Man kennt sie. Und irgendwie auch wieder nicht. Die Rede ist nicht von den eigenen Nachbarn, sondern von Autos, die so unauffällig blieben, dass sie heute nur eingefleischte Fans noch kennen. Solche Modelle müssen nicht zwangsläufig Flops gewesen sein, aber sie liefen unter dem Radar des gewöhnlichen Autokäufers.

In unregelmäßiger Folge holen wir hier unter dem Titel "Kennen Sie den noch?" solche Old- und Youngtimer aus dem Nebel des Vergessens.

Bildergalerie: Mitsubishi Pajero Pinin (1998-2006)

Neue Autos werden immer größer. Mitsubishi ging vor gut 25 Jahren den umgekehrten Weg und schrumpfte den Pajero. Na gut, nicht 1:1 samt der rustikalen Technik. Sondern optisch. Heraus kam der knuffige Pajero Pinin, 3,73 bis 4,03 Meter kurz.

Wobei das mit den Namen so eine Sache war. Denn die SUV-lastige Kurzware hatte derer viele. Mitsubishi selbst nannte den Wagen in Japan "Pajero iO". Dort wurde er seit dem 15. Juni 1998 als Dreitürer und seit dem 24. August 1998 als Fünftürer produziert. Der Name "iO" leitete sich vom italienischen Wort für "Ich" ab.

Da wir schon beim Thema Italien sind: Der Zusatzname Pinin für unsere Breiten war eine Anlehnung an die Firma Pininfarina, die die europäische Version fertigte. Von 2001 bis 2004 entstanden in einem völlig neu errichteten Werk in Bairo Cavanese bei Turin insgesamt 53.774 Exemplare des Pajero Pinin.

Mitsubishi Pajero Pinin (1998-2006)

Auch einen Shogun Pinin gab es (Pajero steht in Spanien für manuelle Entspannung im Intimbereich), in Brasilien wurde das Auto als Pajero TR4 von 2002 bis 2015 in Lizenz produziert. Der Name wurde geändert, nachdem die importierten Versionen mit "1.0" statt "iO" bezeichnet wurden, was zu Verwechslungen bei den Motorgrößen führen konnte. Und zu guter Letzt wurde der Apparat in China von Changfeng Automobile unter der Marke Liebao (Leopaard) als Changfeng Liebao Feiteng CFA 6400 gebaut.

Widmen wir uns deshalb lieber in Ruhe unserem europäischen Mitsubishi Pajero Pinin. Ende 1999 startete er hierzulande, zunächst nur als kurzer Dreitürer. Nach einem erfolgreichen ersten Jahr mit über 3.000 Neuzulassungen in Deutschland schob die Marke den Fünftürer mit 30 Zentimeter mehr Länge und 17 Zentimeter mehr Radstand nach.

Mitsubishi Pajero Pinin (1998-2006)
Mitsubishi Pajero Pinin (1998-2006)

Allzu groß war aber auch der Kofferraum hinter der seitlich angeschlagenen Hecktür nicht: Nur 166 Liter im Normalzustand beim Dreitürer und 358 Liter beim Fünftürer. Maximal waren bis zu 1.158 Liter möglich. Im Oktober 2003 urteilte der ADAC: "Der Pinin ist der Pajero im Kleinformat, als Motion Plus umfangreich ausgestattet. Das macht ihn zusammen mit seinen kompakten Abmessungen, dem zuschaltbarem Allradantrieb und der Getriebereduktion zu einem idealen Kletterer. Der Motor hat allerdings mit dem hohen Fahrzeuggewicht seine Mühe und schluckt zu viel Sprit."

Und als Fazit: "Ein Fahrzeug für das bergige Land, wo seine Stärken nicht nur der Oberförster schätzt." 10,3 Liter zog der 2,0-Liter-Sauger mit 129 PS Leistung aus dem 53-Liter-Tank. 

Unter der Haube gab es Benziner mit 1,8 und 2,0 Liter Hubraum. Leistung: 114 respektive die schon erwähnten 129 PS. Preise nach der Euro-Umstellung 2002: Von 17.850 Euro für den Dreitürer bis zu 25.970 Euro für den 2.0 Motion Plus Fünftürer. Das Sondermodell 1.8 Motion kam mit 22.190 Euro hingegen günstiger. Insgesamt konnte Mitsubishi bis zum Verkaufsstopp 2005 über 15.000 Pajero Pinin in Deutschland verkaufen.