Spritpreise sinken weiter kräftig, aber lang nicht so stark wie die Ölpreise

Bei der Übersetzung des Verbrauchstests, den unsere Kollegen von Motor1.com Italien nach wie vor wöchentlich durchziehen, ist es uns aufgefallen: Statt der 1,38 Euro, die ein Liter Super E10 Anfang Januar kostete, zahlt man nun nur noch 1,12 Euro. Das sind 26 Cent oder fast 19 Prozent weniger. Diese Spritpreise sind deutsche Durchschnittswerte, die der ADAC in regelmäßigen Abständen ermittelt. Bei unseren Verbrauchstests ziehen wir sie heran, um die deutschen Kosten für 100 km Fahrstrecke zu ermitteln.

Laut aktueller ADAC-Auswertung kostet ein Liter Super E10 im Bundesmittel nur noch 1,234 Euro, das sind 3,3 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel verbilligte sich um 1,3 Cent auf durchschnittlich 1,124 Euro je Liter. Die weltweite Corona-Krise macht sich also weiterhin massiv an den Tankstellen bemerkbar, so der ADAC. Die Differenz zwischen beiden Kraftstoffsorten reduzierte sich auf nur noch elf Cent, was auch auf die angesichts sinkender Preise derzeit sehr starke Heizölnachfrage zurückzuführen ist.

Die Angst vor einer globalen Rezession hat den Rohölmarkt immer noch fest im Griff. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell rund 27 Dollar, das sind zwei Dollar weniger als vor einer Woche. Seit Jahresbeginn hat Rohöl damit fast 60 Prozent an Wert verloren.

"19 Prozent weniger für den Liter Super E10, aber 60 Prozent weniger für Rohöl"

19 Prozent weniger für den Liter Super E10, aber 60 Prozent weniger für Rohöl: Die Differenz ist erheblich. Stabilisieren sich die Notierungen auf diesem Niveau, so der ADAC, dann besteht Potenzial für einen weiteren Rückgang der Kraftstoffpreise. Auch wenn die Rohölnotierungen die Kraftstoffpreise wegen der Energiesteuer und anderer Komponenten nicht allein beeinflussen, ist die Vergünstigung am Rohölmarkt noch nicht in vollem Umfang bei den Verbrauchern angekommen. Dies geschieht erst dann, wenn der Wettbewerbsdruck auf dem Kraftstoffmarkt dies erzwingt, so der Automobilclub.