... und warum das Kompakt-SUV trotzdem attraktiv ist

Kürzlich waren wir geschockt. Bei der Aktualisierung unserer Übersicht über alle 38 Kompakt-SUVs auf dem deutschen Markt gucken wir in die Preisliste des Opel Grandland X und stellen fest: Der Basispreis ist plötzlich fast 3.000 Euro höher. In diesem Artikel erklären wir, woher das kommt und geben aus diesem Anlass gleich eine Übersicht über die Modellpalette.

Also, die gute Nachricht zuerst: Opel ist nicht plötzlich gierig geworden, man bekommt für den höheren Preis auch mehr. Denn die Basisausstattung Selection entfiel. Die neue Grundversion heißt Edition und bietet mehr Ausstattung. Geschehen ist das irgendwann zwischen Oktober und Dezember 2019, aber wir haben es nicht gemerkt. Nun, auch Autojournalisten gucken nicht ständig in die zahllosen Preislisten der rund 40 Marken, die es in Deutschland gibt ... 

Also, was bietet Edition, was Selection nicht hatte? 17-Zoll-Aluräder statt 16-Zoll-Stahlfelgen, Parkpiepser hinten, LED-Scheinwerfer, Fernlichtassistent, Regensensor, einen 7,0-Zoll-Touchscreen, eine Smartphone-Integration, ein Lederlenkrad und eine verschiebbare Mittelarmlehne. Eine Klimaanlage war schon in der Selection-Version an Bord, genauso wie ein Tempomat, ein Spurverlassenswarner, Verkehrsschilderkennung, Lichtsensor sowie elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel.

Wer noch mehr Ausstattung möchte, hat die Wahl zwischen den Ausstattungen Opel 2020, Innovation und Ultimate. Dabei ersetzt das Sondermodell Opel 2020 offenbar die alte Version 120 Jahre, die die Rüsselsheimer zu ihrem 120-jährigen Markenjubiläum aufgelegt hatten.

Wenn man von den Business-Versionen absieht, liest sich die Preisliste nun folgendermaßen:

  Edition Opel 2020 Innovation Ultimate
1.2 DIT 130 PS
6-Gang
27.500 € 29.315 € 30.650 € 35.540 €
1.2 DIT 130 PS
8-Gang-Automatik
29.800 € 31.615 € 32.950 € 37.840 €
1.6 DIT 180 PS
8-Gang-Automatik
- 34.965 € 36.300 € 41.190 €
1.5 Diesel 130 PS
6-Gang
30.760 € 32.575 € 33.910 € 38.800 €
1.5 Diesel 130 PS
8-Gang-Automatik
33.060 € 34.875 € 36.210 € 41.100 €
2.0 Diesel 177 PS
8-Gang-Automatik
- 37.325 € 38.660 € 43.550 €
Hybrid 224 PS
8-Gang-Automatik
44.190 € - 44.665 € 47.330 €
Hybrid4 300 PS
8-Gang-Automatik
- - 51.165 € 53.830 €
Die Motoren sind (wie die Plattform EMP2) PSA-Konzernmotoren. Der 1.2 Direct Injection Turbo (oben als DIT abgekürzt) ist ein Dreizylinder, alle anderen Aggregate sind Vierzylinder. Die Versionen Hybrid und Hybrid4 sind in Wirklichkeit keine normalen Hybride, sondern Plug-in-Hybride mit Auflademöglichkeit. Beide besitzen als Verbrenner einen 1,6-Liter-Turbobenziner, aber mit unterschiedlicher Leistung: 180 PS beim Hybrid und 200 PS beim Hybrid4. Der Hybrid4 hat Allradantrieb, der durch einen zweiten Elektromotor an der Hinterachse zustande kommt. 

Abschließend noch ein kleiner Vergleich der Basisversion mit dem entsprechenden VW Tiguan (bessere Werte gefettet):

  Opel Grandland X 1.2 DIT VW Tiguan 1.5 TSI
Motor Dreizylinder-Turbo Vierzylinder-Turbo mit Zylinderabschaltung
Leistung / Drehmoment 130 PS / 230 Nm 130 PS / 220 Nm
0-100 km/h 10,4 Sek. 10,2 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 188 km/h 192 km/h
Normverbrauch 5,0 Liter/100 km 5,7 Liter/100 km
Leergewicht 1.370 kg 1.510 kg
Anhängelast (gebremst, 12%) 1.400 kg 1.600 kg
Länge / Höhe 4,48 m / 1,61 m 4,49 m / 1,65 m
Kofferraumvolumen

514 – 1.652 Liter

615 - 1.655 Liter
Basispreis 27.500 Euro 30.385 Euro

Man sieht: Die beiden Modelle liegen von der Papierform her nahe beieinander. Der Opel ist jedoch deutlich leichter und verbraucht weniger Sprit. Der VW hat dafür beim Kofferraumvolumen die Nase vorne; außerdem sind hier die Fondsitze längs verschiebbar und die Anhängelast ist höher. Der Basispreis des Opel liegt trotz der gestrichenen Grundversion Selection immer noch fast 3.000 Euro niedriger als bei VW.

Der Preisunterschied lässt sich auch nicht durch eine höherwertige Ausstattung des Tiguan begründen. Denn die Basisausstattungen (Edition bei Opel, Comfortline bei VW) sind ähnlich umfangreich. Sie setzen aber unterschiedliche Akzente: Der VW hat dem Opel serienmäßige Nebelscheinwerfer voraus, außerdem ein Antikollisionssystem und Parkpiepser auch vorne. Umgekehrt bietet der Opel aber bereits in der Basis LED-Scheinwerfer, einen Tempomaten und eine Verkehrsschilderkennung.

Außerdem ist die Extraliste von VW technisch anspruchsvoller. So kann man hier ein Instrumentendisplay bestellen, ein Head-up-Display, adaptive Dämpfer, einen Anhängerrangierassistenten. Der größte Touchscreen misst hier 9,2 Zoll, nicht 8,0 Zoll wie bei Opel.

Was die Motorenpalette angeht, so bietet der Tiguan deutlich stärkere konventionelle Antriebe (bis 240 PS). Das PS-starke Ende der Palette besetzt Opel dafür mit den Plug-in-Modellen, die bis zu 300 PS bieten. Das Thema Allradantrieb wird bei Opel ebenfalls durch ein PHEV abgedeckt, den Hybrid4, während der Tiguan optional einen konventionellen Allradantrieb bietet.

Wer mit dem Auto einen schweren Anhänger ziehen möchte, ist mit dem Tiguan etwas besser bedient; hier reicht die zulässige Anhängerlast bis 2.500 Kilo, während der Grandland maximal 2,0 Tonnen ziehen kann.   

Insgesamt ist der Tiguan das Auto mit dem größeren und variableren Kofferraum und bietet mehr Technik. Der Opel ist dafür günstiger, sparsamer und leichter.

Bildergalerie: Opel Grandland mit sauberem Diesel im Test