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Hochwasser: Schäden am Auto - wann zahlt die Versicherung?
Wann ist der Wagen noch zu retten? Und wie ist das eigentlich bei Elektroautos?

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
Aktualisiert: 3. Jun. 2024 um 14:47 Uhr
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Unwetter und Hochwasser haben Teile von Baden-Württemberg und Bayern besonders heftig betroffen. Besonders schlimm sind natürlich die Toten und Verletzten, viele Häuser sind unbewohnbar. Auch in weniger hart heimgesuchten Gegenden kann es zudem zu Wasserschäden an Autos kommen.
Das wirft die Frage auf, in welchen Fällen die Versicherung einspringt. Der ADAC gibt zudem Tipps, worauf man achten sollte, wenn das Kfz abgesoffen ist. Wir ergänzen und raten vor allem: Begeben Sie sich mit ihrem Auto nicht unnötig in Gefahr!

Moderne Autos haben meist eine Bodenfreiheit von rund 20 Zentimeter. Schon bei größeren Wassermassen droht also die Gefahr, eingeschlossen zu werden. Bedeutet: Wer nicht unbedingt mit dem Auto unterwegs sein muss, sollte daheim bleiben.
Für jede Antriebsart gilt: Nicht durch Hochwasser fahren, da nicht immer vorauszusehen ist, wie tief das Wasser wirklich ist und ob sich darin Hindernisse befinden. Konventionelle Pkw (auch die meisten SUV) sind nur für eine maximale Wassertiefe von rund 20 bis 25 Zentimetern bei langsamer Geschwindigkeit ausgelegt. Es sei denn, man besitzt einen Traktor, Unimog oder ähnliche Fahrzeuge mit viel Bodenfreiheit, die auch für gewisse Wattiefen konstruiert sind.

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Und wenn das Auto doch abgesoffen ist? Schließlich kann das auch in der Garage passieren. Um keine Folgeschäden zu riskieren, sollten von Hochwasser oder Sturmfluten beschädigte Fahrzeuge nicht gestartet werden, sondern bei Bedarf erst zum nächsten trockenen Ort geschoben oder abgeschleppt werden. Dann die Fahrzeugbatterie abklemmen und den Wagen zur Werkstatt bringen lassen.
Grundsätzlich gibt es laut ADAC keinen Unterschied zwischen Elektroauto und Verbrenner. Alle Stecker und Kontakte sowie die Hochvoltbatterie sind wasserdicht verbaut und es besteht auch kein erhöhtes Stromschlagrisiko. Wichtig bei Wasserschäden ist zu wissen, wie weit das Wasser am oder ins Fahrzeug vorgedrungen ist.
Wasser bis unterhalb des Türschwellers: Auch hier können Schäden nicht ausgeschlossen werden. Sofern das Fahrzeug Auffälligkeiten zeigt, empfehlen die Technik-Experten des ADAC, alle Funktionsbauteile im Bodenbereich des Pkw checken zu lassen.
Wasser über dem Türschweller oder im Innenraum: Dann sind Schäden sehr wahrscheinlich. Alle Funktionsbauteile, die mit Wasser in Kontakt gekommen sind, sollte man in der Werkstatt überprüfen und gegebenenfalls austauschen lassen. Schmutz unter den Bodenbelägen und Dämmmatten lässt sich normalerweise auch mit einem Sprüh- oder Nasssauger nicht entfernen.
In aller Regel müssen diese Teile deshalb ersetzt werden. Auch Tür -und Seitenverkleidungen sollten entfernt werden, um Hohlräume und das Innere der Türschweller auf Nässe und Verschmutzung durch Schlamm zu kontrollieren.
Wasser im Auto bis zur Unterkante der Fensterscheibe: Das kann einen wirtschaftlichen Totalschaden zur Folge haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle elektrischen und elektronischen Bauteile einschließlich der Kabelbäume beschädigt wurden, ist hoch. Außerdem kann Wasser in Motor und Getriebe eingedrungen sein.
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Und wer zahlt? Für Schäden an Autos, die abgestellt waren und durch Hochwasser oder ähnliche Ereignisse beschädigt wurden, kommt die Teilkaskoversicherung auf. Die Kaskoversicherung kann die Leistung aber verweigern, wenn das Fahrzeug nicht rechtzeitig aus dem Überschwemmungsgebiet gefahren wurde, obwohl die Möglichkeit dazu bestand.
Wie die DA Direkt mitteilt, sind elektrische und elektronische Bestandteile des Fahrzeugs beschädigt, ist ein wirtschaftlicher Totalschaden sehr wahrscheinlich. Das gilt vor allem für die Elektronik hinter dem Armaturenbrett.
Ist der Wiederbeschaffungswert niedriger als die Reparaturkosten, ist Ihr Auto ein wirtschaftlicher Totalschaden. Das bedeutet: Die Versicherung zahlt für ein Ersatzauto gleichen Werts (Wiederbeschaffungswert).
Steht das Wasser höher, kann das Fahrzeug liegen bleiben und Schaden nehmen. Bei extremen Überschwemmungen kann zudem das Auto von den Wassermassen mitgerissen werden. Fahren Sie also vorsichtig und bleiben Sie gesund!
Quelle: ADAC, DA Direkt
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