Porsche erprobt seinen künftigen Rennwagen für Le Mans. Dort glaubt man wohl, dass es keinen Ersatz für Hubraum gibt, denn der LMDh-Prototyp der Motorsportabteilung wird mit einem großen V8 mit zwei Turboladern ausgestattet sein. Toyota und Peugeot haben sich bei ihren Langstrecken-Hybrid-Rennwagen für kleinere V6-Motoren entschieden.

Das bedeutet aber nicht, dass die Zuffenhausener eine größere Maschine haben werden, denn das LMDh-Reglement schreibt lediglich vor, dass die Gesamtleistung 500 Kilowatt (670,5 PS) nicht überschreiten darf.

Interessanterweise wird der V8 von Porsche mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben, um den CO2-Ausstoß drastisch zu senken, und dreht bei 10.000 Umdrehungen pro Minute. Das Doppelturbo-Kraftpaket muss mindestens 180 Kilogramm wiegen, wenn man die Auspuffanlage und die Kühlung mit einbezieht. Der Motor ist mit einem Xtrac-Getriebe verbunden und darf im Vorbeifahren nicht lauter als 110 Dezibel sein.

Bildergalerie: Porsche Le Mans Hypercar LMDh-Prototyp Teaser

Der erste Test wurde auf der Porsche-eigenen Rennstrecke in Weissach durchgeführt, und die ersten Rückmeldungen waren äußerst positiv. Urs Kuratle, Gesamtprojektleiter LMDh bei Porsche Motorsport, sagt, der Verbrennungsmotor "hat uns in jeder Hinsicht überzeugt. Wir sind überzeugt, dass wir genau das richtige Aggregat gewählt haben."

Weitere erwähnenswerte Einschränkungen sind das Mindestgewicht von 1.030 Kilogramm und ein fester Radstand von 3.150 Millimetern. Die Rennwagen dürfen nicht länger als 5.100 mm und nicht breiter als 2.000 mm sein. Alle werden mit einem von Williams Advanced Engineering entwickelten Hybrid-Batteriesystem und einem Bosch-Elektromotor mit einer Höchstleistung von 50 kW (67 PS) ausgestattet.

Das Herzstück der neuen Rennwaffe ist ein Multimatic-Chassis, das von der LMP2 abgeleitet ist und von Audis Prototyp verwendet werden soll, wobei Lamborghini möglicherweise 2024 folgen wird. Ziel ist es, das LMDh-Biest bis Ende des Jahres fertig zu haben, aber um das zu erreichen, sollen in den kommenden Monaten zahlreiche Tests durchgeführt werden.

Porsche Penske Motorsport wird das Auto in der Saison 2023 in der FIA WEC World Endurance Championship und der nordamerikanischen IMSA WeatherTech SportsCar Championship einsetzen. Die Kostenobergrenze für ein Auto ohne Motor wurde auf 1 Million Euro festgelegt, was nach dem derzeitigen Wechselkurs etwa 1,12 Millionen Dollar entspricht.