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Toyota MR2 WRC (222D) von 1985: Geheimer Mittelmotor-Mythos

Schwarzes Monster für die Rallye-WM

Toyota MR2 (222d)

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

24. Mär. 2020 um 14:25 Uhr

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Aktuell ist es der Toyota Yaris, mit dem das Rallye-Team von Toyota Gazoo Racing die Emotionen entfacht und seit seiner Rückkehr in die WRC vor drei Jahren bereits die Hersteller-Meisterschaft (2018) und den Fahrertitel (2019) gewonnen hat. Ein WRC-Star, ganz in der Tradition seiner vielen Vorgänger, denn Toyota ist schon seit über 60 Jahren mit dem Rallyesport verbunden. Nur ein designierter Gipfelstürmer bekam keine Chance, Sportgeschichte zu schreiben, wurde doch die WM-Serie für den 1985 von der Kölner Toyota Motorsport GmbH (TMG) entwickelten, brutal starken Mittelmotorsportwagen Toyota MR2 (222D) von der FIA unerwartet abgesagt. Zu wild waren Racer wie das schwarze MR2-Biest.

Ein Auto wie ein Rennanzug, das war der meistverkaufte japanische Mittelmotor-Sportwagen Toyota MR2 (W10) schon in der Straßenversion. Dieser dank ausgewogener Gewichtsverteilung in Kombination mit klassischem Hinterradantrieb schien der MR2 prädestiniert dafür, sein Spielfeld auch bei Rennen und vor allem in der Rallye-Weltmeisterschaft zu finden. Die Motorsportspezialisten von TMG konzipierten deshalb schon ein Jahr nach dem Marktstart die Rennsportversion MR2 (222D) für das WRC-Championat.

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Diese Königsklasse des Rallyesports erlebte Mitte der 1980er Jahre mit der berühmt-berüchtigten Gruppe B ihre vielleicht furioseste Ära. Mit perfekt ausbalanciertem Gewicht, brachialer Motorleistung durch ein neu entwickeltes 2,1-Liter-Turbotriebwerk mit Trockensumpfschmierung sowie Allradantrieb besaß der ab Februar 1985 entwickelte Toyota MR2 (222D) beste Chancen für Spitzenplatzierungen in der neu installierten Gruppe S in der Rallye-WM. Die Gruppe S sollte die Gruppe B ablösen und auf die bis dahin geltende kostenintensive Mindestauflage von 200 Fahrzeugen verzichten, so dass eine Straßenversion des reinrassigen Sportmodells Toyota MR2 (222D) nicht eingeplant wurde.

Aber dann kam plötzlich alles anders als gedacht: Nach tödlichen Unfällen in der Rallye-Weltmeisterschaft wurden sowohl Gruppe B als auch die künftige Gruppe S verboten. Der bis dahin nur bei Testfahrten in Europa und Japan erprobte, schwarz lackierte MR2-Prototyp mit Allradantrieb präsentierte seine Technik nun nur noch anlässlich einiger Motorshows, ehe er in den heiligen Museumshallen der Kölner TMG verschwand. Die technischen Details des temperamentvollsten MR2 wurden wie allgemein üblich bei Motorsportmodellen lange Zeit nicht preisgegeben, so dass der Toyota 222D zum mysteriösen Kultmodell avancierte: Ein Racer, den Fans und Medien respektvoll als "Schwarzes Monster" oder "Black Beast" bezeichneten – ungeachtet der Tatsache, dass der Rallye-Bolide nicht nur in tiefschwarzer, sondern auch in weißer Lackierung gebaut wurde.

Heute gibt es noch zwei 222D. Ein Japan-weißes Coupé, das schon im „Toyota Mega Web Showroom“ in Tokio ausgestellt wurde. Dagegen präsentiert sich das schwarze Biest von TMG in Köln zu besonderen Anlässen wie Toyota-MR2-Thementagen in der benachbarten Fahrzeugsammlung der "Toyota Collection" einem breiten Publikum.

Tatsächlich ist die Bezeichnung Biest für den 222D nicht ganz unberechtigt, denn mit dem 3,95 Meter kurzen Serien-MR2 hatte der Motorsport-Prototyp zumindest im Heckbereich kaum noch etwas gemeinsam. So nutzte der 750 Kilogramm leichte Rallye-Renner einen stabilen und gewichtssenkenden Gitterrohrrahmen. Statt des hinteren Gepäckabteils sowie des konventionellen Motorraums setzte der mindestens 600 PS starke Hochleistungsathlet auf ein komplett aufklappbares Fahrzeugheck.

Darunter verbarg sich das für Wartungsarbeiten leicht zugängliche Turbo-Triebwerk, das sein maximales Drehmoment von 640 Newtonmeter per Schalterbetätigung auf alle vier oder nur auf die hinteren Räder abgab. Den Ladedruck des Turbos konnte der Fahrer sogar stufenlos zwischen 1,3 und 1,5 bar verstellen und das via Handrad im Cockpit. Vom hitzigen Temperament des Typs 222D kündet übrigens auch das spektakuläre Leistungsgewicht von nur 1,25 Kilogramm pro Pferdestärke.

Bildergalerie: Toyota MR2 (222d)

Toyota MR2 (222d)

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