Lamborghini nennt ihn den neuen Huracán Tecnica, aber womöglich ist er sowas wie das süße Sahnehäubchen auf einer inzwischen ganz schön umfangreichen Baureihe. Der jüngste Baby-Lambo reiht sich zwischen der "normalen" hinterradgetriebenen Variante namens RWD und dem hundsgemeinen, Rennstrecken-fokussierten STO ein. 

Ganz nebenbei kriegt der Tecnica den 5,2-Liter-V10 im STO-Trimm, sprich: Er entwickelt die gleichen 640 PS und 565 Nm wie das stark beflügelte Track-Monstrum, beschleunigt aber ein Quäntchen verhaltener.

Der STO reißt die 100er-Marke in 3,0 Sekunden ein, der neue Tecnica braucht 3,2 Sekunden. Klingt verschmerzbar. Immerhin ist er eine Zehntel schneller als der RWD. Und wenn Sie wirklich auf solche Dinge Wert legen, dann greifen Sie wohl eh zum allradelnden Huracán Evo, der 2,9 Sekunden benötigt. 

Damit hätten wir sie dann alle durch. Aber bei echten Fahrerautos sind die Zahlen eh zweitrangig, oder? Und der neue Tecnica will zweifelsfrei ein Fahrerauto sein. „Der Huracán Tecnica kondensiert die Design- und Ingenieurskompetenz von Lamborghini, um einen Huracán zu schaffen, der sowohl auf der Rennstrecke als auch auf der Straße mit Fahrspaß überzeugt“, sagt etwa der alte und neue Lambo-Chef Stephan Winkelmann.

Bildergalerie: Lamborghini Huracan Tecnica

Die Ingenieurskompetenz wird beim Huracán Tecnica unter anderem mit Hinterradlenkung, Torque Vectoring, einer modifizierten Version von Lambos Traktionskontrolle sowie drei verschiedenen Fahrmodi abgedeckt.

Fans des Stiers kennen die Modi "Strada", "Sport" und "Corsa". Die Kurzbeschreibung lautet: In Strada geht es halbwegs zivilisiert zu, in Sport ist alles auf maximale Emotion und schön viel Hecklastigkeit ausgelegt (inklusive jeder Menge Übersteuern, aber geschmeidig beherrschbar, sagt Lambo). In Corsa geht es um möglichst viel Agilität und Präzision für die Rennstrecke. 

Hand angelegt hat man auch an der Bremse. Die Carbon-Keramik-Stopper des Tecnica warten mit speziell entwickelten Kühlabweisern und Bremssattelkanälen auf, die den Luftstrom in die Scheiben leiten. Das soll die Wärmeableitung maximieren und die Temperatur der Bremsflüssigkeit sowie die Bremspedaldehnung reduzieren. Zudem soll die Senkung der Scheibentemperaturen den Bremsbelagverbrauch minimieren.

Optisch gibt sich der Tecnica durch einen neuen Frontstoßfänger zu erkennen, der das wilde Y-Design des Terzo Millennio aufgreift und nun einen Air Curtain beinhaltet. Dahinter sitzt eine Haube aus Carbon. Der neue Frontsplitter hat niedrigere, offene Lamellen, die die Luft durch verbesserten Abtrieb und Kühlung durch die Räder leiten. 

Der 1.379 Kilo schwere Tecnica ist 6,1 Zentimeter länger als ein Huracán Evo. Seine Silhouette soll an den Essenza SCV12 erinnern. Am Heck gibt es eine neue Scheibe, eine sehr adrette Abdeckung für den V10, einen geänderten Heckstoßfänger, über dem zwei hexagonal geformte Endrohre ragen, sowie einen neuen, fest stehenden Heckflügel. Alles in allem liefert der Tecnica laut Lambo 35 Prozent mehr Abtrieb als ein Evo. 

Im Interieur unterscheiden sich die Autos kaum. Inklusive der Möglichkeit ausufernder Individualisierung. Allerdings kriegt der Tecnica eine exklusive, neue Benutzeroberfläche mit haufenweise Anzeigen zum Herumspielen mit Track-Telemetrie und Co.

Zu Marktstart und Preisen hat sich der Hersteller noch nicht geäußert.  

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