Nachfolger des C4 Cactus mit Benzinern, Dieseln - und Elektroantrieb

Der Citroën C4 Cactus läuft demnächst aus und wird durch einen neuen C4 ersetzt. Das völlig neue Modell wurde nun offiziell vorgestellt, bestellbar ist es ab September 2020. Die ersten Bilder des Autos zeigen, dass wir mit unserem Rendering nicht so ganz falsch lagen.

Der neue C4 wird auf einer verlängerten Version der Plattform CMF (alias EMP1) basieren. Das bedeutet, dass der neue C4 technisch eher ein Kleinwagen sein wird, und kein Kompakter, wie der Name es nahelegt. Denn der Peugeot 308 basiert bekanntlich ja auf der Plattform EMP2.

Mit einer Länge von 4.360 Millimetern, einer Breite von 1.800 Millimetern und einer Höhe von 1.525 Millimetern verfügt das Modell allerdings durchaus über kompakte Abmessungen; der Radstand beträgt 2.670 Millimeter.

Der Kofferraum bietet ein Volumen von 380 Liter. Ist die Rückbank umgeklappt, entsteht eine ebene Ladefläche. Im doppelten Kofferraumboden kann unter anderem das Ladekabel des elektrischen Citroën ë-C4 verstaut werden. 

Citroën C4 (2020)

Wie bereits unser Rendering zeigen die neuen Bilder eine typische Crossover-Karosserie, in der Mitte zwischen Schrägheck-Limousine und SUV:

Bildergalerie: Erste Bilder von Citroën C4 und e-C4 (2020)

Unser Rendering vom März zeigte die gleichen, schlitzartigen Tagfahr-Lichter über den Scheinwerfern und die hervorgehobenen Lufteinlässe rechts und links in der Schürze, wenn sie auch nicht blau sind wie in unserem Bild: 

Bildergalerie: Citroën C4 (2020) als Rendering

Wie unser Rendering hat auch die Serienversion eine konturierte Fronthaube; allerdings bekommt der C4 zusätzlich noch deutliche Konturen an den Vordertüren, die auf unserem Rendering nicht zu sehen waren. Wie unser Rendering-Bild haben aber sowohl der normale C4 als auch der e-C4 schwarzes Kratzschutz-Plastik an Radläufen und Schwellern. Letztere weisen allerdings (anders als bei unserem Rendering) einen Knick auf:

Citroen C4

Wie bereits unser Rendering zeigte, hat der neue C4 keine Airbumps (die seitlichen Luftpölsterchen gegen Parkrempler). Das ist ein Design-Wendepunkt, da die neueren Modelle wie der C3 oder der C5 Aircross alle Airbumps besaßen. Aber vielleicht beabsichtigt Citroën gerade das: einen radikalen Schwenk. Eine Reminiszenz an die Pölsterchen ist vielleicht das trapezförmige, durch die helle Umrandung hervorgehobene "Loch" im Schweller.

Bei der individuellen Gestaltung des neuen C4 können Kunden aus 31 Außenvarianten und sechs Innenraumambienten wählen.

Das Heck zeigt eine rundlich sinkende Dachlinie, die in ein fast senkrecht abfallendes Heck übergeht. Das war bereits den Erlkönigbildern zu entnehmen:

Citroën C4 Cactus Nachfolger als Erlkönig erwischt

Das steil abfallende Heck erinnert entfernt an die des dreitürigen C4 Coupé der ersten Generation von 2008. Dieses Auto hatte allerdings eine in dieser Hinsicht noch deutlich extremere Rückansicht. Hier ist es in Rot zu sehen; man beachte auch das Spiegelbild: 

Citroen C4 von 2008 (1. Generation mit Facelift)
Citroen C4 von 2008 (1. Generation mit Facelift)

Das erste Cockpit-Bild zeigt ein Instrumenten-Display, ein Head-up-Display sowie einen senkrecht stehenden, ziemlich filigranen Infotainment-Monitor in der Mitte des Armaturenbretts. Darunter gibt es "physische" Drehknöpfe für die Einstellungen. Ob die Temperatur darüber geregelt wird, oder über Pfeiltasten auf dem Display, bleibt einstweilen unklar. 

