Und jetzt verdoppeln Sie das Ganze, denn dieser Herr besitzt gleich zwei

Geschäftsmann Manny Khoshbin besitzt 0,44 Prozent aller je produzierten Veyrons. Und nein, Sie brauchen den Taschenrechner jetzt nicht anwerfen. Der Immobilien-Mogul nennt genau zwei der 450 gebauten W16-Monster sein eigen. Womöglich kennen Sie einige seiner Videos. Dann werden Sie wissen, dass Koshbin seine Preziosen tatsächlich relativ regelmäßig bewegt. Er fürchtet sich offenbar nicht davor, dass jeder Extra-Kilometer auf dem Tacho einen negativen Einfluss auf den Wert seiner Fahrzeuge hat. Im Besonderen scheint Koshbin eine Schwäche für den McLaren Mercedes SLR zu haben (seine Garage beherbergt fünf Stück!), aber das jüngste Video dreht sich um einen seiner beiden Veyrons.

Ein Auto dessen Basispreis siebenstellig ist, wird immer auch im Unterhalt zu haarsträubenden Kosten führen, aber wüssten Sie, wie viel die Haltung und Pflege eines modernen Bugatti wirklich verschlingt? Nun, Manny erklärt es Ihnen im oben angehängten Video. So empfiehlt der Elsässer Autobauer beispielsweise, dass jedes Jahr alle Flüssigkeiten getauscht werden sollten. Das alleine verschlingt beim Veyron 25.000 US-Dollar, also etwa 22.700 Euro.

Wie ein derartiger Preis zustande kommt? Naja, verglichen mit herkömmlichen Fahrzeugen, die über eine Ablass-Schraube fürs Öl verfügen, hat der Veyron ganze 16! Da wirkt selbst ein anderer Exot aus dem VW-Konzern, der Lamborghini Huracán mit seinen acht Ablass-Schrauben, wie ein Billigheimer. Dazu kommt, dass die Schrauben alles andere als leicht zugänglich sind. So müssen die Mechaniker die hinteren Räder und Bremsen abnehmen. Genauso wie eine Verkleidung am hinteren Stoßfänger und eine weitere unter dem Heck des Autos. 

Noch knackiger werden die Kosten, wenn wir uns in Richtung Reifen bewegen. Bugatti empfiehlt Veyron-Besitzern, alle paar Jahre die hoch belastbaren Pneus zu tauschen. Ein Satz kostet hanebüchene 38.000 Dollar (35.000 Euro). Aber damit noch lange nicht genug, denn auch die Räder selbst sollten alle 10.000 Meilen, also etwa alle 16.000 Kilometer ausgetauscht werden. 50.000 Dollar (knapp 45.000 Euro) müssen dafür eingerechnet werden. Da kommen in ein paar Jahren für das Nötigste an Wartung beinahe 100.000 Euro zusammen. 

Manny unterhält zwei Veyrons und ein Chiron Hermes Einzelstück, weshalb seine Rechnungen geringfügig höher ausfallen. Allerdings gehen die Reifen des neueren Hypercars mit 8.000 Dollar beinahe als Schnäppchen durch. Er überlegt auch, den von Mansory aufgemotzten Veyron abzugeben, vermutlich um Platz für etwas ähnlich Extravagantes zu schaffen. Kommende Ergänzungen zu seiner illustren Sammlung umfassen einen Mercedes-AMG One, einen McLaren Speedtail, einen Ford GT, einen Porsche 935 sowie einen Koenigsegg Jesko.

Ein Papier, das die völlig irren Instandhaltungskosten des Veyron aufzählt, gelangte im letzten Jahr ins Netz. Dort erfährt man unter anderem, dass ein neuer Turbolader 6.400 Dollar kostet. Die Arbeitskosten, um zwei der vier Lader zu tauschen, liegen bei 9.000 Dollar. Ein Ladeluftkühler, von denen es im Veyron zwei Stück gibt, liegt bei 9.000 Dollar. Der Austausch kostet 2.000 Dollar das Stück. Die Nockenwellenversteller mögen jeweils "nur" 800 Dollar kosten, allerdings liegen die Arbeitskosten für deren Einbau bei 21.000 Dollar, da der Motor dafür zerlegt werden muss.   

Es geht aber noch schlimmer: Das bei weitem teuerste Einzelteil ist ein neuer Kraftstofftank für 20.000 Dollar, plus 22.000 Dollar für dessen Einbau.