Bio-CNG bleibt vom Aufschlag von 25 Euro pro Tonne CO2 ausgenommen

Seit Anfang 2021 müssen Autofahrer einen CO2-Aufschlag auf Benzin und Diesel zahlen. Er berechnet sich aus dem Preis von 25 Euro pro Tonne erzeugtes Kohlendioxid. Bein Benzin und Diesel macht dies nach Berechnungen des ADAC etwa 7 bis 8 Cent pro Liter aus. Biogas ist dagegen nicht von den CO2-Aufschlägen betroffen. Das hat die Bundesregierung beschlossen, wie der Verbraucherverein CNG Club e.V. nun mitteilt.

Bio-CNG (auch Biomethan genannt) kann aus erneuerbaren Rohstoffen und Ökostrom produziert werden. So lässt sich nach Angaben des CNG Club der CO2-Ausstoß um bis zu 90 Prozent gegenüber Benzin und Diesel reduzieren. Allerdings kann ein CO2-Preis für das Material anfallen, aus dem das Biogas gewonnen wird. Werden Rest- und Abfallstoffen verwendet, bleibt Bio-CNG jedoch völlig aufschlagfrei, so der Verein.

Auf fossile Energieträger, wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel, wird in Deutschland seit Anfang des Jahres ein CO2-Preis erhoben. Dieser liegt aktuell bei 25 Euro pro Tonne. Bis 2025 soll er sukzessive auf 55 Euro pro Tonne klettern. In der Regel wird dieser Aufschlag wohl an den Tankkunden weitergegeben. Das bedeutet einen Preisanstieg für Autofahrer, die Benzin und Diesel tanken. Damit will die Bundesregierung niedrigere CO2-Emissionen erreichen.

Etwas geringer fällt die Mehrbelastung für CNG-Fahrer aus, die fossiles Erdgas tanken. Denn im Vergleich zu anderen Kohlenwasserstoffen ist das Kohlenstoff-Wasserstoff-Verhältnis beim Methan (CH4; daraus besteht Erdgas zum überwiegenden Teil) mit 1:4 relativ niedrig. Bei der Verbrennung von Erdgas wird daher weniger CO2 frei als bei Benzin und Diesel (mit Formeln wie zum Beispiel C8H18 für Oktan). Angeblich ist der CO2-Ausstoß bei gleichem Energieeinsatz um ein Viertel geringer.

Nach Angaben des CNG Club e.V. beläuft sich der Anteil von Bio-CNG am Gesamtabsatz auf mehr als 50 Prozent. Mehr als die Hälfte der CNG-Tankstellen in Deutschland bietet Bio-CNG an – Tendenz steigend. Allerdings machen Erdgas- und Autoautos mit 0,5 Prozent nur einen sehr geringen Teil des Neuwagenmarkts aus. Zu den Gründen gehört wohl auch, dass eigentlich nur noch der VW-Konzern CNG-Autos anbietet, unter anderem im Skoda Octavia, im VW Golf und im Audi A4 und A5.