Einige Autohersteller beharren darauf, dass der Verbrennungsmotor erhaltenswert ist. Toyota glaubt, dass dies möglich ist, indem der Verbrennungsmotor Wasserstoff statt fossiler Brennstoffe verbrennt. Porsche und Lamborghini hingegen sind der Meinung, dass synthetische Kraftstoffe die Rettung für den Benzinmotor sein könnten. Renaults Performance-Marke Alpine ist im Team Wasserstoff, und dieser Alpenglow Hy4 ist ein fahrender Beweis dafür.

Der Alpine HY4 ist eine Weiterentwicklung des statischen Alpenglow-Konzepts von 2022 und ein fahrender Prototyp. Der 2,0-Liter-Motor mit Turbolader leistet 340 PS bei einer Drehzahl von 7.000 U/min und wird von drei Wasserstofftanks gespeist, die jeweils 2,1 Kilogramm Wasserstoff bei einem Druck von 700 bar enthalten. Die Leistung wird über ein sequenzielles Getriebe auf die Straße gebracht.

Alpine Alpenglow Hy4

Ein Vierzylinder in einem solchen Hypercar scheint etwas schmalbrüstig zu sein, aber keine Sorge: Alpine arbeitet bereits an einem Upgrade. Ein völlig neuer V6-Motor, der speziell für Wasserstoffanwendungen entwickelt wurde, wird kommen. Eine weitere Variante des Alpenglow, möglicherweise der Hy6, soll Ende 2024 präsentiert werden. In der Zwischenzeit wird der Hy4 auf die Strecke gehen.

Das erste Mal öffentlich gezeigt wird das Modell beim sechsstündigen Langstreckenrennen in Spa-Francorchamps im Rahmen der FIA WEC-Saison. Danach geht es nach Frankreich zu den 24 Stunden von Le Mans, die am 14. und 15. Juni stattfinden.

Der Hy4 ist auch optisch eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Alpenglow-Konzepts, da Alpine die Karosserie überarbeitet hat. Er verfügt über eine geänderte Crash-Struktur, um eine zweisitzige Fahrgastzelle unterzubringen, während die Wasserstofftanks nun in die Seitenkästen eingelassen sind. Außerdem ist er etwas höher als zuvor und besitzt ein überarbeitetes Aero-Paket, das durch die neue Dachhutze akzentuiert wird.

Der Hy4 ist zwar nur für die Rennstrecke gedacht, doch Alpine ist der Meinung, dass die Antriebstechnologie auch für die Straße taugt. Die französische Nischenmarke geht sogar so weit zu sagen, dass ein wasserstoffbetriebener Verbrennungsmotor eine "äußerst vielversprechende Lösung für den Straßenbetrieb" darstellt.

Die Idee, einen Verbrennungsmotor für den Betrieb mit Wasserstoff zu modifizieren, ist viel älter als Toyotas Experimente mit dem GR Yaris und dem GR Corolla. BMW hatte 2005 einen V12 7er mit einem 6,0-Liter-Aggregat, das mit Wasserstoff betrieben wurde. In den späten 1970er Jahren entwickelte die deutsche Luxusmarke einen 5er (E12), der mit flüssigem Wasserstoff betrieben wurde. Es handelt sich um den 520h, der unten in einem Video der BMW Group Classic zu sehen ist.