Die mittlerweile achte Generation des Mercedes SL biegt auf die Zielgerade ihrer Entwicklung ein. Während 1952 die öffentlichen Versuchsfahrten mit dem Mercedes SL 300 Rennsportwagen noch auf der Autobahn A 81 durchgeführt wurden, gehen die Mercedes-AMG-Ingenieure heutzutage auf einem abgesperrten und speziellen Testgelände im verschneiten Schweden auf Testfahrt.

Auch wenn der als 2+2-Sitzer aufgelegte Roadster einen Großteil seiner Entwicklung in digitaler Form erfahren hat, bleibt ein gewisser Anteil an analogen Entwicklungsfahrten nicht aus. So wird in winterlichen Gefilden beispielsweise der vollvariable Allradantrieb 4Matic+, mit dem erstmals auch der SL angeboten wird, final abgestimmt.

Auch das neu entwickelte Stoffdach muss sich den harten Bedingungen nahe des Polarkreises stellen. Und in Kürze wird die noch in diesem Jahr debütierende Roadster-Ikone den letzten fahrdynamischen Feinschliff bekommen - unter anderem auf der Nordschleife des Nürburgring. Auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt stellen die Spezialisten von Mercedes-AMG sicher, dass sich die neueste Interpretation des SL wieder mehr auf seine sportlichen Wurzeln besinnt.

Mercedes-AMG SL auf abschließender Wintererprobung

So weit, so gut. Was wissen wir bereits zum nächsten SL? Der Roadster wird in seinen unterschiedlichen Varianten zukünftig ausschließlich als Mercedes-AMG angeboten. Statt des Metall-Klappdachs gibt es eine Stoffmütze, um Gewicht zu sparen.

In Sachen Abmessungen scheint sich bei der Baureihe 232, wie sie intern heißt, nicht so viel zu ändern. 4,64 Meter ist der Vorgänger lang, das neue Modell dürfte sich am AMG GT Roadster orientieren, der 4,60 Meter misst. Überhaupt erkennt das Auge auf den ersten Blick viele Parallelen zum GT Roadster von 2016, den der AMG-SL beerben könnte.

Front- und Heckpartie sind beim neuen SL nicht unähnlich, wenngleich optisch gestrafft. Auch den automatisch ausfahrenden Heckflügel kennen wir bereits vom GT Roadster. Die Basis ist ja auch nicht schlecht, zumal sich Mercedes mit Blick auf die stets überschaubaren Stückzahlen des SL dafür keine spezielle neue Plattform leisten wird.

Was können wir unter der Motorhaube erwarten? Im GT kommt bislang der Biturbo-V8 mit 4,0 Liter Hubraum zum Einsatz, hier mit Leistungen zwischen 530 und 585 PS. Im viertürigen AMG GT 63 S sind es sogar 639 PS. Gemunkelt wird auch über eine 73e-Version mit Plug-in-Hybrid und an die 800 PS.

Am anderen Ende könnten wir ebenfalls alte Bekannte aus dem GT Viertürer wiedersehen. Denkbar sind ein AMG SL GT 43 (optional mit Allrad), dessen 48-Volt-Mildhybrid 367 plus 22 PS liefert, sowie ein SL 53 4Matic+ mit 435 plus 22 PS. Beide nutzen den M-256-Reihensechszylinder mit 3,0 Liter Hubraum. Definitiv ausgeschlossen sind Vierzylinder, Diesel und ein V12. 

Bildergalerie: Mercedes-AMG SL auf abschließender Wintererprobung