1941 startete das erste elektrische Serienmodell

Peugeot treibt die Elektrifizierung seiner Fahrzeugpalette voran. Mehr als 50 Prozent der Modelle verfügen bereits über einen voll- oder teilelektrischen Antrieb – vom Kompaktwagen Peugeot e-208 für Privatpersonen bis zum Transporter Peugeot e-Expert für Gewerbetreibende.

Ziel der Franzosen: Bis zum Jahr 2025 soll für jedes Modell eine elektrische Variante verfügbar sein. Bilder aus der Peugeot-Historie zeigen nun, dass die Elektro-Epoche bei der Löwenmarke bereits im Jahr 1902 begann. Schon damals entwickelte Peugeot (wie zum Beispiel auch Ford und Porsche) elektrische Konzeptfahrzeuge. Doch vorerst setzten sich die Benziner durch. 

Peugeot-Elektromodelle von 1902 bis heute

Als während des zweiten Weltkriegs Benzin von den deutschen Besatzern rationiert wurde, besann sich Peugeot wieder auf den Elektroantrieb: 1941 stellte die Marke ihr erstes Elektro-Serienmodell vor, den Peugeot VLV. Das Véhicule Léger de Ville (leichtes Stadtfahrzeug) war ein zweisitziges Mini-Cabrio mit Batterien im Vorderwagen. Bei einer bescheidenen Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h lag die Reichweite des Fahrzeugs bei immerhin 80 Kilometern. Die insgesamt 377 produzierten VLV wurden vor allem von Ärzten und Postbeamten gefahren.

In den 70er-Jahren nahm die Entwicklung von elektrischen Antrieben bei Peugeot erneut Fahrt auf. Gemeinsam mit dem Transportunternehmen Alsthom und EDF (Electricté de France) wurden sieben elektrisch angetriebene Prototypen des Peugeot 104 gebaut. Es folgte eine weitere Zusammenarbeit bei den Nutzfahrzeugen Peugeot J5 und J9.

Peugeot-Elektromodelle von 1902 bis heute
Peugeot 106 Electric (1993)

Im Jahr 1983 begann ein neues Programm zur Entwicklung von Elektromotoren, welches von der Konzernmutter PSA und dem Batteriehersteller Saft initiiert wurde. Zehn Jahre später, 1993, war die Technik soweit, dass die Löwenmarke den Peugeot 106 mit Elektroantrieb für Privatkunden auf den Markt brachte. Bis 2003 wurden stattliche 3.542 Exemplare vom Elektro-106 produziert.

Peugeot-Elektromodelle von 1902 bis heute

Zwischen 1990 und 2010 präsentierte Peugeot zahlreiche Studien mit Elektromotor, darunter der Peugeot iOn aus dem Jahr 1994. In der nur 3,32 Meter langen Studie fanden vier Reisende Platz. Das futuristische Interieur beinhaltete bereits eine Freisprechanlage, einen LCD-Screen und Platz für eine Spielekonsole. Angetrieben wurde das Concept Car von einem 20 kW starken Elektromotor. Der Name iOn wurde ab 2010 für ein elektrisch angetriebenes Serienmodell genutzt, das ein Klon des Mitsubishi MiEV war. Der iOn war ein Longseller, er wurde erst kürzlich eingestellt.

1996 folgten die Konzeptfahrzeuge Peugeot Tulip und Touareg. Dabei handelte es sich beim Tulip (Transport Urban Libre Indivdual et Public) um eine Studie fürs urbane Carsharing. Der Touareg war ein Offroader mit Allradantrieb für den Sandstrand. Die Nickel-Cadmium-Hydrid-Batterien befanden sich hinter den zwei Sitzen. Aufgeladen wurden sie von einem Einzylinder-Verbrenner über einen Generator. Der 15-Liter-Tank ermöglichte eine Reichweite von 300 Kilometern.

Peugeot-Elektromodelle von 1902 bis heute
Der Touareg von Peugeot (1996)

Im Jahr 2000 stellte Peugeot unter dem Namen City Toyz gleich vier Konzeptfahrzeuge auf dem Pariser Autosalon vor, darunter zwei Stromer: Der e-doll bot Platz für drei Personen und wurde durch zwei Elektromotoren angetrieben. Die gleiche Anzahl Reisender passte auch in den Bobslid. Dieser war mit einem Joystick statt einem Lenkrad ausgestattet und hatte insgesamt 40 kleine Elektromotoren, deren Energie sich auf die vier Räder verteilte.

Peugeot-Elektromodelle von 1902 bis heute
Peugeot e-Doll (2000)

Mit dem Concept Car BB1 stellte Peugeot auf der IAA 2009 ein Auto vor, das von Form und Design her, aber auch durch das Interieur und die Konnektivität als Stadtauto konzipiert war. In dem nur 600 Kilogramm schweren und 2,50 Meter langen BB1 fanden vier Personen Platz, die Batterie reichte für 100 Kilometer.

Zum 200. Markengeburtstag präsentierten die Franzosen im Jahr 2010 den Peugeot EX1, einen futuristischen, rein elektrisch angetriebenen Sportwagen. Mit zwei Elektromotoren und 250 kW (340 PS) beschleunigte die Studie in nur 2,2 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h war nach 5,1 Sekunden erreicht. Damit brach der Sportwagen sechs Weltrekorde.

Mit dem neuen Peugeot e-208 läutete die Löwenmarke im Jahr 2019 dann die moderne Elektroepoche ein. Es folgten der e-2008 und die Elektro-Transporter Peugeot e-Traveller (Personenvariante) sowie e-Expert und e-Boxer (Nutzfahrzeuge). Auch die Plug-in-Hybride auf Basis des 508 und 3008 gehören zu den elektrifizierten Peugeot-Modellen.

Bildergalerie: Peugeot-Elektromodelle von 1902 bis heute