Honda, Nissan und Mitsubishi schmieden gemeinsame Allianz
Es geht um Software, Verbrenner und Elektroantriebe (Update)
Update vom 1. August 2024: Jetzt ist es offiziell. Was zu Beginn der Woche als Gerücht begann, ist nun offiziell. Die im März angekündigte Allianz zwischen Honda und Nissan wird um einen weiteren japanischen Autohersteller - Mitsubishi - erweitert.
Die drei Unternehmen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um zu erörtern, wie sie am besten gemeinsam an Elektrofahrzeugen und Software arbeiten können. In diesem Zusammenhang haben Nissan und Honda eine separate Pressemitteilung herausgegeben, in der sie eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung von Software-definierten Fahrzeugen (SDVs) vorstellen.
Die beiden Unternehmen werden gemeinsam Geld in Software investieren, um die Technologie für autonomes Fahren, Konnektivität und künstliche Intelligenz zu verbessern. Die Zusammenarbeit wird auch die gemeinsame Entwicklung neuer Batterien und elektrisch angetriebener Achsen durch die gemeinsame Nutzung von Motoren und Wechselrichtern umfassen.
Interessanterweise haben sich auch Nissan und Honda darauf geeinigt, Modelle auszutauschen und die Produktpalette des jeweils anderen zu ergänzen, sowohl bei Verbrennungsfahrzeugen als auch bei Elektroautos. Da Mitsubishi die Absichtserklärung gerade erst unterzeichnet hat, ist es noch zu früh, um zu sagen, ob auch das Unternehmen in diese Strategie einbezogen wird, die offiziell als "gegenseitige Ergänzung der Fahrzeugpalette" bezeichnet wird. Es ist erwähnenswert, dass Nissan einen Anteil von 34 Prozent an Mitsubishi hält.
Es sind schwierige Zeiten für Autohersteller. Der Wettbewerb war noch nie so hart. Immer mehr chinesische Autohersteller, die einen Vorsprung im Elektroauto-Rennen haben, stürmen den Markt. Dazu kommen die immer strengeren Emissionsvorschriften. Um diese und weitere Hürden zu meistern, schließen sich mehr und mehr große Namen der Branche zusammen.
Nun könnte es einen weiteren Zusammenschluss geben. Die kürzlich gegründete Honda-Nissan-Allianz könnte einen dritten Akteur begrüßen: Mitsubishi.
Nikkei Asia berichtet, dass Mitsubishi angeblich dem bestehenden Deal zwischen Honda und Nissan beitreten will. Laut der Mitte März bekannt gegebenen ursprünglichen Vereinbarung konzentriert sich die Zusammenarbeit auf "Software-Plattformen für Fahrzeuge, Kernkomponenten für Elektrofahrzeuge und ergänzende Produkte". Der Beitritt dieser dritten japanischen Marke zur Allianz würde durchaus Sinn machen, schließlich hält Nissan bereits einen Anteil von 34 Prozent an Mitsubishi.
Dem Bericht zufolge hat Mitsubishi bereits eine Absichtserklärung mit Honda und Nissan unterzeichnet, um Gespräche über eine breiter angelegte Zusammenarbeit aufzunehmen. Kurz nach Bekanntwerden des Berichts stiegen die Aktien von Mitsubishi nach Angaben von Reuters um 6,3 Prozent. Auch Nissan verzeichnete einen Anstieg von 2,8 Prozent, während Honda um 2,6 Prozent zulegte.
Die Zusammenarbeit der drei Unternehmen würde die Kosten für Forschung und Entwicklung senken. Gleichzeitig könnte man die Entwicklung neuer Produkte beschleunigen, um besser gegen die chinesische Konkurrenz gerüstet zu sein. Finale Details zur Allianz wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben. Erwähnenswert auch in diesem Zusammenhang: Nissan und Mitsubishi arbeiten bereits seit 1999 mit Renault zusammen.
Eine Zusammengehen von Nissan, Honda und Mitsubishi wäre nicht das erste japanische Trio, das in diesem Jahr gebildet wird. Vor einigen Monaten haben sich Toyota, Mazda und Subaru zusammengetan, um eine neue Generation von Verbrennungsmotoren zu entwickeln. Diese neuen Verbrenner werden für sehr sparsame Hybridantriebe genutzt. Zudem will man sich auf die Kompatibilität mit kohlenstoffneutralen Kraftstoffen konzentrieren.
Toyota bereitet mehrere Reihenvierzylinder vor, Mazda will seine Wankel-Technologie für Elektrofahrzeuge mit Range Extender verbessern und Subaru arbeitet an der Optimierung seinen charakteristischen Boxermotoren.
Hätten wir als Enthusiasten einen Wunsch frei, wäre das die gemeinsame Arbeit von Nissan, Honda und Mitsubishi an einem erschwinglichen Sportwagen. Nissan hat kürzlich angedeutet, die Silvia eines Tages wieder aufleben lassen zu wollen. Allerdings scheint es bei dieser Allianz um weniger aufregende Dinge wie Software und Elektroautos zu gehen. Nikkei Asia berichtet, dass auch die Entwicklung neuer Plug-in-Hybride und Kei-Cars zu den gemeinsamen Zielen gehören könnte. Letztendlich geht es darum, die Kosten zu senken. Da passt ein neuer Sportwagen eher weniger ins Bild.
Quelle: Nikkei Asia, Reuters
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