarbon-Elemente zum Einsatz (Radlaufansätze, Kühlergrill, Haube, Schürze, Heck), um den "Arbeiter" auch optisch in Richtung Supercar zu hieven. Für haarige Situationen steht eine Seilwinde mit 4.500 Kilogramm Zugkraft an der Front zur Verfügung. Der Kühlergrillrahmen kommt ... na klar ... mit beleuchtetem Brabus-Logo.
Eine kleine Hommage im Interieur
Der Innenraum kommt in Vollleder – das "Sky Blue" soll einen "extravaganten Kontrast" zur schwarzen Karosserie setzen. Die Sitzbahnen und die Innenteile der Türverkleidungen sind im "Diamond-Double"-Design abgesteppt und für die Sitzklimatisierung ebenfalls perforiert. Der Dachhimmel kommt in Alcantara. Eine kleine Hommage hat Brabus ebenfalls auf Lager: Im Bezug auf das Gründungsjahr 1977 wurden Interieurpartien mit eingeprägten "77"-Signets versehen.
Brabus XLP 800 Adventure Pick-Up (2025) auf Basis Mercedes G 63 AMG
Brabus XLP 800 Adventure Pick-Up (2025) auf Basis Mercedes G 63 AMG
Diverse Cockpitelemente, Teile des Lenkradkranzes sowie die Pedalauflagen nehmen den Carbon-Look der Karosserie im Inneren wieder auf. Die Türverriegelungsstifte aus Aluminium zeigen das Logo der Bottroper. Über eine Dachinstrumentenkonsole können die Passagiere im Fond ebenfalls die gefahrene Geschwindigkeit, Uhrzeit und Datum im Auge behalten.
Der Brabus XLP 800 Adventure wird nur auf Bestellung gebaut. Auf Wunsch individualisiert die Manufaktur etliche Details vom Exterieur bis hin zu jedem Detail der handgefertigten Innenausstattung. Die eierlegende Wollmilchsau lässt sich Brabus fürstlich bezahlen. Wer dieses exklusive Arbeitstier oder Abenteurer-Mobil sein Eigen nennen will, zahlt für die hier gezeigte Variante 893.452 Euro.
Quelle: Brabus
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