Ferrari 296 Speciale vs Lamborghini Temerario: Das Supercar-Duell
Spezial-Version gegen "Standard"-Version. Wie schlägt sich der Stier gegen den Neuankömmling?
Wenige Tage nach seinem Debüt versuchen wir, den Ferrari 296 Speciale, ganz klassisch nach Auto-Quartett-Manier, auf dem Papier mit einem nicht gerade direkten Konkurrenten zu vergleichen: dem Lamborghini Temerario. Spezial- gegen Standard-Version also.
Der Sportler mit dem Stier hat zwar zwei Zylinder und ein paar PS mehr (920 PS) als das springende Pferd, beide Autos kommen aber zu einem ähnlichen Preis, mit einem elektrifizierten Antriebsstrang und sehr ähnlichen Abmessungen. Außerdem kann der Lamborghini bereits mit dem Alleggerita-Paket konfiguriert werden, das dank zahlreicher Kohlefaserelemente 25 kg weniger auf die Waage bringt, genau wie der Speciale. Na dann, auf ins Duell!
Exterieur
Beginnen wir mit der Neuheit: Der Ferrari 296 Speciale unterscheidet sich vor allem durch die verbesserte Aerodynamik von der Standard-Version. Vorne hat er zum Beispiel einen neuen Stoßfänger mit einem offeneren "Mund", kombiniert mit einem aufgehängten Splitter und seitlichen Luftkanälen.
Aber das ist noch nicht alles. Die vordere Motorhaube wurde vollständig modifiziert und in der Speciale-Version mit dem sogenannten Aero-Dämpfer ausgestattet – ein Kanal, der zur Stabilisierung des Fahrzeugs beim Bremsen und Beschleunigen beiträgt. Am Heck hingegen wurde der Sportwagen mit neuen Seitenflügeln und einem absenkbaren aktiven Spoiler ausgestattet.
Ferrari 296 Speciale, die Frontpartie
Beleuchteter Lamborghini Temerario
Das sehr kantige und scharfe Design ist auch für den Lamborghini Temerario charakteristisch. So findet sich an ihm auch ein sehr scharfer Frontsplitter, kombiniert mit voluminösen seitlichen Lufteinlässen. Hinzu kommen die sechseckigen Elemente der vorderen und hinteren LED-Leuchten, die an das Design des Revuelto erinnern. Das Heck schließlich ist sehr aufwändig gestaltet, mit einem schwarzen Mittelteil aus Kohlefaser und einer Auspufföffnung (ebenfalls sechseckig), die an eine Jetturbine erinnert.
Genau wie beim Konkurrenten war die Aerodynamik das Schlüsselelement bei der Entwicklung. Obwohl es noch keine extremere Version wie beispielsweise beim vorherigen Huracan STO gibt, kann man sich für die Lightweight-Variante entscheiden, die durch den Einbau zahlreicher Kohlefaserkomponenten 25 Kilo Gewicht einspart (und den Abtrieb erhöht), um noch mehr Performance rauszuholen.
| Modell | Gewicht | Länge | Breite | Höhe | Radstand |
| Ferrari 296 Speciale | 1.410 kg | 4,63 Meter | 1,97 Meter | 1,18 Meter | 2,60 Meter |
| Lamborghini Temerario | 1.690 kg | 4,7 Meter | 1,99 Meter | 1,2 Meter | 2,65 Meter |
Ferrari 296 Speciale, das Heck
Lamborghini Temerario Alleggerita, das Heck
Interieur
Der Innenraum des neuen Ferrari 296 Speciale wurde mit Blick auf seine wesentliche, sportliche Natur gestaltet. Im Vergleich zur Standardversion wurde hier alles, was als überflüssig galt, entfernt oder durch leistungsfähigere und leichtere Lösungen ersetzt.
Ein Beispiel dafür ist die nicht mehr vorhandene Frontschublade oder die Türverkleidungen, die durch ein einziges integrales Teil aus Kohlefaser ersetzt wurden. Auch der Mitteltunnel wurde komplett aus Kohlefaser neu gestaltet, auf dem der H-förmige Wählhebel hervorsticht. Am Lenkrad sind endlich wieder physische Tasten zu finden.
