Hilft Elektrifizierung dem R-Klasse-Konzept endlich auf die Sprünge?

Als sie 2005 auf den Markt kam, schien die R-Klasse eine ziemlich fantastische Idee zu sein. Eine Art Mix aus Minivan und SUV, das beste aus zwei praktischen Welten. Wie wir wissen, ging das Konzept nie auf. Mercedes nahm den R 2012 in Europa und den USA aufgrund schwacher Verkaufszahlen vom Markt. Lediglich in China stand das Luxus-Familienauto noch bis 2018 in den Showrooms.

Der R-Klasse mangelte es schlicht an Anziehungskraft. Sie war nicht sexy genug. Und das, obwohl es sogar eine - aus heutiger Sicht - vogelwilde AMG-Variante gab. Der R 63 entwickelte 510 PS und 630 Nm aus einem 6,2-Liter-V8-Sauger, beschleunigte in 5,0 Sekunden auf 100 km/h und hatte einen Normverbrauch von 16,3 Liter.

Lange war es unvorstellbar, dass die R-Klasse-Idee ein Comeback erleben könnte. Nun aber scheint sich dahingehend etwas zu tun. Zumindest, wenn man einem neuen Bericht des Car Magazin Glauben schenkt. 

Laut den Kollegen aus dem Vereinigten Königreich könnte Mercedes die R-Klasse tatsächlich zurückbringen. Allerdings stark verändert, als elektrisches SUV, möglicherweise sogar als AMG. Von einem Mercedes-AMG GLR ist die Rede. 

Das aber ist womöglich nur die halbe Wahrheit, denn als Vollelektriker wäre das Auto eigentlich näher an Daimlers EQ-Modellfamilie. Es könnte also auch als EQR auf die Welt kommen.

Die Gerüchte über ein Comeback des ungewöhnlichen Raumwunders erhalten auch durch ein Interview Nahrung, das Daimler-Chef Ola Källenius letzte Woche mit der Süddeutschen Zeitung führte. Dort sagt er: "Das mit der R-Klasse hat damals tatsächlich nicht funktioniert. Wir hätten das Konzept vielleicht neu erfinden müssen, aber das Ergebnis durfte nicht aussehen wie ein Minivan." Weiter heißt es, das höherpreisige People Movement Segment sei für Källenius ein "offenes Spielfeld". "Das sollten wir uns vielleicht noch mal ansehen."

Zum höherpreisigen und eher Performance-orientierten Konzept würde auch der vom Car Magazine vorgeschlagene Antrieb passen. Demnach soll der Siebensitzer über eine 105-kWh-Batterie verfügen und von drei Elektromotoren mit einer kombinierten Leistung von 1.020 PS und 1.350 Nm angetrieben werden. Das klingt auf den ersten Blick nach Märchen-Zahlen, auf der anderen Seite reden wir hier über die elektrische Zukunft mit AMG-Plakette auf dem Deckel. 

Natürlich sollte dieser unbestätigte Bericht wie immer mit einer ordentlichen Portion Skepsis gesehen werden. Auf der anderen Seite ist der Ausbau des elektrischen Mercedes-Portfolios in vollem Gange. Dabei wird es auch zu neuen Fahrzeug-Konzepten kommen, die aktuell noch ungewohnt wirken.

Laut dem Artikel sollten wir einen elektrischen Mercedes-AMG GLR (oder EQR) erst 2025 erwarten. Bis dahin bleibt noch viel Raum für Spekulationen. 

Bildergalerie: Neues für die R-Klasse