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BYD erwägt Eröffnung eines Werks in Deutschland

Der chinesische Riese schloss Frankreich und Italien aus, weil sie die China-Strafzölle unterstützt haben

BYD Atto 3

BYD will in Europa wachsen und erwägt daher die Eröffnung eines dritten Werks. Der Fokus liegt dabei auf Deutschland, wo jedoch hohe Lohn- und Energiekosten den Hersteller bremsen würden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf unternehmensnahe, aber anonyme Quellen.

In einem kürzlich geführten Interview gab Stella Li, Executive Vice President, zu, dass BYD nach einer dritten Fabrik auf unserem Markt sucht, sagte aber nicht, wo. BYD konnte seinen weltweiten Fahrzeugabsatz 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 41,3 Prozent auf knapp 4,272 Millionen Einheiten steigern. 

Warum Deutschland?

Derzeit hat BYD zwei Produktionsstätten in Europa: eine in Szeged, Ungarn, wo die Autoproduktion noch in diesem Jahr anlaufen wird, und eine in der Türkei, die ab 2026 in Betrieb gehen soll.

Bildergalerie: BYD Seal U DM-i (2024) im Alltagstest

Die Produktion in Europa ist für den Hersteller wichtig, um die Strafzölle zu vermeiden, die von der EU auf in China produzierte und in unsere Märkte importierte Elektroautos erhoben werden. Von der Bewertung des dritten Werks hätte BYD einige EU-Mitgliedstaaten, darunter Italien und Frankreich, ausgeschlossen, weil sie die Zölle unterstützten, erklärte die Quelle gegenüber Reuters.

Außerdem gibt es in Deutschland, was nicht unerwähnt bleiben darf, den Volkswagen-Konzern, der drei Werke aufgeben könnte, von denen eines ins Fadenkreuz von Rheinmetall geraten ist (eines der führenden deutschen Rüstungsunternehmen, das auch an der Herstellung von Automobilkomponenten beteiligt ist). Auch das Ford-Werk in Saarlouis könnte zur Disposition stehen. Dacia etwa wird den Nachfolger des elektrischen Spring ab 2027 mit Renault in Slowenien bauen.

Bildergalerie: BYD Atto 2

Die BYD-Produktpalette

Den Prognosen der Analysten zufolge wird sich der Umsatz von BYD in Europa in diesem Jahr dank der Einführung zahlreicher neuer Produkte verdoppeln. Die europäische Produktpalette von BYD umfasst derzeit folgende Modelle:

  • BYD Atto 2
  • BYD Atto 3
  • BYD Dolphin
  • BYD Seal
  • BYD Tang
  • BYD Seal U
  • BYD Seal U DM-i
  • BYD Sealion 7

Noch 2025 soll das kleine Elektroauto Dolphin Surf starten, es dürfte aber nicht unter 20.000 Euro kosten. Darüber hinaus erwägt BYD die Einführung der Marken Denza und Yangwang auf dem europäischen Markt.