Sogar Daimler und VW könnten ihren Grenzwert noch unterschreiten, so eine Studie

Im Jahr 2019 lagen die CO2-Emissionen deutscher Neuwagen noch bei durchschnittlich 122 Gramm pro gefahrenem Kilometer - also weit höher als der EU-Grenzwert von 95 Gramm. Dass die Hersteller den Grenzwert für 2020/2021 einhalten würde, hielten viele für unmöglich. Nun zeigt eine Studie, dass der Abstand zu den Grenzwerten geringer ist als gedacht.

Über die Studie des Klimaverbands "Transport & Environment" berichtet nun die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Auch danach verfehlen VW und Daimler ihre Grenzwerte - es gibt für jeden Hersteller einen eigenen, der sich am Durchschnittsgewicht der Fahrzeuge orientiert. Doch wenn man die Werte des ersten Halbjahres 2020 zugrunde legt, ist der Abstand zum Zielwert viel geringer als gedacht. So bleibt bei Daimler noch eine Lücke von neun Gramm, bei VW sind es fünf Gramm.

Nachdem die CO2-Emissionen seit 2016 jedes Jahr gestiegen waren, nahmen sie im ersten Halbjahr 2020 ab, und zwar auf durchschnittlich 111 Gramm. Den Grund dafür sieht die Studie hauptsächlich in der stark gestiegenen Nachfrage nach E-Fahrzeugen (Elektroautos und Plug-in-Hybride). Ihr Anteil soll 2020 in der EU bis zu 10 Prozent betragen - kürzlich hatte ein Experte für Deutschland noch sechs Prozent geschätzt.

Sowohl VW als auch Daimler können ihre Ziele nach der Studie sogar noch 2020 erreichen. Schließlich laufen bei VW die neuen Elektroautos ID.3 und ID.4 an, und Daimler hat in letzter Zeit immer mehr Plug-in-Hybride auf den Markt gebracht. Falls das nicht klappt, könnte Daimler einen so genannten Pool bilden mit Herstellern, die ihre Ziele übererfüllen wie Volvo oder PSA - dann wird der CO2-Wert gemittelt.

Werden die Ziele nicht erfüllt, drohen hohe Strafen. Für jedes Gramm zuviel zahlt der Hersteller dann 95 Euro - und zwar pro verkauftem Fahrzeug. Wenn VW seine bisherigen CO2-Flottenemissionen nicht verbessert, müsste der Konzern 2020 etwa eine Milliarde Euro Strafe zahlen, Daimler immerhin eine halbe Milliarde.

Keine Strafen zahlen müssen voraussichtlich Hersteller wie PSA (Peugeot, Citroën, DS, Opel), Volvo und FCA (Fiat, Alfa, Jeep). Auch BMW ist nur 0,3 Gramm von seinem Grenzwert entfernt, so die Studie.