Ferrari 296 Speciale, der Innenraum
Der Innenraum des Lamborghini Temerario wurde dagegen etwas komfortabler gestaltet, da es sich, wie bereits erwähnt, nicht um die Supersportversion handelt. Das Lenkrad kommt zum Beispiel mit klassischem Vierspeichen-Design. Darüber befindet sich eine sehr umfangreiche digitale Instrumentierung.
Apropos "extreme" Sportlichkeit: Auf Wunsch gibt es die Lamborghini Vision Unit, die Zugriff auf die Bordtelemetrie und ein Kamerasystem bietet, das Videoaufnahmen sowohl mit Blick auf die Front des Sportwagens als auch mit Blick auf die Passagiere an Bord aufzeichnet. Zusammen mit dem Leichtbaupaket ist der Wagen mit zahlreichen Details aus Kohlefaser ausgestattet, um Gewicht zu sparen, wie etwa der obere Teil des Armaturenbretts und die Einfassung der Instrumententafel.
Lamborghini Temerario, der Innenraum
| Modell | Digitale Instrumentierung | Zentraler Monitor |
Beifahrer-Monitor |
Gepäckraum (min/max) |
| Ferrari 296 Spezial | 16 Zoll | - | 7 Zoll | 202 + 112 Liter |
| Lamborghini Temerario | 12,3 Zoll | 8,4 Zoll | 9,1 Zoll | 112 Liter |
Motoren und Antrieb
Kommen wir zum sicherlich interessantesten Teil der beiden italienischen Sportwagen: den Antrieben. Der Ferrari 296 Speciale ist mit einer überarbeiteten Version des Twin-Turbo-V6 mit Plug-in-Hybrid-Elektrifizierung ausgestattet.
880 PS (50 PS mehr gegenüber der Standardversion) stehen im Ferrari 296 Speciale zur Verfügung. 37 PS konnten – dank eines höheren Drucks in der Brennkammer – auf der Verbrenner-Seite des Antriebs gewonnen werden, 13 PS mehr sind es im elektrischen Bereich, der von einer Lithium-Ionen-Batterie mit 7,45 kWh gespeist wird.
Das Getriebe ist das selbe Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe wie in der Standard-Version. Die Mechanik blieb unverändert, jedoch arbeitet das Getriebe dank eines neuen Mappings noch schneller.
Der F163-Motor des Ferrari 296
Lamborghini Temerario, der V8-Motor
im Heck des Lamborghini Temerario befindet sich ein Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang. Hier wird ein 4,0-Liter-Biturbo-V8 (der bis zu 10.000 U/min erreichen kann) mit drei Elektromotoren (je 150 PS) kombiniert. Gesamtleistung: 920 PS!
Das Getriebe ist eine Achtgang-Doppelkupplungs-Automatik. Die drei Elektromotoren werden von einer Batterie mit einer Kapazität von 3,8 kWh mit Energie versorgt. Diese ist in der Mitte der Sitze untergebracht und kann bei Bedarf mit bis zu 7 kW Wechselstrom aufgeladen werden.
| Modell | Antriebsstrang | 0-100 | Höchstgeschwindigkeit |
| Ferrari 296 Speciale | 3.0 V6 Biturbo + 1 Elektromotor: 880 PS | 2,8 s | >330 km/h |
| Lamborghini Temerario | 4.0 V8 Biturbo + 3 Elektromotoren: 920 PS | 2,7 s | 343 km/h |
Preise
Der Ferrari 296 Speciale wird nicht in einer limitierten Auflage hergestellt, sondern nur für einen kurzen Zeitraum angeboten. Damit bleibt er dennoch exklusiv. Seine Preise beginnen bei 407.000 Euro, die Cabrio-Version "Speciale A" startet bei 462.000 Euro.
Der Lamborghini Temerario hingegen liegt bei über 315.000 Euro. Für die Ausstattung mit dem Alleggerita-Paket muss man allerdings mindestens 35.000 Euro mehr einplanen. Mit einigen Sonderausstattungen kann der Aufpreis auf bis zu 60.000 Euro ansteigen.
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