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Wildwechsel: Darauf müssen Sie bei einem Unfall achten
Und wann greift bei der Versicherung eigentlich die Teilkasko?

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Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
Aktualisiert: 28. Sep. 2022 um 12:51 Uhr
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Im Herbst, wenn es morgens und abends noch dunkel und häufig auch neblig ist, sind Autofahrer wieder häufiger in Wildunfälle verwickelt. Das ist immer erstmal ein großer Schock. Umso wichtiger ist es, Ruhe zu bewahren.
Worauf gilt es zu achten? Wenn ein Tier plötzlich auf der Straße auftaucht und eine Kollision nicht mehr zu verhindern ist, gilt: Lenkrad festhalten und so stark wie möglich abbremsen. Auf keinen Fall sollten Autofahrende versuchen, dem Tier auszuweichen. Denn das Risiko, dabei in den Gegenverkehr zu geraten oder gegen einen Baum zu prallen, ist zu hoch – und hat gravierendere Folgen.
Wie reagieren nach einem Wildunfall?
- Ruhe bewahren, Warnblinker anschalten, Warnweste anlegen, Unfallstelle absichern.
Bei Verletzten: 112 wählen und Erste Hilfe leisten. - Immer: Die Polizei benachrichtigen. Diese informiert auch den zuständigen Jäger oder die zuständige Jägerin.
- Verletztes Wild niemals anfassen oder verfolgen. Das Tier könnte panisch reagieren und den Helfenden verletzen. Aufgrund möglichen Parasitenbefalls oder Infektionen auch tote Tiere nie ohne Handschuhe anfassen.
- Wichtig: Wer verletztes oder totes Wild einfach mitnimmt, macht sich der Jagdwilderei strafbar.
Wichtig ist, dass sich Autofahrende nach einem Wildunfall von der Polizei eine Wildunfall-Bescheinigung ausstellen lassen. Diese wird als Nachweis für die Versicherung benötigt. Denn Schäden am Fahrzeug, die durch einen Zusammenstoß mit Haarwild – zum Beispiel Wildschwein, Reh, Hirsch, Fuchs oder Hase - entstanden sind, können über die Teil- oder Vollkaskoversicherung reguliert werden. Einige Versicherer zahlen auch beim Zusammenstoß mit anderen Tieren. Hier empfiehlt es sich, die Versicherungsbedingungen genauer anzuschauen.
Von der Ergo-Versicherung kommen Hinweise mit Blick auf Teil- und Vollkasko: Wer einfach weiterfährt, riskiert, dass die Versicherung den Schaden nicht als Wildunfall anerkennt und diesen auch nicht reguliert. Denn die Teilkaskoversicherung muss den Schaden nur übernehmen, wenn Autofahrer den Wildunfall nachweisen können.

Für die Schadenmeldung ist es daher ratsam, die komplette Unfallstelle sorgfältig zu dokumentieren und Fotos von Auto, Tier oder möglichen Spuren wie beispielsweise Haaren zu machen. Außerdem sollte sich der Fahrer vom Jäger eine sogenannte Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen.
Die Teilkaskoversicherung greift übrigens ebenfalls nicht, wenn der Fahrer dem Tier ausgewichen ist und dadurch einen Unfall verursacht hat. Anders ist das bei einer Vollkaskoversicherung: Sie bietet bei Wildunfällen auch ohne Nachweis einen umfassenden Schutz und kommt auch für Schäden durch beispielsweise Selbstverschulden auf.
Häufig werden Wildunfälle im Ausmaß unterschätzt, berichtet der Deutsche Jagdverband. Ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne.

Die meisten Unfälle passieren in den Abend- und frühen Morgenstunden, wobei Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen besondere Gefahrenschwerpunkte darstellen. Hier ist mit regelmäßigem Wildwechsel zu rechnen, da die Tiere zur Äsung vom Wald auf die Felder ziehen und danach wieder den Schutz des Waldes aufsuchen. Diese Gefahrenbereiche sind mit dem Schild "Achtung, Wildwechsel" gekennzeichnet.
Wie kann ein Wildunfall am besten verhindert werden?
- Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder
- Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
- Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
- Tier am Straßenrand: abblenden, hupen, bremsen. Lenkrad festhalten, keine unkontrollierten Ausweichmanöver.
- Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollen stets mit Nachzüglern rechnen.
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Außerdem können Verkehrsteilnehmer über das Tierfundkataster (www.tierfund-kataster.de) erstmals bundesweit Wildunfälle ortsgenau eintragen - auch per App. Wissenschaftler werten die Daten aus und helfen so Behörden, Straßen sicherer zu machen für Tiere und Menschen. Mehr als 40.000 Daten liegen bereits vor.
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