Diese vier Seiten von Ferrari sind die "Blaue Mauritius"

Sammeln Sie gerne alte Autoprospekte? Nun, der Autor dieser Zeilen macht es und ist bisweilen erstaunt: 300 Euro für eine Broschüre vom BMW 507? Wahnsinn. Doch wie auf allen Gebieten gibt es auch hier natürlich Sammler, die wirklich alles haben. Alles, bis auf die sprichwörtliche "Blaue Mauritius". Genauer gesagt: Vier Seiten Papier von Ferrari zum Preis einer kleinen Eigentumswohnung.

Drei spannende Minuten lang kletterten die Preise ohne Grenzen, Bieter im Saal kämpften gegen Bieter am Telefon, erst dann fiel der Hammer: Bei spektakulären 110.000 Euro (inklusive Aufgeld: 127.600 Euro) konnte Auktionator Tobias Friedrich während seiner Herbstauktion in Ladenburg einen raren Prospekt aus der Ferrari-Frühzeit zuschlagen. Mit 25.000 Euro war bereits das Startgebot auf anspruchsvollem Niveau gelegen. Der Käufer, ein Sammler aus den USA, möchte anonym bleiben.

„Dieser Automobil-Prospekt ist mit großem Abstand der teuerste, der je versteigert worden ist“, kommentiert Automobilia-Experte und -Auktionator Tobias Friedrich von Ni-Cola Classics den erzielten Preis: „Dieser Weltrekord setzt neue Maßstäbe.“ Ni-Cola Classics ist ein auf Automobilia spezialisiertes Auktionshaus.

Neuer Weltrekord für Automobilia

Der englischsprachige Prospekt (Lot 799) stammt aus dem Jahr 1954 und umfasst lediglich vier Seiten. Er zeigt den Ferrari 250 Europa, eines der frühen Erfolgsmodelle der legendären Sportwagenmarke aus Modena. Automobilia-Experten sind heute drei Versionen dieser Prospekte bekannt. „Es heißt, Enzo Ferrari habe die Auflage damals einstampfen lassen, weil ihm die Prospekte nicht gefielen“, so Tobias Friedrich. Nur vereinzelte Exemplare seien bereits an Interessenten verschickt worden – der Grund für ihre heutige Seltenheit.

Das letzte Mal war ein Prospekt dieser Serie 2007 bei einer auf Ferrari spezialisierten Auktion in Gstaad (Schweiz) aufgetaucht. Vor zwölf Jahren lag das Höchstgebot bei 17.000 Euro, was damals als beeindruckendes Ergebnis galt. Seither hat sich sein Wert um 650 Prozent erhöht. Man sieht: Sammeln kann sich durchaus lohnen.

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