Caravaning-Markt 2024: Stabiles Wachstum trotz Herausforderungen
Die Neuzulassungen stiegen um 6,7 Prozent auf 96.392 Einheiten, während die Produktion um 16,4 Prozent zurückging
Die deutsche Caravaning-Branche hat im Jahr 2024 eine bemerkenswerte Bilanz vorgelegt, die sowohl von Erfolgen als auch von Herausforderungen geprägt ist. Insgesamt wurden 96.392 neu zugelassene Freizeitfahrzeuge registriert, was einem Anstieg von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Dieser Wert stellt das drittbeste Ergebnis in der Geschichte der Branche dar. Besonders die Kategorie der Reisemobile verzeichnete mit 74.718 Neuzulassungen und einem Wachstum von 9,1 Prozent eine bemerkenswerte Entwicklung und dominiert somit den Markt.
Produktionsrückgang trotz starker Nachfrage
Trotz dieses erfreulichen Anstiegs bei den Neuzulassungen sehen sich die Hersteller mit Anpassungen auf der Produktionsseite konfrontiert. Insgesamt wurden 118.500 Freizeitfahrzeuge gefertigt, was einem Rückgang von 16,4 Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht. Dieser Rückgang spiegelt sich auch im Branchenumsatz wider, der mit 15,1 Milliarden Euro rund sechs Prozent unter dem Rekordniveau des Vorjahres liegt.
Bürstner Premio SkyLine-Edition (2025)
Dethleffs Globebus Performance 4x4 (2024)
"Der Markt zeigt sich insgesamt robust, aber die Herausforderungen in der Fertigung sind nicht zu übersehen", erklärt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbands (CIVD).
Reisemobile als Wachstumstreiber
Innerhalb des Segments zeigen sich klare Tendenzen: Reisemobile setzen ihren Aufwärtstrend fort. Ihre Flexibilität und Komfortmerkmale machen sie weiterhin zur bevorzugten Wahl vieler Käufer. Bei Caravans zeigt sich ein anderes Bild: Hier gingen die Neuzulassungen um ein Prozent auf 21.674 Einheiten zurück, während die Produktion sogar um rund 24 Prozent sank.
Die führenden Unternehmen der Branche haben ihre Strategien für 2024 angepasst. Die Hymer Group, zu der Marken wie Bürstner, Carado, Dethleffs, Sunlight und Etrusco gehören, hat ihre Produktionspläne an die neuen Rahmenbedingungen angepasst. Ähnlich agierten die Pössl-Gruppe und die Trigano-Gruppe, zu der unter anderem Challenger und Forster gehören. Besonders hart traf es die Knaus Tabbert Gruppe: Produktionsunterbrechungen in zwei Werken unterstreichen die Schwierigkeiten der Branche.
Sunlight T 68 XX "20 Years Edition" (2024)
Morelo Grand Empire (2022)
Laika Kreos L 5009 MB (2025)
Boom im Gebrauchtmarkt
Einen neuen Rekord verzeichnete der Gebrauchtwagenmarkt: Mit 187.219 Besitzumschreibungen wurde das bisherige Spitzenergebnis übertroffen. Vor allem die verbesserte Verfügbarkeit von Fahrzeugen und attraktive Konditionen trugen zu diesem Erfolg bei. Gleichzeitig haben sich die Wartezeiten für individuell konfigurierte Fahrzeuge deutlich verkürzt.
Auf europäischer Ebene zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Deutschland: Die Neuzulassungen stiegen um 5,2 Prozent auf über 221.000 Einheiten. Dabei dominierten die Reisemobile mit einem Plus von 9,6 Prozent (über 160.000 Neuzulassungen). Die Caravan-Sparte musste dagegen einen Rückgang um 4,7 Prozent auf 60.865 Einheiten hinnehmen. Größter Absatzmarkt bleibt Deutschland, gefolgt von Frankreich und Großbritannien.
Caravaning-Tourismus bleibt stabil
Der Trend zum Urlaub auf Rädern ist ungebrochen: 2024 zählte die Branche 54,5 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen und 13,5 Millionen Übernachtungen auf Wohnmobilstellplätzen. Der daraus resultierende touristische Umsatz lag bei über 19,5 Milliarden Euro, wovon rund 6,4 Milliarden Euro direkt in den Urlaubsregionen verblieben.
Die Prognose für 2025 ist verhalten optimistisch. Der CIVD rechnet mit einer weiteren Konsolidierung des Marktes und einem leichten Rückgang der Produktion auf rund 93.000 Fahrzeuge - ein Minus von rund vier Prozent. Dennoch ist die Begeisterung für Caravaning ungebrochen. „Die Neuzulassungen bewegen sich nach wie vor auf einem sehr guten Niveau“, betont Onggowinarso.
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