Das rahmenlose digitale HD-Kombiinstrument soll durch sein gut lesbares, für Citroën typisches grafisches Design bestechen. Dank des breiten, farbigen Head-up-Displays werden wichtige Fahrinformationen direkt in das Sichtfeld des Fahrers projiziert. Die zentralen Luftdüsen und der rahmenlose 10-Zoll-Touchscreen sind in die Mitte des Armaturenbretts integriert. Sowohl dort als auch an der Zwei-Zonen-Klimaautomatik finden sich verchromte Drehregler mit Doppelwinkel-Design. 

Citroën C4 et e-C4

Das Auto wird neben Diesel- und Benzinmotoren auch einen rein elektrischen Antrieb bekommen. Der neue Citroën ë-C4 verfügt über eine Leistung von 100 kW (136 PS), das maximale Drehmoment beträgt 260 Nm. Im Sport-Modus erfolgt die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 9,7 Sekunden. In allen drei Fahrmodi (Eco, Normal, Sport) beträgt die Höchstgeschwindigkeit 150 km/h.

Die Batterie hat eine Kapazität von 50 kWh für eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern nach WLTP. Das System zur Rückgewinnung der Brems- und Verzögerungsenergie kann die Reichweite während der Fahrt noch zusätzlich verbessern. Die Garantie auf die Batterie beträgt 8 Jahre oder 160.000 Kilometer für 70 Prozent der Ladekapazität.

Zum Aufladen der Batterie bestehen verschiedene Möglichkeiten: An einer öffentlichen Schnellladestation kann der neue Citroën ë-C4 mit bis zu 100 kW geladen werden, so lässt sich die Batterie in nur 30 Minuten bis zu 80 Prozent wieder aufladen. An einem 11 kW-Ladeanschluss (dreiphasiger 11 kW-OnBoard-Charger ist standardmäßig beim neuen ë-C4 verbaut) lässt sich die leere Batterie in rund 5 Stunden wieder vollständig aufladen.

Citroën C4 (2020)

Alternativ zum rein elektrischen Antrieb stehen beim neuen Citroën C4 die folgenden Benzin- und Dieselmotorisierungen zur Wahl, die alle die strenge Abgasnorm Euro 6d erfüllen: drei Benzinmotoren mit bis zu 155 PS, wahlweise mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder mit Achtgang-Automatikgetriebe. Hinzu kommen zwei Dieselmotoren mit bis zu 130 PS, ebenfalls wahlweise mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder mit Achtgang-Automatikgetriebe.

Nicht bahnbrechend Neues also, die Antriebe sind vom Peugeot 2008 und DS 3 Crossback bekannt. Auch sonst ist der neue C4 wohl ein Schwestermodell des Peugeot 2008 und DS 3 Crossback, die beide auf dem CMP-Baukasten basieren. Auch der 2021 startende, neue Opel Mokka (ohne "X") wird darauf basieren.

Citroën C4 (2020)

Bereits Ende 2019 hatte Citroën-Chefin Linda Jackson in einem Interview mit Automotive News ein Nachfolgemodell des C4 Cactus versprochen, das 2020 starten und auf einer verlängerten CMP-Plattform basieren solle. Auch eine Elektroversion wurde damals erwähnt. Zum Namen sagte Jackson, das Modell werde die Bezeichnung Cactus verlieren. Dass aus dem C4 Cactus nun ein C4 wird, ist insofern keine große Überraschung mehr.

Der C4 Cactus verkaufte sich im Jahr 2019 etwa 3.200 Mal in Deutschland. Damit landete er nur auf Platz 6 von 9 Citroën-Modellen. Jedenfalls erfüllte der aktuelle C4 Cactus offenbar die Erwartungen des Herstellers nicht. In der aktuellen Preisliste vom 5. Mai sind auch nur noch zwei Motorisierungen (Puretech 110 und BlueHDi 100) enthalten statt der vier, die es noch Anfang des Jahres gab. Dergleichen ist oft ein Zeichen, dass ein Modell ausläuft.

Der alte Citroën C4 wurde von 2004 bis 2018 in zwei Generationen gebaut. Er gehörte als Ableger des Peugeot 307 bzw. 308 eindeutig ins Kompaktsegment. Offizieller Nachfolger wurde der C4 Cactus, den der Hersteller als Kompaktlimousine bezeichnet – obwohl die Bezeichnung Kleinwagen-SUV passender wäre. Denn erstens hat das Auto eher eine SUV-Optik und zweitens diente die Kleinwagen-Plattform PF1 als technische Basis. Der Wagen hätte also eigentlich eher C3 Cactus heißen müssen. Aber Marketing und Technik sind eben zwei verschiedene Paar Schuhe.

Bildergalerie: Citroën C4 (2020)